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Leimholz aus Paulownia

Holz von der Paulownia – auch als „Blauglockenbaum“ bezeichnet – ist hierzulande eine eher exotische Holzart. Dabei stammt es überwiegend aus asiatischen Nutzholzplantagen und kann daher unter dem Aspekt des Naturschutzes ohne Sorge zum Einsatz kommen.

Nun ist seit einigen Jahren auch in Deutschland Leimholz aus Paulownie in vielen Baumärkten erhältlich. Ein Grund mehr, sich einmal ein wenig mit dieser Holzart zu beschäftigen.

Daher habe ich mir im Baumarkt meines Vertrauens ein paar Leimholzplatten aus Paulownie für unser nächstes Projekt mitgenommen. Denn immer wenn man ein leichtes, aber doch stabiles Holz benötigt ist es wunderbar geeignet.

Der Preis liegt bei rund 30 EUR je Quadratmeter für feingeschliffene, 18mm starke Leimholzplatten. (Stand: Juni 2020) Und wie bei der Holzbeschaffung fast immer gültig, empfiehlt es sich, möglichst große Platten zu kaufen, da dann der Preis pro qm am günstigsten ist. Daher habe ich die größten Platten gekauft die ich bekommen konne – 220 x 80 cm groß – die passen gerade noch so in meinen Kofferraum.

Ich habe auf einer Webseite gelesen, dass Paulownia als “Aluminium unter den Holzarten” bezeichnet wird und diese Aussage ist (finde ich) recht passend. Wenn man eine Holzplatte aus Paulownia in die Hand nimmt, wird man unweigerlich an Balsa-Holz erinnert, weil es überraschend leicht ist.

Mit durchschnittlich nur 310 kg je Kubikmeter ist Paulownia eines der leichtesten Hölzer der Welt. Im Vergleich dazu bringt es unser heimisches Eichenholz auf ca. 580 kg je Kubikmeter und selbst unsere als leicht geltende heimische Fichte bringt immerhin noch auf stattliche 470 kg. Und trotz dieser geringen Dichte weist die Paulownia-Leimholzplatte eine hohe Stabilität auf.

Zum Aussehen möchte ich sagen, dass die Masserung der Oberfläche sehr gleichmässig ist. Das Paulownia-Holz wechselt farblich von honigfarben bis zu einem leichten hellgrau-beige. Das Holz ist praktisch astfrei und bekommt beim Schleifen mit 240 Körnung einen leicht seidigen Glanz – und das ganz ohne Finish!

Es ist zudem sehr gut mit Handwerkzeugen zu bearbeiten

Wir werden mit diesem Holz eine transportable Truhe bauen – und von daher ist das geringe Gewicht der Paulownia natürlich ein großer Vorteil.  Und weil viele Holzwerker dieses Holz nicht kennen,  habe ich hier diesen Artikel über das Paulownia Holz erstellt.

Ich kann jedem Holzwerker nur empfehlen, sich dieses wirklich leichte aber doch stabile Holz einmal anzuschauen. Auch für Anfänger und das Arbeiten mit Handwerkzeugen ist es wunderbar geeignet.

Mehr zu Paulownien (aka Blauglockenbaumgewächse) findet man hier auf Wikipedia.

Anmerkung zum Schluß: Von einigen Anbietern wird Paulownie auch als Holz vom „Kiribaum“ bezeichnet.

Der Baubericht über unser Projekt einer mittelalterlichen Truhe folgt dann in der kommenden Woche.

 

4 Kommentare

  1. Habe diese Leimholzplatten auch schon probiert. Leider ist das Holz recht empfindlich. Was könnte man da tun?

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    • Vielleicht mit einer verdünnten Grundierung die Oberfläche ein wenig Härten? An die Robustheit von Fichte wird man trotzdem nicht herankommen…

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  2. Sehr interessant, danke! Noch nie von dieser Holzart gehört.

    „Dabei stammt es überwiegend aus asiatischen Nutzholzplantagen und kann daher unter dem Aspekt des Naturschutzes ohne Sorge zum Einsatz kommen.“

    Ich finde, dies kann man so unkritisch nicht stehen lassen. Drei Dinge gingen mir beim Lesen durch den Kopf:
    – Jedes Produkt, das einen weiten Weg hinter sich hat, hat ökologisch schon mal einen schwierigen Start. Holz, das um die halbe Welt verschifft wurde, hat einen grossen Fussabdruck und ist nicht mehr C02-neutral.
    – Plantagen sind meist Monokulturen und deswegen ökologisch problematisch weil die Artenvielfalt (Fauna & Flora) sehr gering ist. Ausserdem werden sie sehr oft unter starkem Chemieeinsatz auf hohe Wirtschaftlichkeit getrimmt.
    – Dieses spezifische Produkt hat offenbar kein FSC Gütesiegel: https://de.wikipedia.org/wiki/Forest_Stewardship_Council

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    • Hallo Marcel, nach aktuellem Stand kommt wohl das meisten Paulownia Holz mittlerweile aus Osteuropa, u.a. Serbien und Rumänien.
      Siehe https://www.ekapija.com/de

      Der Anbau ist wohl eher unkritisch, weil da außer einer anfänglichen Bewässerung nicht mehr viel getan werden muss. Ähnliches gilt überigens für Pappel und Balsaholz. Die werden heutzutage überwiegend in Farmen angebaut. Pappel sehr viel in Italien, Balsa in Mittelamerika.

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