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Bücherregal – selbstgebaut & superstabil (Teil 1)

Dringender Bedarf für ein superstabiles Bücherregal bei meiner Tochter. Und da der Platz in der neuen Studentenbude sehr limitiert ist, muss das gute Stück maßgeschneidert sein, damit es an den vorgesehenen Platz passt.

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Also folgt hier der Startschuß zum Regalbau-Projekt auf die Schnelle.

Die Anforderungen

Das Bücherregal soll Bücher, Stehsammler und Leitzordner aufnehmen – also eine Menge schweres Zeug. Es soll möglichst lückenlos befüllt werden können und es muß die richtigen Maße haben um den verfügbaren Raum bestmöglich auszunutzen.

Optional ist der Anbau von Lamellentüren in der Diskussion. Damit lässt sich ein eventuelles Chaos im Regal elegant verbergen. Allerdings werde ich diese  wohl nicht selbst bauen – da fehlt mir einfach die Zeit. Eine kurze Recherche im Internet führte mich daher zu Holz-Direkt24.com. Wenn wir die Lamellentüren brauchen, werde ich diese einfach dort bestellen.
Auf jeden Fall werden die Lochreihen schon mal für das System32 passend geplant, dann kann jederzeit ein Topfschranier montiert und die Lamellentüren angebracht werden.

Die Planung des Regals mit allen seinen Maßen zum Zuschnitts erfolgte wie immer für so ein Projekt mit der Tabellenkalkulation – hier MS EXCEL. Damit waren die Abmessungen in kurzer Zeit berechnet.

Materialwahl für das Bücherregal

Als Material wurde 18mm Birkenmultiplex gewählt. Das ist hinreichend preiswert, sehr stabil und problemlos beim Holzhändler zu haben.

Hier ein paar Hinweise für die Verwendung von Birkenmultiplex beim Möbelbau. Wer die Holzoberfläche von Multiplex-Holz natur belassen und farblos lackieren möchte, der sollte mindestens Holz der Qualitätsstufe S/BB verwenden. Noch besser ist die Qualitätsstufe A/B, die aber nicht überall erhältlich ist. In beiden Fällen hat man eine „schöne“ Seite und eine Seite mit Fehlstellen.
Was man sich ersparen sollte ist Birkenmultiplex der Qualitätsstufe BB/BB wie es üblicherweise in Baumärkten verkauft wird. Das ist zwar billig, hat aber jede Menge Flickstellen und große Farbunterschiede. Wird das Möbel hinterher aber farbig deckend lackiert, wie zum Beispiel bei meiner Dutch Toolchest, kann auch BB/BB zur Verwendung kommen.

Wie schon beim Projekt Computertisch kommt hier wieder Holz der Qualitätsstufe S/BB zum Einsatz.

Der Zuschnitt

Bei Holzhändler werden jeweils zwei ganze Platten (125*250cm) Birkenmultiplex mit 18mm und eine Platte mit 6,5mm für die Rückwand gekauft. Gesamtpreis für das Holz rund 150 EUR.

Beim Ausladen in der Garage werden die Platten gleich auf zwei Böcke gelegt und zwischen jede Platte einige Reststreifen OSF Platte.

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So kann eine Platte nach der anderen auf dem Stapel liegend zugesägt werden, ohne diese nochmals herumwuchten zu müssen. Der Zuschnitt erfolgt mit Führungsschiene und Tauchsäge.

Da die Regalteile allesamt 39cm breit sind, werden zuerst die ganzen Platten mit 18mm in Streifen von 39cm Breite aufgetrennt. Anschließend werden diese Streifen auf die jeweils benötigten Maße angelängt. Am Ende habe ich Seitenteile, Böden und Deckel fertig.

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Damit die schwere Platte beim Schieben am Anschlag bleibt, habe ich diese mit einer Einhandzwinge fixiert. Die Platte ist aber dennoch so schwer, dass diese meinen kleinen Schiebetisch an der CS70 an seine Grenzen bringt. Das nächste Mal werde ich auch beim Ablägen der Multiplexstreifen mit Tauchsäge und  Führungsschiene arbeiten.

Nächster Arbeitsschritt ist das Anbringen der Lochreihen. Hier kommt meine altbewährte Bohrschablone für die Festool Oberfräse mit 19mm Einlagering zum Einsatz.

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Die Löcher selbst werden mit einem 5mm Beschlägfräser gebohrt. Das ist ein spezieller Bohrfräser der für die hohen Drehzahlen in der Oberfräse zugelassen ist. Bei 5mm Durchmesser und Handbetrieb sollte die Drehzahl der OF1010 auf Stufe 3 reduziert werden, damit der Fräser nicht überhitzt.

