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Altholz Recycling – Lohnt der alte Zaunpfahl noch?

In diesem kleinen Experiment gehe ich der Frage nach, ob es sich überhaupt lohnt, übel aussehendes Altholz mit in die Werkstatt zu nehmen. In diesem Fall handelt es sich um einen alten Zaunpfahl der beim Umbau eines Gartens in der Nachbrschft angefallen war. Er lag schon im Container – aber dann beschloß ich dieses Stück Holz einer eingehenderen Untersuchung zu unterziehen.

Das Altholz

Der Zaunpfahl war zur Entsorgung in zwei Stücke gesägt worden – jeweils etwa 60cm lang – und im Abfallcontainer gelandet. Beim einem ersten Kopftest zeigte sich aber, dass das Holz noch einen hohlen Klang abgab. Außerdem war es relativ trocken, fühlte sich fest an und hatte an drei Seiten eine harte Oberfläche.

Erster Schritt war ein grobes Abbürsten des Schmutzes. Drei Seiten des Pfahls sahen ganz gut aus, allerdings war auf der Seite an der die Zaunlatten verschraubt waren, doch einiges Holz ziemlich verrottet.

Hier sieht man auch, warum ich den Zaunpfahl überhaupt mitgenommen hatte: an den Schnittkanten sah das Holz eigentlich noch recht gut aus, auch wenn die Oberfläche recht stark mit Moos bewachsen war.

Um den Zustand des Holzes zu bewerten, wollte ich die Seiten abhobeln. Der erste  Schritt vor dem weiteren Bearbeiten war die Suche nach den Überresten von Nägeln und Schrauben. Und da wurde ich natürlich fündig.

Die meisten Nägel konnte ich mit einer Beißzange herausziehen, aber einige Teile waren abgebrochen und steckten tief im Holz. Da half nur das Aufbohren rund um den Nagelrest um so Platz für das Ansetzen der Zange zu bekommen.

Die Nägel waren relativ einfach herauszubekommen, aber ein Schraubenrest erforderte etwas mehr Arbeit.

Nachdem alle Metallreste entfernt waren, wurde mit der CS70 Tischkreissäge ein Schnitt ca. 1cm neben der Kante gemacht. Da der Zaunpfahl 90x90mm groß war, konnte ich nicht die ganze Höhe auf der Tischkreissäge aufsägen. Die CS70 schafft, wie der Name schon sagt, maximal 70mm.

Der Rest wurde von Hand mit dem Stanley Fuchsschwanz aufgesägt. Dank der groben Bezahnung ging das recht flott von statten.

Deutlich zu erkennen sind die Stellen an denen Schrauben bzw. Nägel im Holz steckten. Dort ist der Verfall des Holzes am stärksten.

Nach dem Aufsägen war dann anhand von Maserung und Geruch des Holzes auch klar, dass es sich hier um Douglasienholz handelt.

Mit diesen beiden Schnitten waren die größten Schadstellen im Holz abgeschnitten.

Ein Blick auf das obere Ende des Zaunpfahls zeigt, wie sich der Zersetzungsprozess von oben entlang der Masterung in die Tiefe gearbeitet hat.

Die Stirnseiten der beiden Hölzer wurde allesamt recht großzügig abgesägt – etwa 3 bis 5cm tief – was dann dieses Bild ergab.

Hier der Blick auf die Oberseite. Hier wurden weitere 4 cm abgesägt, bis die Risse verschwunden waren.

Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, die Seiten abzuhobeln. Mit dem Putzhobel wurde ca 1mm auf allen Seiten abgenommen. Und es kam teilweise ein erstaunlich gut erhaltenes Holz zum Vorschein.

 Und hier ein Blick auf das Ergebnis. Zuerst die Vorderseite mit den Löchern der entfernten Nägel und  Schrauben. Hier geht das schadhafte Holz noch ca. weitere 10-15mm in die Tiefe.

Dann die Rückseite der Zaunpfähle. Ist das Holz sehr gut erhalten und weist kaum Schäden auf.

Das Resultat sind zwei Kanthölzer mit jeweils ca. 50 bzw. 55cm Länge und einem Querschnitt von ca. 75x85mm.  Da lässt sich sicherlich noch etwas draus machen. Was genau das sein wird, weiß ich aber noch nicht.

Fazit

Ein aufschlußreiches Experiment. Wenn sich „gammeliges Holz“ an den Stirnseiten noch als stabil zeigt, dann es durchaus Sinn machen, dieses mit in die Werkstatt zu nehmen.

Außerdem sieht man, dass die Stellen an denen der Zaunpfahl mit Schrauben bzw. Nägeln durchdrungen wird, das Wasser eindringen und sein zerstörerisches Werk entfalten kann. Gleiches gilt für die Stirnseiten. Das sind also die Stellen, an denen konstruktiverHolzschutz ansetzen sollte,

Dieser Zaunpfahl aus Douglasie war rund 30 Jahre alt und dafür hat er sich in meinen Augen erstaunlich gut gehalten.

2 Kommentare zu “Altholz Recycling – Lohnt der alte Zaunpfahl noch?

  1. Moin, gut gemacht 🙂
    Hab Dein „Experiment“ mit Neugier gelesen, wegschmeißen geht immer.

    Schöne Grüße von der Nordseeküste
    Alex

  2. Würde es eigentlich etwas bringen, hätte man die Nägel seinerzeit durch einen Klecks Holzleim getrieben um so eine Art…Füllschütz zu „gewährleisten“? oder wäre das im Laufe der Zeit einfach mit verrottet?

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