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Beistelltisch aus Buche – Teil 1

Hier folgt nach langer Zeit wieder einmal ein Möbelprojekt – der Bau eines Beistelltisches aus Buchenholz.

Das Projekt ist gedanklich schon länger in meinem Kopf gereift, daher habe ich auf eine weitergehende Planung verzichtet und recht spontan mit dem Bau begonnen.

Der Bau dieses Beistelltisches wurde notwendig, nachdem der erste Beistelltisch mit Schublade den ich in 2015 gebaut hatte, von einem meiner Söhne zum TV-LowBoard für seine Studentenbude umfunktioniert wurde.

Und dann war von diversen Möbelprojekten noch eine Menge von kleineren Reststücken 20mm starken WIBEBA-Leimholzes übrig, die ich einer sinnvollen Verwendung zuführen wollte.

Ausgangspunkt ist diese kleine Planskizze, mit der ich mir kurz die wichtigsten Maße vergegenwärtigt habe. Die zentralen Abmessungen habe ich vom Vorgängertisch übernommen, da sie sich bewährt haben. Breite 70cm, Tiefe 40cm und Höhe der Tischplatte 55cm.

Einzig für die Beine hatte ich nichts passendes herumliegen, weshalb ich eine dicke Bohle Buchenholz mit 80*270mm Querschnitt auftrennen mußte.

Das Ablängen erfolgte mit dem Fuchsschwanz, die restliche Bearbeitung dann auf der Tischkreissäge. Das Ergebnis waren dann diese Kanthölzer mit 40*40mm.

Weiter geht es mit dem Zuschnitt der Seitenwangen. Hier das WIBEBA Leimholz mit durchlaufenden Lamellen. Dabei gilt es zu beachten, dass dieses Leimholz eine A-Seite („schöne“ Seite) und eine B-Seiten (weniger schöne Seite) hat. Die A-Seite ist die Seite, auf welcher die Folie mit dem WIBEBA Schriftzug bedruckt ist.

Die Wangen sind hier 12cm hoch. Damit es später keine Probleme mit den Passungen gibt, werden alle vier Teile mit der gleichen Einstellung in einem Durchgang auf der Tischkreissäge zugeschnitten.

Die Verbindung zwischen den Tischbeinen und den Seitenteilen erfolgt mit den größtmöglichen Domino-Dübeln die da passen – hier also die 8*40mm. Alle Domino-Schlitze werden direkt nach dem Sägen gefräst bevor irgend welche anderen Bearbeitungsschritte erfolgen. Der Anschlag der Dominofräse wird auf eine Materialstärke von 20mm eingestellt, die Frästiefe auf 15mm. Hier das Ergebnis:

Weiter geht es mit dem Testen der Passungen. Dazu verwende ich „Test-Dominos“ die ein wenig dünner geschliffen sind, um die Teile hinterher auch wieder auseinander zu bekommen.

Damit ist der Korpus fertig zum verleimen. Vorher müssen aber noch die Tischbeine Ihre Domino-Schlitze gefräst bekommen.
Hier kommt jetzt der kleine Kniff, um die Seitenwangen um ca. 4mm weiter nach Innen zu versetzen. Der Anchlag der Domino-Fräse wird von 20 auf 28mm umgestellt. Auf diese Weise sitzt der Fräser jetzt 4mm weiter unten und so ergibt sich später der gewünschte Effekt einer zurückgesetzten Wange.

Mit einer einfachen und schnell aus Holzresten improvisierten Vorrichtung habe ich danach die zulaufenden Enden der Tischbeine gesägt. Der Querschnitt verjüngt sich dabei von 40*40mm auf 25*25mm.

Ein kurzes Video davon habe ich bei Instagram eingestellt.

Tapered legs on a Festool CS70 using a simple jig #festool #woodworking #furniture #beistelltisch #sidetable #timelapse #iphone

Ein Beitrag geteilt von Wolfram Herzog (@holzundleim) am

Die Schnittflächen der Verjüngung habe ich dann mit dem Exzenterschleifer geglättet. Hier habe ich  seit langer Zeit wieder einmal den kleinen Festool Rotex90 eingesetzt.

Der hat zwar eine gute Abtragsleistung, ist aber wegen des kleinen Schleiftellerdurchmessers von nur 90mm mit Vorsicht zu benutzen, um keine Dellen ins Holz zu schleifen.

Letzter Schritt dieser Baustufe war das Verleimen des Korpus. Da später an den Stirnseiten des Beistelltisches Schubladen sitzen sollen, werden die Schmalseiten von zwei 40mm breiten Querriegeln gebildet. Das Holz dafür sind die übrig gebliebenen Abschnitte vom Zusägen der Tischbeine, die ich mit dem Juuma Hobel No.5 auf 20mm heruntergehobelt habe.

 Und das Endergebnis dieses Werkstatt-Wochenendes ist ein erstaunlich stabiler Rahmen für das Tischgestell. Hier zeigt sich das 20mm starke Buchenleimholz gefühlt deutlich stabiler als das gegezinkte 18mm Material aus dem Baumarkt, das ich seinerzeit beim ersten Beistelltisch verwendet hatte.

Beim nächsten Mal geht es mit dem Verleimen der Beine und dem Vorbereiten der Schubladen weiter.

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3 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,

    bin gespannt wie es weiter geht. Der Trick mit der Domino ist genial da hätte ich auch einfach mal selber drauf kommen können.

    Gruß Felix

    Antworten
    • Ja, auf diese Idee hatte mich vor längerer Zeit eine Fehleinstellung an der Domino-Fräse gebracht. Damals war das eine Fehlfräsung, aber wenn man es bewusst einsetzt, ist es eine hilfreicher kniff.

      Antworten
  2. Lieber Wolfram,

    schönes Projekt! Ich finde es toll, dass du vor der Umsetzung eine Skizze beigefügt hast, dann kann man besser nachvollziehen, wie aus einer Idee ein Möbelstück wird. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    Liebe Grüße, Julia von wolfcraft

    Antworten

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