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Möbelbau mit Leimholzplatten – ein Kurs bei Heiko Rech

Am vergangenen Wochenende habe ich den Kurs „Möbelbau mit Leimholzplatten“ bei Heiko Rech in St. Wendel besucht.

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Hier folgt mein Bericht mit einigen Bildern. Dieser Kurs von Heiko Rech ist ein sogenannter „Projektkurs“ – das bedeutet zum einen dass der Kurs über zwei Tage geht, zum anderen dass der Kurs ein fertiges und schon etwas komplexeres Möbelstück als Ziel hat.

Heiko ist ein echter Handwerker und die fangen um 8:00 Uhr am Morgen mit dem Arbeiten an. Daher habe ich mich dafür entschieden, schon am Freitag Abend anzureisen, um hier kein Risiko mit dem Verkehr einzugehen.
Dazu erhält man bei der Anmeldung zum Kurs von Heiko eine Liste von Hotels in St. Wendel und Umgebung. Ich habe mich für das „Kurschlösschen“ entschieden, ein ruhig gelegenes kleines Hotel mit individuell eingerichteten Zimmern und einem sehr reichhaltigen Frühstückbuffet.

Der erste Tag

Heikos Werkstatt liegt auf der Rückseite eines Gebäudes im Industriegebiet von St. Wendel und besteht aus dem Werkraum, einem Nebenraum sowie einer kleinen Küche.

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Die Projektkurse von Heiko sind immer nur kleine Gruppen mit vier Teilnehmern. Das stellt sicher dass auf jeden Teilnehmer und seine Fragen eingegangen werden kann. Der Kurs beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer und einer guten Tasse Kaffee.

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Dann erläutert Heiko den Aufbau des Schränkchens aus Leimholzplatten, das in diesen zwei Tagen entstehen wird. Es ist aus massivem 18mm Buchenleimholz mit einer Schublade und einer Tür versehen, die mit Topfscharnieren montiert wird.

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Um den Kurs nicht mit Routinearbeit übermäßig zu belasten, hatte Heiko das Material im Wesentlichen bereits zugesägt. Und so können wir gleich mit dem Herstellen der Korpusverbindungen beginnen.

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Hier erläuterte Heiko das Arbeiten mit dem Hobel. Die Kanten der Holzteile werden nicht geschliffen sondern von Hand gehobelt. Solche Ohrenschützer sind da zwar nicht nötig, aber hier siegte wohl die Macht der Gewohnheit 😉

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Eines der Kursziele das Heiko hier vermitteln will ist das Arbeiten mit den verschiedensten Verbindungstechniken. Daher kommen bei diesem Schränkchen nicht nur eine Makita Flachdübelfräse sondern auch der Maffel Duo-Dübler und die Festool Dominofräse zum Einsatz. So kann sich jeder Kursteilnehmer ein Bild von den Vor- und Nachteilen der einzelnen Systeme machen. Natürlich könnte man das Projekt auch nur mit einem dieser Systeme realisieren, aber so ist der Lerneffekt natürlich ein ganz anderer.

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Zur Mittagspause treffen sich alle Teilnehmer im Nebenzimmer. Das Catering ist von Heikos Ehefrau gekocht – lecker und frisch – das hat allen Teilnehmern geschmeckt.

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Weiter geht es mit dem Bau der Tür. Hier zeigt Heiko wie eine Tür in Rahmenbauweise mit schwimmender Füllung aufgebaut ist. Anschließend wird zur Tat geschritten und mit dem Bau des Rahmens der Tür begonnen.

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Die Zapfen und Nuten werden am Frästisch hergestellt. Die dazu nötigen Arbeitsschritte wurden von Heiko sehr umfassend erklärt und sind so für jeden Teilnehmer problemlos nachvollziehbar.

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Am Ende des ersten Tages hat dann jeder Teilnehmer seinen Korpus fertig verleimt und die Teile für die Rahmentür sind fertig zum verleimen.

Der zweite Tag

Am zweiten Tag geht es weiter mit dem Bau der Türen. Die Türen haben eine schwimmende Füllung die ohne Leim in den Rahmen gesetzt wird.

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Nachdem die Türen verleimt waren zeigte Heiko ausführlich wie man die Türen mit Hilfe von Topfscharnieren anschlägt. Und nachdem die Türen von allen Teilnehmern montiert waren wurde natürlich auch erklärt, wie man die vielfältigen Einstellmöglichkeiten moderner Topfscharniere nutzt.

HeikoRech_78Danach wurden die Schubladen gebaut. Auch diese werden aus Leimholz gebaut. Alle Arbeitsschritte vom Auftrennen der Leimholzplatten, Aushobeln mit der Dickenhobelmaschine über das Ablängen der Teile wurden von Heiko gezeigt und von den Kursteilnehmern nachvollzogen.

