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Makita DF331 – ein Akkuschrauber für Möbelbauer

Beim Holzwerken und hier speziell im Möbelbau werden an einen Akkuschrauber andere Anforderungen gestellt als bei der Arbeit auf einer Baustelle.

In diesem Artikel stelle ich den neuen MAKITA DF331 Akkuschrauber der 10,8V Klasse aus der Sicht des Holzwerkers und Möbelbauers dar.

Anforderungen

Die typischen Baustellenschrauber sind in der Regel Modelle mit großem Akku und langer Standzeit um viele Schrauben am Stück eindrehen zu können. Diese Schrauber sind natürlich relativ schwer und dementsprechend unhandlich.

Ein Akkuschrauber für den Möbelbau muss aber vor allen Dingen einen wichtigen Punkt erfüllen – er muß handlich sein! Daher sind hier die Schraubermodelle mit 10.8 V Akkus ideal, denn diese verbinden eine hohe Handlichkeit mit einem sinnvollen Maß an Drehmoment und Kraft.

Bisher habe ich beim Möbelbau überwiegend mit dem Akkuschrauber Makita DF330 gearbeitet – ebenfalls ein Gerät der 10,8V Klasse. Ich habe diese Maschine im Jahr 2009 gekauft, weil es damals bei meinem Werkzeughändler der handlichste Akkuschrauber mit einem Spannfutter war, das auch auf Null schließt.

Nun hatte ich die Gelegenheit den Nachfolger Makita DF331 zu testen und möchte daher diesen Akkuschrauber hier einmal kurz vorstellen.

Lieferumfang des DF331DSMJ

Der Akkuschrauber DF331 wurde mir in der Variante DSMJ im Makpack geliefert. Dieser enthalt neben der Maschine auch einen zweiten 4.0Ah Akku und das Ladegerät DC10SA.

Ein Kreuzschlitz-Schrauberbit und die mehrsprachigen Bedienungsanleitungen runden den Lieferumfang ab. Um den Kauf von hochwertigem Schrauberzubehör kommt man aber nicht herum, wenn man das volle Potential dieser Maschine ausnutzen möchte.

Das Ladegerät DC10SA

Also gleich mal ausgepackt und den ersten Akku ins Ladegerät gesteckt. Hier fällt auf, dass das Kabel des Ladegerätes zwar mit 1,6m ausreichend lang ist, materialmäßig aber leider von der steifen Sorte ist.

Der Akku wird von oben in das Lagegerät eingeschoben und eingerastet. Die Bedeutung der „Blinksignale“ des Ladegerätes ist wie bei Makita üblich auf dem Ladegerät abgebildet.
Ein nettes Detail des Ladegerätes ist der Umstand, dass auf der Unterseite die Abstände der Bohrungen aufgedruckt sind. So kann man das Ladegerät ohne langes Nachdenken an die Wand hängen.

Das ist praxisorientiert und zeigt die Liebe zum Detail, die viele Makita-Geräte in meinen Augen ein Stück weit auszeichnet.

Weiterhin ist das Ladegerät mit einem Lüfter ausgestattet, sodass ein durch hohe Belastung entleerter und erhitzter Akku gleich in Ladegerät gesteckt werden kann. Dort wird er dann auf Ladetemperatur herunter gekühlt und danach mit hoher Leistung wieder geladen. Mit dem maximalen Ladestrom von 5A ist ein 4Ah-Akkupack in der Regel nach 40 Minuten wieder voll einsatzbereit.

Akkuschrauber DF331

Doch nun zum Akkuschrauber selbst. Mit angestecktem Akku ist das Gerät gut ausbalanciert und liegt angenehm in der Hand. Auch die Weichgummiteile sind an der richtigen Stelle angeordnet und geben einen guten Grip.
Wie schon beim Vorgänger hat der DF331 eine LED für die Beleuchtung der Arbeitsstelle.  Allerdings hat diese immer noch im Nahbereich einen Schatten.

Das mitgelieferte Bohrfutter ist hochwertig und schließt auf Null, d.h. auch kleine Bohrer bis 0,8mm können sicher eingespannt werden. Die maximale Spannweite beträgt 10mm was im Möbelbau in der Regel mehr als ausreichend ist.

