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Multitool in der Holzwerkstatt einsetzen

Seit einiger Zeit habe ich ein oszillierendes Multitool in meiner Werkstatt im Einsatz – den Unimaster 550 SLM von BTI Befestigungstechnik.

Dabei habe ich einige Erfahrungen gesammelt, die ich hier weitergeben möchte.

Auswahl eines Multitools

Oszillierende Multittools sind im gewerblichen Handwerk weit verbreitet, finden aber auch bei den Heimwerkern zunehmend Verbreitung. Dabei gibt es wie bei allen anderen Werkzeugen auch eine breite Spanne was Qualität und Preis betrifft. Einfache Geräte gibt es schon für weniger als 80 EUR beim Lebensmitteldiscounter/Baumarkt, Geräte der Mittelklasse liegen so um die 120-200 EUR, die hochwertigen Geräte beginnen im Preisbereich ab ca. 250 EUR – Preise jeweils ohne Zubehör.

Die Wattzahl der Geräte ist beim Einsatz in der Holzwerkstatt nicht ganz so entscheidend. Hier sind in vielen Fällen 350W mehr als ausreichend. Mein BTI Gerät hat 500 Watt – also eigentlich schon fast überdimensioniert.

Aber worauf kommt es dann beim Kauf eines Multitools wirklich an? Es ist die Verfügbarkeit der entsprechenden Werkzeuge!

Der entscheidende Punkt ist daher die am Gerät verbaute Sägeblattaufnahme. Hier sollte man unbedingt darauf achten, ein Markengerät mit einer standardisierten Aufnahme zu kaufen. Ein Beispiel hierfür ist das neue, von den Firmen BOSCH und FEIN gemeinsam entwickelte „Starlock“-System. Gerade bei den Billiggeräten aus dem Baumarkt werden teilweise exotische Aufnahmen verbaut, die in keinster Weise genormt sind. In der Folge kann man neue Sägeblätter nur dort kaufen wo es auch die Maschine gibt, wenn diese in wenigen Jahren überhaupt noch erhältlich sind.

Der Unimaster500 von BTI benutzt das Starlock-System. Dieses System bietet derzeit ein sehr breites Zubehörsortiment – sowohl von BOSCH und FEIN als auch von zahlreichen anderen Marken wie eben BTI.

Die Sägeblätter

Im folgenden beschreibe ich vor allem meine Erfahrungen beim Einsatz des BTI Unimaster 550 SLM in der Holzwerkstatt. Ich habe mir zur Maschine deshalb vor allem solche Starlock-Sägeblätter besorgt, die für die Bearbeitung von Holz und Holzwerkstoffen geeignet sind.

Dies sind zum einen die BTI Tauchsägeblätter für Holz und das FEIN E-Cut Blatt mit Japanverzahnung. Diese beiden Blätter sind definitiv nur für Holz und Holzwerkstoffe geeignet. Alle anderen Werkstoffe lassen diese Sägeblätter sehr schnell abstumpfen.

Das FEIN E-Cut Sägeblätt hat sich dabei schnell zu meinem absoluten Favoriten entwickelt. Es sägt extrem schnell und mit sehr sauberen Schnittkanten. Meine absolute Empfehlung für jeden Holzwerker. Hier ein kurzes Video zum anklicken:

Zum anderen habe ich verschiedene Sägeblätter für Holz, Leicht- und Buntmetall und für harte Eisenwerkstoffe beschafft. Die Rot markierten Sägeblätter nennen sich zwar „wood & metall“ sind aber nicht für Eisenwerkstoffe geeignet. Alu, Kupfer, Messing usw. funktionieren wunderbar mit den roten Sägeblättern, aber schon eine Spanplattenschraube geht damit nicht mehr. Leider wird auf diesen Umstand in vielen Produktbeschreibungen nicht hingewiesen und dann wundert sich der Heimwerker warum das teuere Mutitool schon mit einer simplen Schraube an seine Grenzen kommt.

Für Schrauben, Bolzen und andere Eisenbauteile muss auf das blaue „metal“ Sägeblatt zurück gegriffen werden. Diese Sägeblätter sind gehärtet und haben eine andere Zahngeometrie, sodass auch Schrauben kein Problem sind. Hier ein kurzes Video zum anklicken:

Dass beim Sägen von gehärteten Schrauben die Funken fliegen ist übrigens normal.

Und interessehalber habe ich dann noch verschiedene Segment-Sägeblätter besorgt. Dies sind zum einen die roten „wood & metal“ Bi-Metall-Sägeblätter mit normalen HSS-Zähnen sowie je ein Blatt mit nitrierten Zähnen, mit Kupferkorundt und Diamant. Diese Blätter werden als „Multi-Use“ angeboten und sollen für fast alle Werkstoffe geeignet sein.

Hier muß ich sagen, dass die roten Sägeblätter für Holzwerkstoffe gut funktionieren, das Sägeblatt mit den nitrierten Zähnen ebenfalls. Die anderen beiden Sägeblätter mit den Schleifkörnern können zwar auch in Holz eingesetzt werden, aber diese schmirgeln sich eher durch das Material als dass diese wirklich sägen – sind also eher für Stein, Keramik, Metalle, etc,

Auf die richtige Schwingungszahl achten

Die Sägeblätter für ein Multifunktionstool sind zwar sehr robust, können aber bei falscher Handhabung schnell ruiniert werden. Ein oszilierendes Sägeblatt erhitzt sich beim Arbeiten und kann somit durchaus überhitzen und blau anlaufen. Die Schärfe ist damit dahin!
Deshalb sollte man auf die maximalen Schwingungszahlen achten, für die ein Sägeblatt zugelassen ist. Die meisten Holzssägeblätter dürfen nur mit 2/3 der Drehzahl betrieben werden. Entsprechende Hinweise finden sich auf dem Sägeblatt bzw. auf dessen Verpackung.

