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Shaper Tape richtig aufkleben – so geht es!

Beim Fräsen des ersten Projektes mit meiner Shaper Origin hatte sich ja gezeigt, dass es beim Aufkleben von Shaper Tape einiges zu beachten gibt.

Daher stand die Frage im Raum, wo und wieviel Shaper Tape muss aufgeklebt werden, damit man beim Fräsen keine Probleme bekommt. Dazu habe ich ein paar Experimente gemacht deren Ergebnisse ich hier zeige.

Das Sichtfeld der Shaper Origin

Die erste Frage die sich mir stellte war, wo „sieht“ denn die Shaper Origin überhaupt das Shaper Tape?

Dau habe ich bei eingeschalteter Maschine mit einigen Streifen Shaper Tape geprüft, was denn wo im Sichtfeld auftaucht. Nachfolgendes Bild zeigt den Sichtbereich, den die Kamera der ShaperOrigin erfasst.

Das Ergebnis: Die Shaper Kamera erfasst eine trapezförmige Fläche mit einer Tiefe von ca. 30cm. Die Basis des Trapez beginnt dabei direkt am Fuss der Maschine und hat dort eine Breite von ca. 28 cm. Nach oben weitet sich das Sichtfeld auf eine Breite von ca. 45cm.

Welche Menge Shaper Tape?

Die zweite Frage lautet: Wieviel Shaper Tape muss denn im Sichtfeld liegen, damit die Maschine mit der vollen Genauigkeit funktioniert?

Laut der Beschreibung auf den Support-Seiten von Shapertools soll man ja das Band in parallelen Streifen im Abstand von 5 bis 8 cm aufkleben. Bei meinem ersten Projekt war es mehr Band in dichterem Abstand und trotzdem hatte ich ja das Problem, dass die Shaper Origin die Orientierung verlor.
Offensichtlich spielen da wohl noch andere Faktoren eine Rolle.

Ich habe dann eine Arbeitsfläche gescannt und im „Airmode“ ein paar Fräsversuche gemacht um herauszufinden, wann die Maschine die Orientierung verliert. Signalisiert wird dies von der Shaper Origin durch ein rotes Domino-Symbol in der rechten oberen Ecke der Anzeige.

Dabei zeigte sich, dass, wenn nur noch zwei Streifen im Sichtfeld liegen und dieser Bereich unter 20cm liegt, die Erkennung problematisch wird. Die Maschine stoppt dann den Fräsvorgang und zieht die Spindel automatisch hoch.

Durch Aufkleben von weiterem Band innerhalb des 30cm Sichtbereiches und nachscannen des Arbeitsbereiches konnte das Problem wie erwartet gelöst werden.

Nachdem wieder 3 Streifen Shaper Tape im sichtbaren Bereich vorhanden waren, konnte problemlos weitergearbeitet werden.
Bei größeren Projekten ist es daher auf jeden Fall sinnvoll, vor dem eigentlichen Fräsen die Außenkonturen im „Airmode“ einmal abzufahren um zu prüfen, ob überall genügend Tape erkannt wird.

Sonstige Effekte

Es gibt noch ein paar andere Effekte, welche die Erkennung beinträchtigen.

Wenn sich zum Beispiel das ShaperTape wieder ablöst – und da reicht nur ein Zipfel – dann wird das Band nicht mehr erkannt. Hier hatte ich zum Experimentieren Reste des Bandes von meinem ersten Projekt wiederverwendet – und da war die Klebekraft natürlich nicht mehr optimal.

Ebenso problematisch sind beschädigte Dominos. Gerade wenn man im Laufe der Arbeiten das aufgeklebte Band durchfräst kann dies zur Folge haben, dass nicht mehr genügend Shaper Tape im Sichtbereich erkannt wird. Mehr dazu findet man auch in einem Artikel „Häufige Fehler mit ShaperTape“ auf den ShaperTools Seiten.

Nach meiner Erfahrung können auch sehr tiefe Kratzer können genügen dass ein einzelnes Domino nicht mehr von der Kamera lesbar ist.

Zum Thema ShaperTape selber drucken: Ja, mit einem Laserdrucker kann man selbst entsprechende Shaper-Muster drucken. Entsprechende Vorlagen findet man im Internet. Allerdings ist das Aufkleben der große Schwachpunkt. Ist das Papier auch nur ein wenig wellig, führt dies zu Problemen. Auch geringe Abweichungen der Maße der gedruckten Dominos führen zu unsauberen Fräsergebnissen.

Zusammenfassung

Um eine beliebige Form problemlos fräsen zu können, sollten immer wenigstens 3 Reihen vom Shaper Tape im trapezförmingen Sichtbereich der Kamera der Shaper Origin liegen. Das Shaper Tape ist wohl am wirtschaftlichsten eingesetzt, wenn man es im Abstand von ca. 7 cm aufklebt.
Idealerweise liegt rund also vor der Oberkante des zu fräsenden Werkstück ShaperTape mit 4 Streifen auf einer Breite von ca. 30 cm. Wenn es erforderlich ist die Maschine beim Fräsen zu drehen, dann muss auch seitlich entsprechendes Tape aufgeklebt werden.

Wenn das Werkstück lang und schmal ist, oder das zu fräsende Teil nahe am Rand liegt, wird schnell zu wenig ShaperTape erkannt und die Fräse stoppt. In solchen Anwendungsfällen ist es sinnvoll, ein gleich starkes Werkstück über dem Bauteil auf der Werkbank zu fixieren, um wieder genügend Band einscannen zu können. Allerdings dürfen die Teile beim Arbeiten nicht gegeneinander verschoben werden, sonst entstehen Abweichungen beim Fräsen.

 

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