Die Bohrleistung des DF331 in Holz ist mit 21mm, in Stahl mit 10mm angegeben.  Die Drehmomentbegrenzung ist 18-stufig verstellbar plus Bohreinstellung, in der die Rutschkupplung geschlossen ist. Das maximale Drehmoment beträgt 30Nm, was ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorgängermodell darstellt. Der DF330 hatte hier nur 24Nm zu bieten.
Es stehen zwei Gänge zur Verfügung, wobei im ersten Gang 450 U/Min, im zweiten bis zu 1700 U/Min Umdrehungen pro Minute möglich sind.  Die Drehzahlregelung ist feinfühlig, sodaß ein Umschalten in den ersten Gang eigentlich nur dann nötig ist, wenn man wirklich das maximale Drehmoment abrufen möchte.

Ich habe neben den im Möbelbau üblichen Schraubengrößen testweise einmal einige sehr große SPAX-Schrauben in einen Holzklotz aus Buche ohne Vorbohren geschraubt – bis zur Größe 6*80 hat der DF331 hier klaglos seinen Dienst getan. Größere Schrauben hatte ich gerade nicht zur Hand. Voraussetzung ist natürlich ein hochwertiges Schraubbit in der Maschine, damit die Kraft auch sauber auf die Schraube übertragen werden kann.

Was mich allerdings sehr schnell gestört hat, war der Gürtelhaken an der Maschine. Durch den großen Akku ist die DF331 unten eh schon ein wenig breit, wenn man z.B. in einem Schaubladenfach die Beschläge verschrauben möchte.

Glücklicherweise ist das Problem aber schnell gelöst – der Haken kann abgeschraubt werden.

Die neuen 10,8V/4.0Ah Akkus

Gerade die Technologie der LiIon-Akkus hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Und das ist wohl auch der Grund, warum Makita mit dem DF331 eine neue Bauform der Akkus eingeführt hat. Der alte, in den Griff integrierte Akku hatte wohl keine Reserven mehr für die Weiterentwicklung.

Hier links der neue Akku BL1040 mit 4Ah, rechts der alte BL1013 mit 1,3Ah. Damit wird praktisch die mehr als dreifache Akkukapazität zur Verfügung gestellt. Leider zieht damit wieder eine neue Akkutype in meine Werkstatt ein. Bisher hatte ich alle meine kleinen Makitaschrauber – wie z.B. den kleinen DA330 Winkelschrauber – mit dem einheitlichen Akku BL1013 bestücken können.

Aber die Vorteile der neuen Akkus überwiegen. Denn neben der höheren Kapazität und dem besseren Temperaturmanagement verfügen diese auch über eine Füllstandsanzeige. Per Knopfdruck kann der Ladzustand direkt am Akku abgerufen werden.

Dies funktioniert auch wenn der Akku nicht in der Maschine steckt. Damit ist schnell klar, wie lange man mit dem aktuellen Akku noch weiterarbeiten kann. Gerade beim Einsatz nach langer Liegezeit ohne Benutzung eine sehr nützliche Funktion. So kann man vor Gebrauch nochmal prüfen, ob der Akku noch ausreichend geladen ist.

Als Alternative zum hier mitgelieferten 4.0Ah Stunden Akku ist bei Makita auch ein kleinerer 1,5Ah Akku unter der Bezeichung Makita BL1015 10,8V 1,5 Ah, Best.Nr. 197390-1 lieferbar. Dieser ist bei gleicher technischer Ausstattung deutlich kleiner und vor allem auch leichter. Für den Möbelbau an engen Stellen sicher eine Überlegung wert.

Erstes Fazit

Der neue Makita DF331 ist gegenüber dem Vorgängermodell DF330 in zahlreichen Details verbessert. Keine Revolution, aber eine gute Produktpflege. Erkauft wird dieser Fortschritt durch eine unhandlichere Formgebung des Akkus, was sich jedoch nur beim Arbeiten an sehr engen Stellen wirklich bemerkbar macht.
Die Vorteile und Möglichkeiten der modernen Akkutechnik höhere Kapazitäten anzubieten wurden genutzt. Die Möglichkeit den Ladezustand des Akkus anzeigen zu lassen steigert den Bedienkomfort erheblich.
Und noch ein Vorteil: Der Griff des DF331 ist deutlich schlanker geworden und damit für kleine Hände besser zu greifen.

Die Damen des Hauses haben dies beim Befestigen der Weihnachstdeko gleich erkannt und so den neuen Makita DF331 gleich zum „idealen Frauenschrauber“ erklärt.

