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Wie ich meine Elektrowerkzeuge aufbewahre und pflege

Eine Diskussion über Werkstatteinrichtungen und die Aufbewahrung von Elektrowerkzeugen hat mich zu diesem Artikel veranlasst. Hier folgen meine Erfahrungen zu Aufbewahrung und Pflege von Elektrowerkzeugen.

Da man im Laufe der Zeit doch ein ganz stattliches Sümmchen in seine Werkzeuge investiert, möchte man diese ja auch möglichst lange funktionsfähig halten.

Meine Werkstatt

Meine Holzwerkstatt ist nicht sehr groß. Eigentlich ist es nur eine etwa 15qm große Werkstattecke in einer Doppelgarage, in der auch noch Fahrräder, Gartengeräte, Gartenbauutensilien und eine Menge sonstiger Kram untergebracht sind.

Die Garage ist leider ungeheizt und ungedämmt, d.h. im Sommer recht warum und im Winter sehr kalt. Diese Temperaturschwankungen führen natürlich dazu dass sich schnell kondensierende Feuchtigkeit bilden kann.

Elektrowerkzeuge aufbewahren

Viele Elektrowerkzeuge werden in der Schachtel geliefert, die natürlich am Ende zum Aufbewahren der Maschinen nach Gebrauch nicht wirklich geeignet sind.

Die etwas höherwertigen Werkezeuge werden oftmals mit einem Plastikkoffer geliefert. Der ist dann zum Aufbewahren besser geeignet, ist aber was die Haltbarkeit betrifft nicht unbedingt für den häufigen Einsatz tauglich.

Casals im Koffer

Durch die Werkzeuge von Festool und Makita war der Tanos Systainer das erste Behältersystem welches hier bei mir Einzug gehalten hat. Diese Behälter sind recht leicht, können übereinander gestapelt und ggf. miteinander verbunden werden.

Und obwohl ich mit meinen Werkzeugen eher selten außerhalb meiner Werkstatt arbeite bewahre ich meine Elektrowerkzeuge trotzdem nahezu vollständig in entsprechenden Koffern und Kästen auf. So sind diese einfach vor Schmutz und Staub geschützt und das notwendige Zubehör ist auch immer griffbereit.

Später mit dem Kauf von einigen blauen BOSCH Werkzeugen wie z.B. dem GEX 150 Exzenterschleifer kamen dann auch die ersten LBOXX-Kästen in meine Werkstatt. Diese sind deutlich größer als die Systainer und haben in meinen Augen eine bessere Handhabung dank der seitlichen Griffmulden.

Aber jetzt alle meine Werkzeuge in einem einheitliches Koffersystem unterzubringen ist in meinen Augen nur etwas für Profis, die wirklich ständig mit Ihrem Elektrowerkzeug unterwegs sind. Nichts desto trotz ersetze ich defekt gewordene Kunststoffkofferdurch Systainer oder LBOXXen – je nach dem welches Werkzeugkoffersystem günstig zu kaufen ist.

Elektrowerkzeuge pflegen

Das schlimmste was man seinen Elektrowerkzeugen antun kann: Nach Gebrauch mit allem Schmutz und Staub einfach in die Kiste stecken und für die nächsten 12 Monate irgendwo unter der Werkbank stehen lassen.

Die Folge: Schmutz und Staub enthalten Salze und Mineralien. Salze und Mineralien ziehen Feuchtigkeit an. Feuchtigkeit bringt Korrosion und Rost auf Metallteilen. Und schon sieht das teuere Elektowerkzeug unansehenlich aus, werden die Stellschrauben schwergängig und bekommen die Führungen Flugrost.

Bei vielen Tipps zur Werkzeugpflege wird der Einsatz von Pressluft zum Reinigen von Werkzeugen empfohlen. Das ist zwar weit verbreitet, aber ich persönlich rate insbesondere bei Elektrowerkzeugen davon ab. Und das aus mehreren Gründen: Erstens bläst man so unter Umständen den ganzen Dreck noch tiefer ins Innere des Elektrowerkzeuges, wo es dann noch mehr Probleme wie Lagerverschleiß, Überhitzung der Wicklung usw. verursachen kann. Zweitens wird gerade bei Holz- und Mauerwerksstaub so eine wunderbare Feinstaubmischung in der Werkstatt erzeugt, die stundenlang in der Luft hängt und die Atemluft unnötig belastet. Das muss nicht sein.

Deshalb reinige ich meine Elektrowerkzeuge nach Gebrauch wenn immer möglich zunächst durch Absaugen mit dem dem Werkstatt-Staubsauger. So wird der lose Schmutz auch aus schwer zugänglichen Ritzen vollständig entfernt, ohne dass der ganze Dreck in die Luft wirbelt.

