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TV-LowBoard aus Buche – Teil 1 Zuschnitt

Mit dem TV-LowBoard beginne ich mit dem nächsten Möbelteil für mein Projekt „Wohnwand“.

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Und da ich derzeit nur sehr unregelmäßig zum Holzwerken komme, wird sich dieses Projekt wohl auch wieder über einige Wochen hinziehen.

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Das TV-LowBoard wird ja zusammen mit dem Wohnzimmertisch und dem Hängeschrank mit Glastüren eine Möbelgruppe bilden. Deshalb kommt auch hier wieder das gedämpfte Buchenleimholz mit durchgäniger Lamelle von Wiebeba zum Einsatz.

Der Deckel und der Boden werden in 26mm Stärke ausgeführt, die Seitenteile in 20mm. Da das TV-LowBoard eine Länge von 2,4m haben wird, benötige ich natürlich auch entsprechend große Leimholzplatten.

1 Platte 125*245 in 26mm Stärke, 2 Platten 125*180 in 20mm und weil ich schon mal dort war, habe ich gleich noch eine Platte in 125*160 mit 26mm mitgenommen, aus der ich noch ein kleines Regal bauen werde.

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Der netten Herren vom Holzhandel kamen dann gleich mit dem Gabelstapler angefahren, denn nicht nur die 2,45m lange Platte ist recht schwer. Das ganze Holz passte gerade noch so in unseren VW-BUS.

Zuschnitt

Die Leimholzplatten wurden zuhause ausgeladen und auf zwei stabile Böcke gelegt. Dabei habe ich zwischen jede der Holzplatten eine Stapelleiste (ca. 15*30mm) gelegt.

Die Platten wurde dabei in der umgekehrten Reihenfolge aufeinander gelegt in der ich diese zusägen möchte. So kann der Zuschnitt direkt auf dem Stapel erfolgen und die schweren Leimholzplatten müssen nicht dauert umgeschichtet werden.

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Mit zwei aneinander gesteckten 1400er Führungsschienen und meiner TS-55 Säge wurden dann die Längsschnitte der 26mm Platte für Ober- und Unterseite des TV-LowBoards ausgeführt.

Bei den Längsschnitten kommt ein Pantherblatt zum Einsatz, für die Querschnitte wechsle ich wieder auf das Feinschnittblatt mit 48 Zähnen. Die Querschnitte erfolgen mit der handlicheren 800er Führungsschiene.

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Wenn man die Führungsschienen sorgfältig ausrichtet und vor dem Sägen stets mit entsprechenden Zwingen fixiert, erhält man absolut exakte Schnitte.

Natürlich erhält man mit dem Pantherblatt deutlich sichtbare Sägespuren an der Längsseite der Holzteile.

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Die Holzplatten wurden in die Hobelbank gespannt – vorne mit der Vorderzange fixiert und hinten mit einem der VERITAS-Bankhaken an das Bein der Hobelbank gespannt.

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Nun konnten die Schnittflächen mit wenigen Hobelzügen mit dem Putzhobel geglättet werden. Diese Art der Bearbeitung ist in meinen Augen dem Schliefen deutlich überlegen. Es geht nicht nur schneller, es ergibt auch eine wesentlich bessere Oberfläche.

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Sobald beim Hoblen ein durchgäniger Span entstanden ist, ist die Kante perfekt glatt!

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Domino-Dübel einfräsen

Da dieses TV-LowBoard nicht zerlegbar sein muss, werde ich die Verbindungen wie schon beim Hängeschrank wieder mit Domino-Dübeln ausführen. Es kommen Dominos der Größe 6*40mm zum Einsatz.

Die Positionen der Dominos an den Außenseiten werden nach Augenmaß jeweils auf beiden Seiten angezeichnet und können dann mit der Dominofräse eingefräst werden. Mit Hilfe von „Testdübeln“ habe ich nun die äußeren Seitenteile provisorisch positioniert.

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Anschließend kann das nächste Seitenteil mit Hilfe eines Hilfsbrettes positioniert und auch dessen Position für die Dominos angezeichnet werden.

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Ebenso wurde die Position der mittleren Seitenwand  mit Hilfe von Reststücken definiert. Man kann nun in einem Rutsch die Löcher für Seitenteil und Oberseite fräsen.

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Dieser ganze Vorgang des Fräsens der Domino-Dübel ist zwar nicht sonderlich schwierig, erfordert aber doch ein planmäßiges Vorgehen, damit hinterher alles zusammenpasst.

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Um die unvermeidlichen Toleranzen der Holzteile zu kompensieren, werden in die Seitenteile die Schlitze für die Domino-Dübel passgenau gefräst. In die Ober- und Unterseite werden jedoch nur an der Vorderseite die Schlitze passgenau gefräst, alle anderen Schlitze fräse ich in der mittleren Stellung mit entsprechendem Spiel.

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Auf diese Weise ist sichergestellt, dass ich später beim Verleimen eine bündige Kante aller Holzteile an der Vorderseite erhalte.

Der nächste Schritt wird jetzt das Verleimen des Korpus sein.


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7 Kommentare

  1. Klaus Moerders

    10/11/2016 @ 11:53

    Hallo,

    ich würde dir dringend empfehlen vor dem Zusammenbau die ebenen Flächen, aber auch die Stirnflächen mit 180er Schleifpapier zu schmirgeln um eine saubere Oberfläche zu bekommen.
    Wenn ich davon ausgehe, dass du das Möbelstück nach dem Zusammenbau ölen wirst, solltest du zwischen dem ersten und zweiten Ölvorgang nochmals mit 240er Schleifpapier nachschmirgeln.

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    • Hallo Klaus, selbstverständlich wird vor dem Zusammenbau geschliffen. Gerade die Innenseiten sind sonst ein Graus und nur sehr aufwändig zu glätten.

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  2. Stichwort Dominofräse bzw Dübelfräse… Meinst du der Kauf lohnt sich oder reicht auch für ambitionierte Heimwerker die Bohrmaschine in Kombination mit runden Dübeln? Es soll da auch so ne Aufsätze von Wolfcraft geben – immer noch wesentlich billiger als ne Dübelfräse

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    • Also mit dem „Meisterdübler“ von Wolfcraft bin ich gar nicht zurecht gekommen, das hat mir keinen Spaß gemacht. Ob es gleich eine Domino-Fräsen sein soll, muß Du entscheiden. Dominofräse ist Profiwerkzeug! Schau mal ob Dir nicht eine Flachdübelfräse genügt. Die sind deutlich billiger und in vielen Fällen des Möbelbaus ausreichend.

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  3. Klaus Moerders

    14/11/2016 @ 13:45

    Ich habe mit einer Wolfcraft Bohrschablone für Runddübel angefangen. Das Ergebnis war nur mäßig.
    Dann habe ich mir aber von Makita eine Akku-Nutfräse gekauft und ich bin begeistert. Besser geht’s nicht !! Die Flachdübel haben auch den Vorteil, dass du in Brettrichtung noch korrigieren kannst.
    OK, die Maschine ist nicht billig, aber dafür habe ich alle Nägel und Schrauben „weggeschmissen“

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  4. Klaus Moerders

    14/11/2016 @ 14:00

    Hallo Wolfram,
    wie kann man in deinem tollen Forum Fotos oder Baupläne (als PDF) einstellen ?

    LG
    Klaus

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    • Hallo Klaus, da habe ich im Moment keine Funktion zum Upload für meine Leser. Muss ich irgendwann noch einbauen. Du kannst es mir aber gerne mailen und ich lade es dann hoch.

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