Es folgt das Anfräsen der Falze an der Rückseite. Hier wird später die Rückwand eingesetzt, daher wird 7mm tief und 10mm breit gefräst. Dabei kommt die Makita RT0700 mit dem Parallelanschlag zum Einsatz.

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Da das Bücherregal in einem Altbau stehen wird und der Boden mit Sicherheit nicht wirklich eben ist, bekommt das Regal an der Unterseite 10mm hohe Aussparungen. Damit entstehen 4 Standflächen an den Ecken.

Makita193 - 16Um diese Aussparung in einem Durchgang fräsen zu können, habe ich hier einen 30mm langen Schaftfräser aus dem ENT-Fräserset benutzt. Dieser hat zwar ein Kugellager am unteren Ende, aber das läuft hier unterhalb der Platte, ist also wirkungslos.

Da Bücherregal soll erst an Ort und Stelle endgültig zusammengebaut werden. Um den Bau einfach und unkompliziert zu halten habe ich mich daher für den Einsatz von Confirmat-Schrauben entschieden. Diese sind erheblich einfacher zu verwenden als Exzenterverbinder mit Bolzen.

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Um das Ausrichten der zu verschraubenden Bauteile zu erleichtern fräse ich Schlitze mit der Flachdübelfräse. Dort werden dann Flachdübel ohne Leim eingesetzt. Die betrifft den Boden, den Mittelträger und den Deckel des Bücherregals.

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Das Bücherregal erhält unten einen Sockel. Dieser wird aus zwei 4cm breiten Streifen gebaut, die mit Flachdübeln auf den Boden geklebt werden. Das Ergebnis ist ein 6cm hoher unterer Boden des Bücherregals.

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Probeweiser Aufbau

Nachdem alle Teile bearbeitet sind, erfolgt ein Testaufbau und das Bohren der Löcher für die Confirmatschrauben.

Der probeweise Aufbau erfolgt dabei auf der Vorderseite liegend. Das hat den Vorteil dass die Kanten der Bauteile an der Vorderseite alle bündig sind und sich eventuelle Toleranzen nach hinten verlagern, wo diese weniger ins Auge fallen.

buecherregal2 - 1 Die Bauteile werden rechtwinkling ausgerichtet und mit Zwingen fixiert. Das kann mit Winkelzwingen erfolgen oder aber mit einem einfachen Holzwinkel mit Lochbohrung wie hier gezeigt.

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Das Markieren der Bohrungen erfolgt mit einer Markierschablone aus einem Reststück des 18mm Birkenmultiplex. Dazu wird in der Mitte eine Kerbe eingeschnitten, in die mit einem Bleistift ein entsprechender Strich gezeichnet wird.

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Die breite des Holzstreifens gibt den Abstand der Bohrung zum Rand an, das untergelegte Reststück die Höhe der Sockelleiste. Auf diese Art und Weise sind alle Bohrungen in wenigen Minuten rings um markiert.

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Die Bohrung der Löcher für die Confirmat-Schrauben erfolgt Freihand. Ein neben den Bohrer gelegter Winkel hilft dabei, den Bohrer senkrecht anzusetzen.

Die Löcher für die Confirmat-Schrauben in der Mitte werden mit dem Winkel angezeichnet. Dabei dienen die beiden äußeren Schraubenlöcher als Orientierungshilfe.

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Nach dem Bohren aller Löcher werden probeweise die Confirmat-Schrauben vorsichtig von Hand eingedreht. Anschließend werden die genauen Maße für die Rückwand aus 6,5mm Birkenmultiplex ermittelt und diese zugesägt.

Nach der Demontage der Confirmatschrauben werden alle sichtbaren Kanten der Holzteile mit einem 2mm Abrundfräser und der kleinen Makitafräse gefast.

buecherregal - 31Damit sind alle Holzteile für das superstabile Bücherregal fertig für die Oberflächenbehandlung. Das folgt im nächsten Blogbeitrag.

 

4 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,
    mal wieder habe ich viel gelernt – z.B. die Qualitätsstufen der Multiplex-Platten. Das hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm.

    Zwei Fragen hätte ich noch:

    1) Wie hast Du die Lochreihenschablone hergestellt, so dass sie ganz gleichmäßige Abstände hat?

    2) Könntest Du vielleicht mal einen Screenshot der Excel-Tabelle posten, mit der Du die Maße ermittelst? Ich habe kein Bild vor Augen, wie das genau aussehen könnte (wie ich die Formeln etc. bauen müsste, ist mir klar, es geht mir eher um die Struktur der Tabelle).

    Vielen Dank fürs Teilen!

    Herzliche Grüße,
    Andreas

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