Anschließend benutze ich zum Abwischen der Geräte ein Microfasertuch von Scotchbrite. So ein Tuch kostet nicht viel und nimmt den Staub aber viel besser auf als ein gewöhnlicher Lappen. Dabei habe ich immer ein feuchtes und ein trockenes Microfastertuch zur Hand. Ich kann nur jedem Holzwerker empfehlen so ein Microfasertuch einmal auszuprobieren.

Ein weiteres Microfasertuch habe ich mit einem guten Werkzeugöl von Balistol getränkt. Damit wische ich nach getaner Arbeit die Metallteile der Werkzeuge ab, um diese vor Rost zu schützen. Und damit sich der Lappen nicht entzünden kann, wird dieser in einer Blechdose mit Deckel aufbewahrt.

Moderne Lithium Akkus richtig pflegen

Zum Schluß noch ein paar Worte zum Thema Akkuwerkzeuge. Der entscheidende Punkt um mit einem Akkuwerkzeug lange Freude zu haben ist ein leistungsfähiger Akku. Deshalb sollte man auch seinen Akkus ein wenig Pflege angedeihen lassen.

Allerdings kann man hier einiges falsch machen und so die Leistungsfähigkeit bzw. Lebensdauer eines Akkupacks dramatisch verkürzen.

Priorität Nummer Eins: Die Kontakte und die Steckverbindungen der Akkus immer sauber halten. Diese nur mit trockenem Microfasertuch abwischen, niemals mit einem feuchten Lappen! Groben Schmutz ggf. mit einer kleinen Bürste entfernen!

Priorität Nummer Zwei: Bei der Lagerung der Akkus sollten hohe Temperaturen ausgeschlossen werden. Ein Lithium-Ionen-Akku sollte niemals im Auto in der prallen Sonne liegen, vor allem dann nicht, wenn er voll geladen ist. Wird so ein voll geladener Akku extremen Temperaturen ausgesetzt und stark erhitzt, verliert er umgehend seine Kapazität. Grund ist die Chemie im Inneren der Akkus, die in geladenem Zustand deutlich sensibler ist und dann irreversiblen Schaden nimmt.

Aus dem gleichen Grund sollten auch Akkus, die über längere Zeit nicht genutzt werden, nur mit ca. 30% der Kapazität aufgeladen sein. Da moderne Akkus ja in der Regel über eine Ladezustandsanzeige verfügen kann man dies recht einfach prüfen.

Idealerweise leuchtet nur eine oder maximal zwei der Leuchtdioden am Akku bevor dieser zusammen mit der Maschine eingelagert wird.

Unabhängig davon altern Lithium-Akkus wegen der chemischen Vorgänge im Innern aber dennoch wenn diese nicht benutzt werden, wenn auch nicht so schnell.
Es ist daher sinnvoll, möglichst nur eine geringe Zahl von Akkus des gleichen Systems in seinen verschiedenen Akkuwerkzeugen zu benutzen. So kann man den maximalen wirtschaftlichen Nutzen aus der Lebensdauer eines Akkus ziehen und auch die Anzahl der Ladegeräte bleibt so überschaubar.

4 Kommentare zu “Wie ich meine Elektrowerkzeuge aufbewahre und pflege

  1. Schön zusammen gefasst. Vielen Dank.

    Eine Frage habe ich hierzu: “ Nichts desto trotz ersetze ich defekt gewordene Kunststoffkoffer durch Systainer oder LBOXXen – je nach dem welches Werkzeugkoffersystem günstig zu kaufen ist.“

    Gibt es die Boxen denn mit passendesn Einlagen für dein vorhandenes Werkzeug? Bastelst du dir was passendes? Oder sind und bleiben die leer und das Werkzeug liegt loose drin?

    • Da mache ich mir Einlagen aus Schaumstoff. Ideal geeignet sind diese Platten aus PE-Schaum in denen viele Computer-Monitore aus China verpackt sind. Die lassen sich mit einem Cutter gut schneiden und sind ausreichend formstabil. Werkzeug drauflegen, umriss anzeichnen, ausschneiden, fertig.

      • Das ist ja mal einer der allerallerallerbesten Tipps, die ich jemals im Netz bekommen habe. Vielen Dank 🙂

  2. Ich habe mir dieses Artikel durchgelesen und es sind wirklich sehr hilfreiche Tippt dabei. Auf die Tipps werden wir ab jetzt achten, den unser Umzugsunternehmen aus Berlin benutzt sehr viele Elektrowerkzeuge und die sollen ja einiges aushalten und gut bewahrt sein.

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