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Sinnvoller Arbeitsschutz für Holzwerker

Das Thema „Arbeitsschutz“ wird je nach Gemüt des Holzwerkers ganz unterschiedlich gehandhabt. Manche Holzwerker ignorieren das Thema komplett, andere wiederum rüsten sich zwar aus, aber mit untauglichen Mitteln.

Hier stelle ich die drei wichtigsten Elemente meiner persönliche Schutzausrüstung vor, die ich beim Holzwerken einsetze.

Grundsätzliches zum Arbeitsschutz

Ich betrachte hier einmal die drei elementarsten Risiken beim Holzwerken – umherfliegende Partikel, Lärm und hautschädliche Substanzen. Das bedeutet für mich den Einsatz von Schutzbrille, Gehörschutz und Handschuhen.

Die Augen schützen

Das Thema Arbeitsschutz für die Augen ist in meinen Augen das mit der höchsten Priorität. Hier erlittene Verletzungen sind oftmals nicht mehr rückgängig zu machen und können zu einer schweren Beeinträchtigung der Sehkraft führen!
Deshalb ist eine Schutzbrille immer dann unverzichtbar, wenn man mit elektrisch betriebenen Maschinen arbeitet. Beispiele hierfür sind Oberfräse, Kreissäge, Schleifmaschinen. Dort sind Werkzeugschneiden die mit hoher Drehzahl rotieren und die deshalb unerwartet kleine und große Teilchen in Richtung des Benuzters schleudern können.
Alle Werkzeug die mit der Hand betrieben werden, wie z.B. Hobel, Beitel, Fuchsschwanz-Sägen usw. haben hingegen kaum ein Risiko, dass es hier zu unerwartet umherfliegenden Teilen kommt.

Da ich Brillenträger bin, habe ich eine „Grundsicherung“ quasi immer auf der Nase. Das reicht mir für das Arbeiten an der Kreissäge oder beim Bohren. Wenn ich allerdings mit Werkzeugen mit schnell drehenden Schneiden wie z.B: einer Oberfräse oder dem Dremel DSM20 arbeite, dann setze ich immer eine spezielle Schutzbrille mit einem seitlich geschlossenen Sichtfeld auf.

Mein Favorit ist dabei die UVEX i-vo 9160 mit klaren Gläsern. So ist sichergestellt dass auch beim seitlichen Positionen zum Werkstück keine Partikel ins Auge kommen können.

Das Gehör schützen

Ein guter Gehörschutz ist definitiv die zweite Priorität beim Arbeitsschutz. Schwerhörigkeit ist eine der am meisten verbreiteten Arbeitskrankheiten in den unterschiedlichsten Berufen. Nun ist man zwar als Hobbyholzwerker nicht der gleichen Lärm-Intensität ausgesetzt wie ein Profi-Handwerker, aber spätestens wenn einem nach der Arbeit mit der Oberfräse die Ohren klingeln, sollte auch der Holzwerk handeln.

Ich selbst hatte Anfangs mit preiswerten Ohrstöpseln gerarbeitet. Diese sind schon für Cent-Beträge zu bekommen und bei gelegentlichem Bedarf sicher ausreichend.

Sobald man aber häufiger zum Gehörschutz greift, ist die Investition in einen Kapselgehörschutz sinnvoll. Dieser bietet nach meiner Ansicht einen wesentlich besseren Tragkomfort und ist schneller aufgesetzt als die Ohrstöpsel. Nachdem ich anfänglich ein mittelpreisiges Modell aus dem Baumarkt gekauft hatte bin ich dann aber schnell zu einem etwas höherpreisigen Profi-Gehörschutz gewechselt.

Auch ist der Kapselgehörschutz deutlich hygienischer weil da nicht das Ohrschmalz aus dem Gehörgang dran kommt.