Gute Multitools wie der BTI Unimaster 550 verfügen daher über eine entsprechende Drehzahlregelung, um das jeweilige Sägeblatt optimal einsetzen zu können.

Die Leistung kann beim BTI Unimaster 550 in den üblichen Stufen von 1 bis 6 eingestellt werden – wobei für Holz Stufe 4 das sinnvolle Maximum darstellt.

Tipps für den praktischen Einsatz

Um das Werkzeug sicher führen zu können, sollte man das Sägeblatt immer so an der Maschine montieren, dass dieses sicher geführt werden kann. Das kann durchaus auch bedeuten, ein Sägeblatt im Winkel an der Maschine zu fixieren.

Wenn man tiefe Tauchschnitte machen möchte, empfehle ich einen Holzklotz als Führungshilfe zu benutzen. So ist sichergestellt, dass der Schnitt senkrecht wird und nicht seitlich verläuft.

Um bündige Schnitte an Innenkannten auszuführen, hat sich das Segmentsägeblatt bewährt. Es kann absolut bündig an der Kante geführt werden. Dieser gebrochene Schubladenboden war so schnell unkomplizert herausgetrennt.

Gerade bei Montage- und Reparaturarbeiten ist das Multitool in Verbindung mit den richtigen Sägeblättern ein echter Zeitsparer und Problemlöser.

Die Nachteile

Einen gravierenden Punkt beim Einsatz von oszillierenden Multitools wie dem BTI Unimaster 550 in der Holzwerkstatt möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: Die nicht unerhebliche Staubentwicklung. Da die Sägeblätter nur eine feine Zahnung haben, entsteht sehr feines Sägemehl – und das in nicht unerheblichen Mengen.

Eine integrierte Absaugung ist systembedingt nicht zu realisieren. Wenn man in der Wohnung mit dem Multitool arbeiten muss, sollte ein Helfer mit Staubsauger bereit stehen um direkt an der Maschine absaugen zu können.

Mein Fazit

Ein oszillierendes Multitool gehört zwar nicht unbedingt zu den unverzichtbaren Werkzeugen in der Holzwerkstatt, aber es ist bei einer ganzen Reihe von Aufgabenstellungen ein echter Problemlöser. Gerade wenn es um randnahe oder bündige Schnitte bei der Möbelreparatur geht, ist der Einsatz in der Holzwerkstatt eine große Hilfe. Beim Kauf einer solchen Maschine für den Holzwerker empfehle ich von den relativ teueren Komplett-Sets abstand zu nehmen, da diese zwar viele Zubehörteile enthalten, aber nur die wenigsten davon sind wirklich für  die Holzbearbeitung geeignet. Lieber eine Solo-Maschine und dann die entsprechenden Holz-Sägeblätter nach Bedarf separat dazu kaufen.

Zum Schluß möchte ich der Firma BTI Befestigungstechnik danken, die mir den Unimaster500 SLM im Systainer für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat.

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7 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,

    prima Bericht. Das Gerät scheint Baugleich mit dem Bosch GOP 55-36 Professional zu sein.

    Der hat das gleiche Äußere und die gleichen technischen Daten.

    Ich habe gerade erst einen Fein Multimaster geordert. Die etwas kleinere Ausführung mit 350 Watt, aber auch mit Starlock Plus. Hoffe doch er kommt bald an.

    Gruß Karsten

    Antworten
  2. Hans-Dieter

    14/01/2018 @ 08:06

    Hallo Wolfram,
    vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich habe schon längere Zeit einen Fein Multimaster im – gelegentlichen – Einsatz, werde aber nach deinem Bericht wieder häufiger auf das Gerät zurückgreifen.

    Antworten
    • Hallo Hans-Dieter, ich empfehle Dir unbedingt mal die Fein-Blätter mit Japanverzahnung auszuprobieren. Für Holzarbeiten einfach unübertroffen in meinen Augen

      Antworten
  3. „Gerade bei den Billiggeräten aus dem Baumarkt werden teilweise exotische Aufnahmen verbaut, die in keinster Weise genormt sind“

    Du sagst es… Ich habe vor einiger Zeit ein Tool im Discounter erworben und neben der geringen Leistung, war auch das ein großes Manko! Grüße

    Antworten
  4. Trunk Manfred

    20/01/2018 @ 15:20

    Hallo,Wolfram !
    Auch bei mir arbeitet ein Fein Multimaster schon seit Jahren.
    Dieser hat seine Anschaffungskosten,bei mir, in der Nachbarschaft und Bekanntenkreis, schon hereingearbeitet.
    Sei es kaputte Fliesen entfernen,Laminat verlegen,oder Türstock anpassen.
    Tipp von mir,bleib bei den Sägen und Zubehör bei Fein,die sind wirklich ihr Geld wert.
    Gekauft habe ich ihn damals,bei der Firma Schrade in Neckarsulm.
    Mfg: Manfred

    Antworten
  5. Pingback: Multitool in der Holzwerkstatt einsetzen - kreativ-welt.de

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