Neben der hier getesteten Ausstattungsvariante Makita DF331DSMJ im Makpack ist auch noch die Variante DF331DSMJX1 mit zusätzlichen Bohrer- und Bitsatz sowie die „nackte“ Maschine Makita DF331DY1J ohne Akku und ohne Ladegerät erhältlich.

Hinweis: Der in diesem Artikel vorgestellte Makita Akkuschrauber wurde mir vom Werkzeugversand SVH24.de für diesen Test zur Verfügung gestellt.

8 Kommentare

  1. Hallo,
    habe ebenfalls den DF330 und den DF030 gehabt. Nun auf DF331 und DF031 umgestiegen. Auch ich finde, dass die Handlichkeit besser geworden ist – gerade auch den kürzeren Schrauber finde ich Klasse. Zunächst hatte ich auch nur den kleinen Akku und war überrascht, dass ich den größeren nicht als so viel schwerer empfand, wie befürchtet.
    Was ggü den alten Modellen einfach besser ist: man kann Bohrer und Schrauber hinstellen.
    Auch wenn Du (zu Recht) den Akku als breit beschrieben hast, ist das Modell noch deutlich schmaler als ältere Modelle mit „Standfuß“ oder die stärkeren.
    Was mich super geärgert hat (als Besitzer des „großen“ Ladegerätes): Die 10,8V Fraktion bei Makita benötigt ein eigenes Ladegerät, weil die Akkus eben etwas schmaler als bei den 14,4V oder 18V Modellen sind. Und diese Ladegeräte sind echt kein Schnapper!

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    • Hallo Reinhard, an das Thema Schrauber „hinstellen“ hab ich noch gar nicht gedacht. Das ist natürlich ein Vorteil der neuen Akkubauform. Irgendwie lege ich gewohnheitsmäßig die immer auf die Seite.

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  2. Hallo Wolfram,
    Der Testbericht liest sich super. Bis vor einiger Zeit habe ich auch immer auf die Schrauber von Makita geschworen, doch hatte ich nun schon bei einigen Modellen das Problem, dass sich nach einer Weile das Bohrfutter löst und eingespannte Bohrer und Bits einfach loslässt. Darum habe ich mir für Private Zwecke einen DeWalt Schrauber zugelegt, bei dem mir das noch nicht passiert ist.
    Nun versuche ich herauszubekommen ob ich einfach nur ‚Montagsmodelle‘ von Makita hatte oder das ein generelles Problem ist… Daher meine Frage: Hattest Du das Problem der lockeren Bohrer auch schonmal?

    Viele Grüße
    Daniel

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    • Hallo Daniel,
      bis dato hatte ich an meinen Makita Schraubern noch nichts zu bemängeln. Das Boherfutter spannt bei mir sehr gut. lediglich ein wenig Längsspiel auf der Achse hat sich bei meinem DF330 im Laufe der Zeit eingeschlichen, da aber unkritisch ist.

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  3. Hallo Wolfram,

    wieder ein schöner Bericht.

    Meine Frau nennt einen DF330 seit einigen Jahren ihr eigen und war bis jetzt sehr zufrieden mit dem Gerät.
    Es hat während unseren Hausbaus viel zu tun.
    Vom anbringen von Deckenpaneelen, über Möbelmontage bis zum decken/verschrauben unseres Daches mit Trapezblech.
    Haben noch einen 14V Schrauber von Makita, welchen sie wirklich nur noch benutzt, wenn der kleine nicht reichen würde, was recht selten der Fall ist.

    Einzig die Kapazität mit 1,3A hat sie bemängelt, besonders, als Sie auf dem Dach die Bleche verschraubt hat.
    Nachdem ich ihr Deinen Bericht gezeigt habe, kam die Reaktion:
    Dann wird das wohl der Nachfolger, oder?

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  4. Ein großer Vorteil der Makita Maschinen ist die Drehmoment Einstellung. Die meisten anderen Hersteller teilen einfach das maximale Drehmoment durch die Anzahl der Drehmomentstufen, was dann die geringeste Einstelleung ergibt. Meist liegt das dann bei etwa 1-2Nm was für viele Aufgaben eindeutig zu viel ist.
    Anders bei Makita: Hier wird die geringste Drehmomentstufe mit etwa 0,2Nm angegeben, was es auch erlaubt sehr kurze Schrauben oder auch Schrauben ins dünne Blech zu schrauben ohne das Gewinde auszureißen.

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