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Makita BO6050J – ein Exzenter-Rotationsschleifer

Hier die Kurzvorstellung meines neuen Exzenter-Rotationsschleifers BO6050J von Makita. Es handelt sich dabei um die vierte Schleifmaschine die in meine Werkstatt Einzug hält. „Aber warum das denn?“ – wird sich jetzt so mancher Leser fragen.

Da ich für ein kommendes Projekt einen leistungsfähigen Schleifers mit hohem Materialabtrag suchte, stand die Beschaffung eines Exzenterschleifers mit Zwangsrotation auf dem Wunschzettel. Der Unterschied zu den üblichen Exzenterschleifern liegt darin, dass hier die Schleifscheibe zusätzlich über ein zuschaltbares Getriebe rotiert, egal wieviel Druck man auf die Schleifmaschine ausübt. Bei konventionellen Exzenterschleifern wie dem BOSCH GEX 125-150  kommt es dann zu einem Stillstand der Rotations der Schleifscheibe, es wird nur nur die kleine, exzentrische Rotation ausgeführt. Das hat zur Folge, dass der Materialabtrag dann nur nur sehr gering stattfindet. Für feines Schleifen einer Holzoberfläche vor dem Ölen oder Wachsen ist das OK, wenn man aber z.B. eine alte Lackschicht abschleifen möchte, wird es sehr langwierig.

Nach dem ich drei Schleifmaschinen von BOSCH in meinem Bestand sind, habe ich mich jetzt mit der BO6050J für eine Maschine von Makita entschieden. Der Grund war die Verfügbarkeit (was ja leider heutzutage nicht immer gegeben ist) und die guten Bewertungen, die diese Maschine von anderen Holzwerken bekommen hat. Bezogen habe ich die Maschine über einen ungewöhnlichen Weg. Genauer gesagt habe ich den Schleifer in einem Shop für Garagentore gekauft, da hier der Preis am günstigsten war. Mein Glück war, wie ich später erfuhr, dass die Maschine das Lager für andere Utensilien verlassen sollte.

Lieferumfang

Was bekommt man für sein Geld? Nun, zunächst kommt die Makita BO6050J in einem Makpak-Koffer – dem Makita-eigenen Werkzeugkoffersystem. Das ist schon einmal sehr vorteilhaft für mich, denn in meiner staubigen Garagenwerkstatt kann ich so die Maschine imm gut verstauen.

Darin befindet sich die BO6050 mit bereits montiertem Zubehör wie Schleifteller, Staubabsaugung und Anstoßsschutz. Ein Handgriff liegt bei, ebenso 3 Blätter 150mm Schleifpapier mit 15er Lochung in verschiedenen Körungen. Damit kommt nicht weit, aber zum ersten Ausprobieren des Exzenterschleifers genügt das.

Der Exzenter/Rotationsschleifer

Die BO6050 wird mit einem bereits montierten Schleifteller in mittlerer Härt geliefert. Das ist ein guter Kompromiss und für viele Schleifarbeiten ausreichend. Dennoch werde ich mir noch einen harte Schleifteller besorgen, da dieser beim Anschleifen alter Oberflächen eine geringere Gefahr birgt, unbeabsichtig Dellen ins Werkstück zu schleifen.

Die 15 Löcher im Schleifteller der Maschine lassen eine gute Wirkung der Absaugung erwarten, was sich dann bei den ersten Tests auch bestätigt hat.

Das Gehäuser der Maschine ist absolut tadellos verarbeitet, kein Grate oder Kanten. Im Bereich der Griffe ist das Gehäuse mit einem hochwertigen Gummibelag angenehm zu greifen. Der EIN/AUS Schalter kann bequem mit dem Daumen bedient werden – er rastet mit wenig Kraftaufwand sauber ein.

Die Umschaltung zwischen Exzenterbetrieb mit und ohne Zwangsrotation erfolgt mit einem Drehschalter. Auch dieser lässt sich gut bedienen. Er darf allerdings nur bei Stillstand der Maschine betätigt werden, da im Inneren ein Zahnrad des Plantengetriebes bewegt wird. Und das kann nur im Stillstand sauber einrasten.

Der mitgelieferte Handgriff ist robust, groß und kann wahlweise rechts oder links montiert werden, was für Linkshänder sicherlich ein wichtiger Punkt ist.

Zum Schutz des Schleiftellers ist vorne ein Kantenschutz montiert, der jedoch im Bedarfsfalle abnehmbar ist.

Mit einem großen Druckknopf seitlich am Gehäuse kann die Spindel des Getriebes gesperrt werden. Der Schleifteller lässt sich dann einfach abschrauben – spezielles Werkzeug ist nicht erforderlich.

Der Drehzahlregler ist am hinteren Ende neben dem Netzkabel. Die Drehzahl lässt sich von 1600 bis 6800 U/min regeln.

Zum Anschluß eines Staubsaugers ist eine entsprechende Absaugung montiert, die bei Bedarf ebenfalls demontiert werden kann. Der Anschluß passt auf die üblichen Gummimuffen der Saugschläuche von Festool/Starmix usw.

Das Netzkabel des BO6050 ist ein robustes Gummikabel mit einer Länge von 3m, was einen ausreichenden Bewegungsradius ohne Verlängerungskabel ergibt.

