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Misslungene Domino-Fräsungen reparieren

Die Festool Domino-Fräse ist ein überaus flexibles Werkzeug mit sehr vielen Möglichkeiten. Diese Flexibilität kann aber auch zum Fluch werden, wenn man eine Fräsung verhunzt hat.

Hier zeige ich meine Methode so ein Malheur wieder zu beheben.

Was war hier passiert? Ich hatte in der Hitze des Gefechts die Dominofräse nicht sauber an den Anschlag angelegt. Beim Eintauchen des 8mm Fräsers ist dann die Maschine unbeabsichtigt gewandert.

Das Ergebnis sieht man im ersten Bild dieses Artikels.
Da ich hier beim Möbelbau die neuen Festool KV-SYS Verbinder einsetzen werde, ist so eine verhunzte Fräsung natürlich ein No-Go. Die Verbinderkörper würden hier nicht halten.

Also muß die Fehlstelle ausgebessert und neu gefräst werden. Bei einer 8mm Dominofräsung braucht es hier einen 35mm Forstnerbohrer, um die Fehlstelle auszubohren. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn der Zentrierpin des Forstnerbohrers hat ja im Bereich der Fräsung kein Material und kann daher den Bohrern nicht sauber führen.

Hier gibt es aber einen einfachen Trick: Man durchbohrt ein Abfallholz mit dem Forstnerbohrer. Dieses wird dann über der Fehlstelle mit einer Zwinge fixiert.

Dieses Brettchen dient nun als Führungshilfe. Der Forstnerbohrer verläuft nicht und das Loch wird an der gewünschten Stelle gebohrt. Dabei ist es wichtig, dass mindestens so tief gebohrt wird wie auch die misslungene Domino-Fräsung in das Material hineinreicht.

Danach wird in das gebohrte Loch ein Stück eines 35mm Buchenrunddübels eingeklebt. Idealerweise passt das Rundmaterial saugend in die Bohrung.

Ein wenig Weißleim und das runde Holz kann mit dem Schonhammer bis zum Grund der Bohrung eingetrieben werden.

Jetzt für ca. 2 Stunden trocknen lassen, danach kann der Runddübel bündig abgesägt werden. Ich verwende hierfür eine rückenlose Japansäge mit feiner Zahnung.

Damit die Oberfläche nicht beschädigt wird, kann man rund um den Dübel etwas Kreppband aufkleben.

Eventuelle Überstände werden mit einem gut geschärften Beitel entfernt.

Sobald der Leim getrocknet ist, kann die Fräsung erneut ausgeführt werden. Im Zweifelsfalle lieber ein wenig länger warten, damit das eingeleimte Rundholz beim Fräsen nicht wieder herausgerissen wird.

Und damit ist das Problem behoben – der KV-SYS Verbinder kann in dieser Fräsung später problemlos montiert werden.

Nach dem finalen Überschleifen ist die reparierte Stelle kaum noch zu erkennen.

Mit so einem Hilfsbrettchen für den Forstnerbohrer kann man übrigens alle möglichen Arten von Fehlstellen im Holz reparieren, bei denen ein entsprechende Stelle ausgebohrt werden muss.

 

7 Kommentare

  1. Nach einer solchen „Reparatur“ sieht die Stelle erst recht schlimm aus.
    Warum wurde nicht neben dem „Unfall“ eine neue Fräsung anbringen?
    Dann würde man nach dem Zusammenbau gar nichts sehen.

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    • Hallo Söhnke, weil ich hier die KV-SYS Verbidner einsetze und die Seitenteile bereits angefertigt waren, hätte ein Versetzen des Verbinders das Anfertigen eines neuen Seitenteils erfordert. Da später die Stelle im Inneren des Schranks liegt, ist die Optik hier kein Problem. Man sieht nix mehr. Wichtiger war es mir, einen sicheren Halt des KV-SYS Verbinders sicherzustellen.

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  2. Ich glaube, das Problem hat wohl jeder einmal gehabt. Ich verwende eine Holzpaste con Clou aus dem Baumarkt. Damit schmiere ich das Loch zu und schleife es später ab. Die Stelle kann man danach noch einmal bearbeiten.
    Mit dem Rundholz sieht es aus, als wäre es gewollt 🙂

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    • Hallo Peter, bei der Holzpaste hätte ich Bedenken, dass das später so stabil wie das Holz wird. Zudem ist bei den tiefen Fräsungen eine Menge Paste nötig und bis diese dann wirklich durchgetrocknet ist…

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