Die Haut schützen

Der dritte Bereich des Arbeitsschutzes ist der Schutz der Haut beim Umgang mit Klebstoffen, Lacken, Lösungsmitteln usw. Auch beim Arbeiten mit den verschiedenen Holzölen sollte man seine Haut schützen!
Dieses Problem löst sich sehr einfach und preiswert lösen, in dem man in der Werkstatt eine Packung passender Einweghandhandschuhe bereit hält.

Beim Kauf sollte man allerdings darauf achten, die richtige Größe zu kaufen. Sind Einweghandschuhe zu klein, dann zerreißen diese beim Anziehen. Sind sie zu groß, bilden sich Falten und das „Fingerspitzengefühl“ geht verloren.

Arbeitsschutz kaufen

Wie auch bei den Werkezeug Arbeitsschutz empfehle ich den Kauf bei einem Profi-Händler mit einem guten Sortiment von Arbeitsschutzmitteln. Warum? Weil ein billiger Arbeitsschutz meistens einen schlechten Tragkomfort hat. Und was ist die Folge? Man benutzt diesen Schutz meist schon nach kurzer Zeit nicht mehr – und damit ist das Ziel verfehlt.

Meine Empfehlung

Gerade beim Arbeitsschutz sollte man nicht an der falschen Stelle sparen!
Man kaufe unbedingt hochwertige, bequeme Schutzmittel mit hohem Tragekomfort!

 

14 Kommentare

  1. Wer aus Faulheit und Ignoranz auf den Arbeitsschutz verzichtet, braucht sich danach auch nicht über fehlende Finger und kaputte Augen zu beschweren.

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  2. Magst Du noch die Bezeichnung der Brille anführen (CYCLE?)?
    Du trägst die dann über Deiner Brille?
    Für mich als Brillenträger ist es gar nicht so leicht, eine gute Schutzbrille zu finden. Ich trage momentan eine Zekler 25 HC, die gut aber auch nicht perfekt ist (meine Schwiegervater hat die perfekte, aber ohne Typenbezeichnung finde ich die nirgends)

    Noch ein Tipp zu den Einmalhandschuhen: Oft ist ein Nitril-Handschuh besser geeignet, weil gilt (Wikipedia): „Während Latex-Handschuhe gute Beständigkeit gegen viele Säuren und Laugen aufweisen, sind sie durchlässig für Öle und viele Lösungsmittel. Nitril-Handschuhe sind gegen viele Chemikalien beständiger, besonders gegen Öle, aber ebenso durchlässig für viele Lösungsmittel wie z. B. Aceton oder Dichlormethan.“

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    • Hallo Philipp, ich benutze da die UVEX i-VO Brille – Typ 9160. Mit der bin ich sehr zufrieden, weil sie einstellbare Bügel hat. http://amzn.to/2qTMy5t
      Außerdem ist das Glas recht kratzfest – habe jetzt erst die zweite Brille in meiner Holzwerkerkarriere. Ich trage die nicht über meiner Brille, weil ich im Bereich bis ca. 70cm auch ohne Brille gut sehen kann. Die optische Brille brauche ich für die Ferne und zum Autofahren.
      Es gibt auch Brillen die man über die normale Brille drüberziehen kann – ich habe da eine ganz Gute vor Jahren von Würth geholt – ich find die nur grad nicht.
      Bei den Einweg-Handschuhen hab ich gerade mal nachgesehen – das sind in der Tat Vinyl-Einweg-Handschuhe die mir meine Frau zuletzt aus dem Supermarkt mitgebracht hat.

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  3. Wieder ein guter Beitrag, trifft ein wirklich wichtiges Thema.

    Nur, vermisse ich bei der Säge die Absauhaube, für mich ist sie unverzichtbar.
    Habe es in meiner Tischlerlehre leidvoll erfahren müssen, da mein Ausbilder ein Gegner solcher Einrichtungen.
    Auch wenn Unmengen an Videos durch das Netz wandern, die zeigen es geht ohne.
    Zeigt es mir nur, gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

    Sorry, wenn ich einigen auf die Füße trete, aber nur meine Meinung.

