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Ein Hobelknecht in einfacher Bauweise

Der Hobelknecht ist ein einfaches Hilfsmittel um das Bearbeiten von kleinen und dünnen Hölzer mit dem Hobel zu erleichtern.

Hier stelle ich diese nützliche, leider aber vielen Holzwerkern unbekannte Vorrichtung, vor.

Der Hobelknecht kommt eigentlich aus dem Instrumentenbau. Zumindest bin ich bei einem Besuch in der Werkstatt eines Orgelbauers in der Schweiz darauf aufmerksam geworden. Er dient dazu, sehr kleine und vor allem sehr dünne Brettchen und andere Holzteile zu fixieren, damit diese gehobelt werden können.

Natürlich ist der Hobelknecht des Instrumentenbauers ein viel schöneres Utensil als meine hier vorgestellte Konstruktion. Dort war für die Platte ein dunkles Edelholz verwendet, die Anschläge aus einem kontrastierenden Holz und sauber gefast, alle Oberfläche mit Öl behandelt und poliert.

Dabei ist der Hobelknecht ein ganz einfaches Ding: Ein Brett mit einem flachen Anschlag über Eck das in die Vorderzange der Hobelbank eingespannt wird. Ich habe daher eine ganz einfache Bauweise mit Material das ich gerade in der Werkstatt hatte, realsierit.

Zur Vervollständigung gehört noch ein verstellbares Brettchen mit einer V-Kerbe dazu. Da dieses Haltebrettchen ebenfalls sehr dünn ist, sollte man hier ein langfasiges Hartholz benutzen. Ich habe hier einen alten, abgebrochenen Eschenholzgriff einer Spitzhacke aufgesägt und auf ca. 4mm Stärke ausgehobelt.

Beim originalen Hobelknecht wird dieses Haltebrettchen mit einem kleinen Werkstückniederhalter ähnlich dem Veritas Surface Clamp befestigt. Das Teil des Orgelbauers aus poliertem Messing war mir aber viel zu teuer und der Veritas Niederhalter ist für so kleine Werkstücke deutlich zu groß.

Ich habe daher ganz einfach eine Reihe von M6 Einschlagmuttern von unten in die Bohrungen eingebracht, in welche ich dann von oben eine M6-Inbusschraube mit Unterlegscheibe eindrehe.

Damit wird das Haltebrettchen mit einem Langloch fixiert.

Mein vorderer Anschlag ist ein 4mm starker Streifen aus Buchenholz, den ich mit Weißleim aufgeklebt habe. Wenn man rechtwinklige Holzteile hat, die man zudem auch nur Längs zur Faser hoeln möchte, genügt es, das Holz einfach nur an den Anschlag zu legen.

Sobald man aber auch diagonal zur Faser hobeln möchte, ist das Haltebrettchen unverzichtbar. Siehe das Bild am Anfang des Artikels.

Gerade auch bei kleinen, unregelmäßig geformten Holzteilen zeigt der Hobelknecht was in ihm steckt. Einfach das Werkstück in den Ecke des vorderen Anschlags legen, dann das Haltbrett bündig heranschieben und festschrauben. Fertig!

Die Teile lassen sich schön in jeder Lage fixieren und es kann auch ein stärkerer Span abgenommen werden.

Die Platte meines Hobelknechtes ist ca. 70*40cm und besteht aus 20mm starkem Multiplex. Die vordere Leiste zum einklemmen in die Vorderzange ist geschraubt und mit Weißleim geklebt.

So ein Hobelknecht ist schnell gebaut und kann aus den üblichen Holzresten hergestellt werden. Für das Hobeln kleiner Brettchen z.B. für den Schatullenbau möchte ich diesen kleinen Helfer nicht mehr missen.

Eine wichtige Voraussetzung damit der Hobelknecht auch Spaß macht: Ein Putzhobel mit einem scharfen, wenn möglich am besten mit einem „sauscharfen“ Hobeleisen! Dann gelingen auch die feinsten Späne, die man für präzises Arbeiten braucht.

 

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