HeikoRech_30Die Nuten für die Schubladenführungen und den Sperrholzboden werden wieder am Frästisch hergestellt.

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Das Verbinden der Seitenteile erfolgt mit Flachdübeln und bis zur Mittagspause waren die Schubladen fertig verleimt

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Nach dem leckeren Mittagessen wurden dann die Schubladen in den Korpus eingepasst. Auch hier hat uns Heiko wieder alle Kniffe gezeigt wie die Führungen passgenau und leichtgängig zu montieren sind.

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Und hier kann man sehen, dass so ein selbst gebautes Schränkchen jeden Mann deutlich schlanker macht:

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Am frühen Nachmittag haben wir dann noch einen Abschlußkaffee getrunken und leckeren selbstgebackenen Kuchen gegessen. Danach wurde gemeinsam die Werkstatt gefegt und jeder hat sein Schränkchen für die Heimfahrt ins Auto geladen.

Mein persönliches Fazit:

Das waren für mich zwei sehr lehrreiche Kurstage. Die von Heiko gezeigten Arbeitsweisen haben mir sehr viele neue Impulse gegeben wie man sich beim Möbelbau das Leben leichter machen kann.
Es gab reichlich Gelegenheit zum Arbeiten mit vielen neuen Werkzeugen die ich bisher noch nicht selbst benutzt habe. Und daher werde ich wohl meine Werkstatt um das eine oder andere Werkzeug ergänzen, sobald ich hier eigene Möbelbauprojekte aus Leimholz in Angriff nehme.

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Dieses direkte Sammeln von Erfahrungen und natürlich auch das fachsimpeln in den Pausen machen diese Kurse von Heiko Rech in meinen Augen für jeden Holzwerker wertvoll. Und die Tatsache dass die aktuellen Termine im Sommer 2014 praktisch allesamt ausgebucht sind sprechen für die Qualität von Heikes Kursen.
Bei passender Gelegenheit werde ich sicher wieder zu einem Kurs nach St Wendel kommen.

14 Kommentare

  1. Ich habe den Bericht mit großem Interesse gelesen, so bekommt man mal einen Eindruck von dem, wie es hinter den „Youtube-Kulissen“ so menschelt. Die gut gemachten Fotos passen prima zum Text oder umgekehrt, klasse gemacht!

    Reinhard

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  2. Hans-Joachim

    07/07/2014 @ 19:12

    Hallo Wolfram,
    ein eindrucksvoller Bericht, herzlichen Dank.
    Das sich die Kurse bei Heiko rentieren durfte ich auch schon erleben.
    Irgendwann werde ich da wieder aufschlagen 🙂
    LG H.-J

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  3. Hallo Wolfram,

    das ist so schade. Ich war auch für diesen Kurs angemeldet und musste leider kurzfristig wegen persönlicher Gründe in der Familie absagen.

    Das wäre genau mein Kurs gewesen.

    Sehr schöner Bericht der Lust auf mehr macht,

    Gruß Andi

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  4. Hallo Wolfram,

    sehr schönen Bericht über unsere zwei Tage in St. Wendel.
    Hat super Spaß gemacht.
    Hoffe wir können mal wieder miteinander schreinern und fachsimpeln.

    Gruß Achim

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  5. Hallo Wolfram,

    es ist schon klasse, wenn einem jemand die Handgriffe zeigt. Leider ist die Werkstatt zu weit weg, sonst würde ich auch mal einen Kurs mitmachen.

    Viele Grüße
    Nils

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    • Für einen 1-Tages-Kurs wäre mir die Fahrt nach St. Wendel auch zu weit, aber bei einem 2-Tages-Kurs rentiert sich das meiner Meinung nach schon.
      Und ja, auch die Dictim Kurse sind gut – da habe ich ja meine Hobelbank in einem Kurs mit Chris Schwarz gebaut.

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  6. Pingback: Blogrundschau 28/2014 – Holz und Technik | Heimwerker-Blog

  7. Christoph Heil

    01/05/2017 @ 13:40

    Hallo,
    kann nur sagen, dass ich bereits an drei Zwei-Tages-Kursen von Heiko Rech mitgemacht habe. Und ich bin aus Berlin angereist!!!
    Ich würde sagen: Trotz der weiten Anreise, hat sich für mich jeder einzelne Kurs gelohnt.
    1. Lerneffekt riesig
    2. Werkstatt, Atmosphäre und Essen super
    3. Immer waren super-nette Teilnehmer dabei
    4. St. Wendel ist als Kurztrip-Location netter Ort

    Danke für den netten Bericht. Ich glaube, es wird auch für mich Zeit, mal wieder Heiko Rech zu besuchen 🙂

    Gruß an alle.
    Christoph

    Antworten
    • Hallo Christoph,
      ja, die Kurse bei Heiko Rech sind auch in meinen Augen ein wirklich einmaliges Angebot in Deutschland. Da lohnt auch eine weite Anreise.

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