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    • Hallo Tommy, mit der Absaughaube hast Du natürlich recht. Wenn ich andere Leute an meine Säge lasse oder wenn ich viel Plattenmaterial zusäge wird die auch montiert.

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  4. Für alle bei denen die Alterssichtigkeit zuschlägt: für gut 100€ gibt es beim Discountoptiker (z.B. von Uvex über Fielmann) eine Schutzbrille mit individueller Stärke. Einfach etwas weniger Korrektur wählen als zum Lesen perfekt wäre, damit der mittlere Abstand noch geht.

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    • Wegen Deines Beitrages war ich gestern mal bei Fielmann und war überrascht, wie günstig eine individuelle Schutzbrille selbst mit meinen Minus 5 Dioptrien ist (60 bis 120 Euro je nach Entspiegelung). Ich hätte viel höhere Preise erwartet und hätte ich mir schon längst eine solche Brille geholt, wenn ich daran denke, wie viele Schutzbrillen ich ausprobiert habe, die nur mäßig über meine Brille passten.
      Danke für den Hinweis!

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  5. Gutes Thema.
    Ich finde zum Besitz von Arbeitsschutz Ausrüstung gehört auch sie leicht zugänglich und prominent aufzubewahren. Was man erst suchen muss wird nicht benutzt.

    Warum hast du Atemschutz ausgespart?

    Nicht jedes Gestell eignet sich um Gläser mit Werten einsetzen zu lassen. Hab das mit einer Sonnenbrille erlebt die so gebogen war wie die Uvex. Durch die schräg stehenden Gläser hatte ich massive Sehstörungen. Das Gestell ließ sich zum Glück etwas biegen und dann gings.

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  6. Danke für den wichtigen Beitrag. Was ich vermisse, ist der Atemschutz. Ich bemerke vor allem nach dem Fräsen eine ziemliche Reizung der Atemwege und arbeite deshalb nur noch mit einem (einfachen) Mundschutz. Grüße, Uwe

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  7. Hallo,
    für den Atemschutz benutze ich 3M 4255 – soll so etwa 6 Monate halten. Da gibt es auch noch so einen Zusatzfiltertuch, das man außen über den Filter spannt. Habe ich mal probiert – fand ich nicht so den Brüller.
    Für die Ohren gibt es auch noch eine Alternative: Beim Akustiker Ohr-angepasste Stöpsel anfertigen lassen. Die gibt es mit verschiedenen Filtern für den durchzulassenden Frequenzbereich. So kann man Sprache noch verstehen und ist trotzdem vor dem Krach der Maschinen geschützt. Sollen so ca. 2 Jahre halten – so lange habe ich meine noch nicht. Finde ich vom Tragekomfort ganz klasse. Die kann ich auch 2 h tragen.
    Bei den Kapsel-Ohrschützern sollte man da besonders drauf achten. Sonst kann man die nach 30 Minuten im wahrsten Sinne „nicht mehr am Kopf haben“.
    Die Brille trage ich immer in der Werkstatt.
    Die Ohrstöpsel, so bald etwas elektrisches eingeschalten wird (außer Licht).
    Den Atemschutz meistens schon beim Sägen (immer bei Buche, Eiche, Yellow Poplar), immer beim Schleifen und Ölen. Der Geruch der Additive wird sehr gut zurückgehalten.
    Handschuhe natürlich beim Ölen auch 🙂

    Gruß
    Reinhard

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  8. Thomas Zapala

    23/07/2017 @ 21:41

    Hallo Wolfram,
    jeder der Handwerklich arbeitet, ob Beruflich oder beim Hobby, sollt sich doch mal vorher 5Minuten überlegen was passieren könnte.
    Denn du weist ja, man hat nur ein Gehör, ein Augenlicht und natürlich eine Gesundheit.

    Gruß
    Thomas

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