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Holzhandwerk 2022 – Messebesuch in Nürnberg

Nach langer 4-jähriger Pause fand in diesem Jahr endlich wieder die Messe „Holzhandwerk“ auf dem Messegelände Nürnberg statt. Und da ich beruflich zur parallel stattfindenden Fensterbau Messe musste, hatte ich die Gelegenheit, auch die Messe Holzhandwerk 2022″ zu besuchen. Hier folgt mein Bericht.

Anfahrt

Ausgehend von den Erfahrungen beim Besuch der Holzhandwerk im Jahr 2016 und im Jahr 2018 hatte ich ja mit weitläufigem Parken gerechnet. In den Parkhäusern war damals alles belegt und die Besucher wurden mit dem Bus vom Stadion-Prakplatz zur Messe gefahren. Nicht so in diesem Jahr – Parkplätze gab es am Mittwoch morgen am EIngang Ost in ausreichender Zahl – alles bequem zu Fuß erreichbar.

Die Messe Holzhandwerk findet ja auf dem Nürnberger Messegelände zeitgleich mit der Fensterbau Frontale statt. Dabei sind die Hallen 9, 10, 11 und 12 die Messenhallen für das Holzhandwerk, die Hallen 1 sowie 4, 5, 6 und 7 für den Fensterbau und die Fassadenbauteile.

Das Messgelände insgesamt war am Mittwoch relativ schwach besucht.

HolzHandwerk 2022

Im Vorfeld hatte ich mich über die anwesenden Firmen informiert und dementsprechend habe ich die für mich interessanten Aussteller gezielt besucht.

VECTRIC

Das letzte Gespräch mit der Fa. VECTRIC hatte ich auf der Holzwerken Live 2019 in Fellbach. Hier hatte ich einen langen Gedankenaustausch mit Edward Powell, dem Geschäftsführer von VECTRIC, vereinbart. Daher führte mich der erste Weg auch direkt in die Halle 11.1 zum Stand des Unternehmens.

Leider war aber Edward an diesem Tage krank und nicht auf der Messe. Daher hatte ich dann ein längeres Gespräch mit seinem Stellvertreter, Todd Bailey. Dabei hatte ich die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zur neuen Version 11 von Vcarve pro zu stellen, da ich ja aktuell noch mit Version 10.5 unterwegs bin. Für mich als Möbelbauer ist da insbesondere das neue Plattenmanagement interessant, mit dem es möglich wird, die zu fräsenden Bauteile automatisch auf mehrere Platten zu verteilen. Weiterhin wurde die Werkzeugverwaltung verbessert und übersichtlicher gegliedert. Weiterhin gibt es eine Unmenge kleiner Verbesserungen und Optimierungen, deren Aufzählung den Rahmen dieses Berichts sprengen würde. Da steht also sicherlich demnächst ein Update an.

Zur Verstärkung hatte VECTRIC übrigens den guten Maik Kempfer – Inhaber von Wooden Signs – an Bord. Und natürlich zeigte Maik auch einige seiner mit Vcarve erstellten Werke in Natura.

Maik ist sicherlich einer der erfahrensten deutschsprachigen Nutzer der VECTRIC Software und er konnte mir in einem längeren Gespräche einige wertvolle Tipps geben.

Lamello

Die nächste Station war der Besuch des Standes von Lamello. Hier interessierten mich insbesondere die Cabineo-Verbinder. Die sind schraubbare Verbinder für den Möbelbau die speziell für den Einsatz in CNC gefrästen gedacht sind.

Besonderheit ist hier der Umstand, dass die gesamte Bearbeitung in einer Ebene stattfinden kann, also im Gegensatz zu Exzenter-Verbindern keine Bohrungen in die Stirnseiten von Möbelteilen erfolgen muss.
In einem der kommenden Projekte werden diese Verbinder sicher einmal zum Einsatz kommen. Ein entsprechender Bericht wird bei passender Gelegenheit folgen.

Eine weitere Neuheit: Die bekannten Lamello Fräsmaschinen sind jetzt mit dem CAS-Akkusystem ausgestattet und damit kompatibel mit dem von METABO geschaffenen Akku-System.

Sauter Shop

Der bekannte Oberfräsen-Spezialist Sauter-Shop war mit einem großen Stand in Halle 12 der Messe Holzhandwerk 22 vertreten.

Es wurde neben den Werkzeugen von KREG das gesamte Sortiment des Unternehmens gezeigt und konnte genauer begutachtet werden.

Die mobile CNC Fräse von YETI hat inzwischen eine deutliche Weiterentwicklung erfahren und wird nun auch mit einer leistungsfähigen Spindel von Mafell angeboten.

Die passenden Fräsdaten für die YETI-Fräse können mit VECTRIC Vcarve erstellt werden, ein entsprechender Gerätetreiber ist verfügbar.

 MAFELL

Auch MAFELL war in Halle 12 mit einem Stand vertreten.

Für mich als Möbelbauer nichts wirklich neues bei MAFELL – der Power-Akkuschrauber ist eher etwas für Zimmerleute. Aber ein nettes Gespräch zum DuoDübler und seinen Möglichkeiten. Gerade im System32 sind ein einige Interessante Anwendungen möglich.

Da ich aber bereits eine Domino-Fräse von Festool besitze, ist diese Maschine für mich aktuell keine notwendige Option.

SHAPER TOOLS

Die bekannte handgeführte CNC-Fräse Shaper Origin von Shapertools wurde von den bekannten Gesichtern des Unternehmens kompetent auf dem Messestand vorgeführt.