Erste Tests

Der erste Test wurde an einer rauhen OSB-Platte ausgeführt.  Mit voller Drehzahl auf Stufe5 und eingeschalteter Rotation wurde mit 80er Schleifpapier in kürzester Frist rund ein halber Millimeter Material abgetragen.

Der Schwingkreisdurchmesser von 5,5mm zeigt hier in Verbindung mit der zwangsgeführten Rotation seine Wirkung.

Dabei wurden zwei Punkte klar: Mit eingeschalteter Rotation ist die Montage des Zusatzgriffes eigentlich Pflicht – nur so ist die Maschine gut zu kontrollieren. Und mit Rotation und hoher Drehzahl ist die BO6050 beim Schleifen von Holzoberflächen besser zu handhaben als mit einer niedrigen Drehzahl.

Hier wurde testweise eine meiner BOSCH Schleifscheiben montiert. Die Scheiben passen problemlos, allerdings wird auch schnell klar, warum Makita hier Schleifscheiben mit 15er Lochung empfiehlt: durch den hohen Abtrag fällt eine große Menge Schleifstaub an, und da sind 6 Löcher einfach zu wenig als wirkungsvolle Absaugmöglichkeit.

Beim testweisen Abschleifen einer großen Platte Seekiefersperrholz war im Handumdrehen alles glatt wie ein Kinderpopo. Allerdings zeigte hier der Schleifteller dass er doch relativ weich ist. Ich hatte an den Kanten deutlich sichbare Wellen hineingeschliffen. Also Achtung – mit Zwangsrotation ist hier wirklich ein sehr hoher Abtrag zu erwarten! Die zweite Seite wurde mit abgeschalteter Rotation geschliffen – was dann ebenfalls gut gelang – aber eben mit spürbar geringerem Abtrag.

Des weiteren wurden die Zinkenverbindungen an einer kleinen Kiste abgeschliffen. Es handelt sich um Überstände von ca. 0,5mm. Mit der BOSCH GEX125-150 war das immer ein relativ zeitaufändiges Unterfangen. Zudem musste das Schleifpapier mehrfach in der Körung gewechselt werden.

Hier konnte der Makita BO6050 auf Anhieb überzeugen. Mit 120er Körung und eingeschalteter Rotation würde bündig geschliffen, anschließend mit ausgeschalteter Rotation fein nachgeschliffen.

Das Ergebnis überzeugt auf Anhieb. Ein wirklich tolles Ergebnis, fertig zum Aufträgen des Leinöls.

Die Handhabung dieses Rotationsschleifers ist dank des nach hinten geführten Saugschlauches gut, der Ein/Auschalter rastet einfach ein und ist gut zu bedienen.

Fazit

Das erste Fazit zum BO6050 nach diesem kurzen Test: Eine tolle Maschine! Dank des großen 150er Schleiftellers werden auch große Flächen ruck-zuck geschliffen und mit eingeschalteter Rotation werden wirklich große Materialmengen in kürzester Zeit abgetragen.

Für aggressives Abtragen ist diese Maschine definitiv eine Alternative zum Bandschleifer – mit dem Vorteil dass es eben keine lange Riefenbildung gibt. Nichts desto trotz ist ein wenig Gewöhnung an das Schleifen mit eingeschalteter Rotation nötig – die Abtragsleistung ist erheblich höher als bei einem konventionellen Exzenterschleifer.

Und ganz wichtig: Der Einsatz eines hochwertigen Werkstattsaugers (idealerweise Staubklasse M) ist als zwingend zu betrachten. Die erzeugten Staubmengen sind gewaltig, werden aber bei Verwendung der Schleifscheiben mit 15 Löchern sehr gut aufgesaugt. Es bleibt praktisch nichts am Werkstück liegen.

Für das Polieren von Hartöloberflächen kann diese Maschine ebenfalls sehr gut eingesetzt werden.

Der Feinschliff mit ausgeschalteter Rotation ist für viele Fälle ausreichend, aber eben aufgrund des relativ großen Schwingkreises eben doch einen Tick rauher als dies z.B. mit der BOSCH GEX125-150 mit dem kleinen 4mm Schwingkreis der Fall ist.

Die Verarbeitung dieser Maschine „Made in Japan“ ist als hervorragend zu bezeichnen – Haptik und Griffigkeit überzeugen.

Soweit das erste Fazit zu diesem Neuzugang in meiner Werkstatt. Ich werde über den weiteren Einsatz bei den kommenden Projekten berichten.

 

 

5 Kommentare zu “Makita BO6050J – ein Exzenter-Rotationsschleifer

  1. Hallo Wolfram,
    Ich nutze diese Maschine schon seit Jahren und bin immer noch sehr zufrieden.
    Als Schleifmittel nutze ich das Gittervlies von Mirka mit der entsprechenden Klettauflage. Das klappt auch hervorragend.
    Viel Spaß damit und beste Grüße
    Frank

    • Hallo Frank, Danke für den Tipp. Das Mirka Schleifflies werde ich dann mal testen. Aktuell habe ich eine Menge BOSCH Scheiben die ich bei einer Betriebsauflösung für wenig Geld ergattern konnte. Aber wie gesagt mit der 6er Lochung nicht optimal für diese Makita.

  2. Makita ist wirklich super, ich habe die selbe Schleifmaschine und diese funktioniert nun schon jahrelang ohne Probleme. Kaufe fast alle E-Werkzeuge von Makita und wurde bis jetzt nie unangenehm überrascht.

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