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Buchtipp: Die Werkzeugkiste des Anarchisten

Der Bestseller “The Anarchists Toolchest” aus den USA ist jetzt auch in deutscher Übersetzung verfügbar.

Darüber freue ich mich ganz besonders, weil dieses Buch in der englischen Orginalausgabe von 2011 eines der Bücher war, welches mir den Weg in das Holzwerken  geebenet hat. Deshalb werfe ich in diesem Artikel einmal einen Blick in die deutsche Fassung dieses Buch von Christopher Schwarz. Es ist im Verlagsprogramm von Holzwerken erschienen.

Die Frage die natürlich jeder Holzwerker zuerst stellt:

Woher kommt dieser Titel ?

Dazu gibt der Autor Christopher Schwarz eine kurze Einführung im ersten Kapitel des Buches. Dort erklärt er seinen Lesern, warum er dieses Buch geschrieben hat und wie er sich vom “Konsumierenden Holzwerker” zum “Anarchistischen Holzwerker” gewandelt hat.
Eine wichtige Anmerkung dazu: Im Amerikanischen hat das Wort “Anarchist” eine ähnliche Bedeutung wie im Deutschen der “Alternative” im Sinne der grünen Bewegung. Es geht also darum, wie man zu einem nachhaltigem Holzwerker wird, der Dinge erschafft, die hochwertig und langlebig sind. Eine Erklärung dazu findet man auch auch dem Blog von Christopher Schwarz.

Dass Christopher Schwarz damit voll den Zeitgeist getroffen hat, kann man übrigens auch an dem Umstand erkennen, dass das englischsprachige Original “The Anarchist Toolchest” mittlerweile in der 8. Auflage gedruckt wird und über 30.000 mal verkauft wurde! Für ein Holzwerker-Buch ist das eine absolute Rekordauflage.

Worum geht es in diese Buch?

Dies ist dann auch der rote Faden der sich durch dieses Buch zieht – dem Leser aufzuzeigen wie man mit wenigen Handwerkzeugen mit dem Holzwerken beginnen kann.

Dabei ist der Autor aber kein “Fundamentalist” der den Einsatz von Elektrowerkzeugen verdammt. Ganz im Gegenteil – hier ist er durchaus pragmatisch unterwegs und benutzt unter anderem auch Bandsäge und Hobelmaschine. Er möchte aber aufzeigen, dass man schon mit wenigen – ggf. auch gebrauchten – Werkzeugen, mit dem Holzwerken beginnen und brauchbare Möbel herstellen kann.

Dazu beschreibt der Autor in sieben Kapiteln welche Werkzeuge sinnvoll sind und welche Merkmale diese aufweisen sollten um damit erfolgreich arbeiten zu können. Ein Kapitel über das Schärfen dieser Handwerkzeuge rundet den Werkzeugteil ab. Anschließend wird sehr detailiert der Bau einer traditionellen angelsächsisch geprägten Werkzeugkiste nach historischen Vorbildern beschrieben. Das hat dann dem Buch auch den Titel gegeben.

Dabei ist das ganze Buch aus der “Ich”-Perspektive geschrieben, was das Buch sehr leicht lesebar macht. Und ja, natürlich merkt man ganz deutlich dass dieses Buch aus einer US-amerikanischen Sichtweise geschrieben wurde. Aber die Erkenntnisse wann ein Werkzeug etwas taugt und wann es nur ein “werkzeugartiger Gegenstand” ist, sind universell gültig.

Zur deutschen Ausgabe

Oftmals sind deutsche Übersetzungen von amerikanischen Holzwerker-Büchern irgendwie “komisch” geraten. Nicht so in diesem Fall. Die Übersetzungsarbeit wurde als Gemeinschaftsprojekt von drei Holzwerkern geleistet, die den Autor auch persönlich kennen. Dabei haben Sie es geschafft, den Stil und den Duktus der englischen Orginalausgabe von “Anarchists Toolchest” hervorragend ins Deutsche zu übertragen.
Einige kleinere Hinweise und Ergänzungen für Leser in Europa wurden mit viel Gefühl ergänzt, ohne das originale Lesegefühl zu beschädigen.