Neben den neuen Möglichkeiten die der aktuelle Software-Update der Fräse bietet, wurden vor allem der Einsatz der neuen Fräser gezeigt, die jetzt im Shop von Shapertools zu bekommen sind.

Die Live-Präsentationen stießen auf großes Interesse der Besucher und die Vorführstationen am Stand waren durchgängig eng umlagert. Zum Fragen stellen bin ich hier leider nicht gekommen, es war einfach zu viel los. Dazu werde ich mich stattdessen bei Gelegenheit mal wieder an einer der Live-Sessions auf Instagram beteiligen.

Weitere Aussteller

Zahlreiche weitere Aussteller waren auf der Messe vertreten und zeigten Ihre Neuheiten. Mangels Zeit konnte ich hier aber leider keine vertiefenden Gespräche führen. Daher hier nur einige Eindrücke und Bilder von den Messeständen.

Flex zeigte die neuen Akkuwerkzeuge für Zimmerei und Bauhandwerk.

Mirka bietet ein spezielles Schleifmittel-Set für den Bau von Epoxy-Tischen an.

Die Scheibe von Kaindl zum „Schnitzen“ mit dem Winkelschleifer wurde in Aktion vorgeführt.

BOSCH zeigte diverse Akku-Werkzeuge. Eines der Highlights war der akkugetriebene Nagler GNH 18V-64 den ich hier erstmals in Händen halten konnte. (und wovon ich vergessen habe ein Bild zu machen)

Die EAS GmbH zeigte die Versatil-Serie Ihrer CNC-Fräsen für den professionellen Einsatz und auch die Laser-Cutter waren im Einsatz zu bewundern.

Kirschen mit seinen Werkzeugen zur Holzbearbeitung aus Remscheid.

WERA Werkzeuge in allen Formen und Zusammenstellungen zum Anfassen

Die ebenfalls bekannten Narex Handwerkzeuge aus Tschechien

Multifunktionstisch von RUWI mit zahlreichen cleveren Detaillösungen zum Spannen und Bearbeiten von Werkstücken aller Art

OSMO zeigte die Anwendung seiner Produkte zum farbigen Gestalten von Holzoberflächen

Die Firma HETTICH hatte sich hinter schwarzen Wänden eingeigelt – ein nicht sehr einladender Stand.

Hinter den Kulissen

Die Stimmung unter den Ausstellern, hier insbesondere auf der Fensterbau Frontale, war sehr ambivalent. Einerseits freute man sich dass endlich wieder eine Messe mit direktem Austausch mit den Kunden möglich war. Auch über die Qualität der Besucher und der geführten Gespräche war positives zu vernehmen, aber nichts desto trotz war die Messe selbst relativ schwach besucht.

Auch die Zahl der Aussteller war deutlich geringer als in den Vorjahren.

Andererseits waren doch sehr nachdenkliche Stimmen bei den Ausstellern zu vernehmen. Die Nachfrage nach hochwertigen Elektrowerkzeugen ist aktuell noch vorhanden, aber es wird allgemein mit schwächeren Geschäften in den kommenden Monaten gerechnet. Die Lieferfähigkeit ist immer wieder unklar, die Verlässlichkeit der Lieferketten weiterhin gestört.
Auch die unsichere Lage am Bau spiegelt sich hier wieder, da vom erratischen Handeln und den immer aktionistischeren Entscheidungen unserer Politiker derzeit keinerlei Planbarkeit ausgeht.

Insgesamt war hinter den Kulissen eine sehr merkwürdige Stimmung bei Ausstellern und auch vielen Besuchern feststellbar, die in meinen Augen nichts Gutes verheißt.

Fazit

Lohnt der Besuch einer Messe wie der Holzhandwerk in der heutigen Zeit noch? Nun ja, es kommt auf die Erwartungen an. Nur um sich generell zu informieren wohl eher nicht. Wenn man aber konkrete Fragestellungen hat, die man mit dem jeweiligen Unternehmen besprechen will, dann sicherlich ja.

Insgesamt sollten die Aussteller und auch die Messegesellschaft in meinen Augen Ihr Konzept überdenken. Wie kann so eine solche Veranstaltung interessanter, interaktiver und mit mehr Austausch auch unter den Besuchern gestaltet werden? Ich denke hier ist noch viel Potential, an das bisher aber noch nicht gedacht wurde.

Die nächste Messe Holzhandwerk ist für den März 2024 geplant. Ich bin gespannt.

Was denken meine Leser zum Thema „Messebesuch“? Welchen Stellenwert haben Messen in der heutigen Zeit? Wie sollte ein „interessante Messe“ gestaltet und organisiert sein?

1 Kommentar zu “Holzhandwerk 2022 – Messebesuch in Nürnberg

  1. Christian

    Wolfram,
    ich war dieses Jahr auf zwei Fachmessen. Teilweise mehr Aussteller als Besucher anwesend.
    Nebenbei war auf dem Messegelände eine Publikumsmesse („Jagd und Hund“), da war alles sehr voll.
    Die beiden Fachmessen wurden als hybride Events durchgeführt. Das kann auch ein Grund sein für die schlechte Präsenz onsite.
    Der Messestand von Hettich sieht ja heftig aus… Nach dem Motto: Nur Fachbesucher zugelassen.
    Ich denke das grad so Firmen wie ShaperTools sehr gezielt auf online Events präsent sein werden und dann sehr ausführliche/sehr gute Demos machen können.
    Festool hatte das mal gemacht, allerdings war die Tonqualität eine Katastrophe. Mir unverständlich wie eine Firma wie Festool solch miese Qualität anbietet (Audio beim Festool TV).
    Zur Politik werde ich mich nicht äußern.
    Gruß aus Berlin
    Christian

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