Es freut mich sehr, dass der Holzwerken Verlag das originale Layout der Seiten und Bilder praktisch 1:1 übernommen hat. Dazu die entsprechende Ausstattung des Buches – also einen schwarzen Leineneinband und einen Druck auf mattes, hochwertiges Papier – wie bei der englischen Orginialausgabe. Zusätzlich liegen noch ein Aufkleber für die Werkzeugkiste und eine Postkarte mit dem Logo des Buches bei.

Es macht daher schon von der Haptik her einfach nur Freude das Buch in die Hand zu nehmen und darin zu lesen.

Mein Fazit

Eine wirklich sehr gelungene Adaption des englischen Originals für den deutschsprachigen Leser. Die wirklich gute Übersetzung und die hochwertige Ausstattung des Buches transportieren ganz hervorragend das echte “LostArtPress”-Feeling der Bücher aus den USA.

Jeder Holzwerker der einmal eine kurzweilig geschriebene, alternative Sichtweise auf das Holzwerken kennen lernen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Quasi nebenbei lernt man eine Menge über die Qualitäten von verschiedenen Handwerkzeugen, das Schärfen und wie man rund um eine Werkzeugkiste eine kleine Holzwerkstatt organisieren kann.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Buch für mich damals (2011) einer der Anstöße waren, mit dem Holzwerken zu beginnen ohne dabei sofort in eine Vielzahl von Elektrowerkzeugen zu investieren. Schon mit wenigen guten Handwerkzeugen wie z.B. Hobel, Beitel und Handsäge sind schöne erste Werkstücke aus Holz machbar.

Titel: Die Werkzeugkiste des Anarchisten (Originalausgabe: The Anarchist’s Tool Chest) Autor: Christopher Schwarz
Verlag: Holzwerken Verlag, Vincentz Network GmbH & Co. KG
Sprache: Deutsch
Seiten: 477
Bestellnummer: 20750
ISBN: 978-3-86630-745-2

Wer trotzdem lieber die englische Originalausgabe von LostArtPress bevorzugt, der kann dieses Buch auch über den deutschen Versender DICTUM bei AMAZON bestellen.

Eine weitere Rezension von “Die Werkzeugkiste des Anarchisten” findet man auf Michas Holzblog.

3 Kommentare

  1. Wolfram,

    danke für den Hinweis auf die Übersetzung. Bei solchen und anderen Büchern ist die Übersetzung in das Deutsche meistens eine komplette Katastrophe.
    Hatte mehrfach überlegt das Original zu kaufen.
    Jetzt wird es wohl die übersetze Variante.

    Christian

    Antworten
    • Ja, die Übersetzung ist in diesem Falle wirklich gut, weil von echten Fachleuten gemacht, die auch eine Ahnung vom Thema haben. Da wird dann auch die richtige Bedeutung einer Vokabel im Kontext verwendet.

      Antworten
  2. Hallo Wolfram,
    danke für den Hinweis auf die saubere Umsetzung des Buches / Werkzeugkiste des Anarchisten.
    Ich hatte nach Christopher Schwarz gegoogled, weil ich von Ihm Unterstützung bräuchte zur Reformierung meines Kellerwerkstattbereiches.
    Sein Buch “Hobelbänke -Grundlagen, Bauanleitungen und eine Fundgrube an Ideen”, hatte mir souverän geholfen meine kleine, in die Jahre gekommene, sehr einfache Werkbank für mich zufriedenstellend zu *reformieren* im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich finde sie ist jetzt besser geworden als wie sie war als ich sie vor rd. 40 Jahren neu gekauft habe.
    exzellentes carpe diem

    Antworten

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