CNC CNC Fräsenbau

SEOGEO Plattenfräse – eine CNC für den Möbelbau – Teil 3

Jetzt beginnt der mechanische Aufbau der SEGEO Plattenfräse. Da diese CNC-Fräse eine Arbeitsfläche von 2500*1250mm hat, ist das Gestell ein fundamentaler Teil der Maschine. Die später zu erreichende Genauigkeit der CNC-Fräse hängt dabei zu einem erheblichen Teil von der Sorgfalt ab, die bei diesem Bauschritt aufgewendet wird.

Das Gestell selbst wird aus verschiedenen Aluprofilen aufgebaut. Es kommen hier Aluminiumprofile der Abmessungen 80×40 I-Typ mit Nut 8 in schwerer Ausführung zum Einsatz.

Ich hatte mich ja für den Kauf des kompletten Profilsatzes bei DOLD-Mechatronic entschlossen, da ich so nicht nur die Aluprofile sondern auch die benötigten Schnellverbinder, Schrauben und sonstige Kleinteile für den Aufbau beieinander habe.

Der Aufbau des Gestells ist in der Bauanleitung für SEOGEO Plattenfräse recht gut beschrieben und eigentlich sollte ja das Zusammenschrauben von ein paar Aluprofilen keine sonderlich große Herausforderung sein, oder? Nun ja, im Prinzip stimmt das auch, aber der „normale Holzwerker“ ist jetzt nicht unbedingt der erfahrene Maschinenschlosser. Deshalb beschreibe ich hier meine Vorgehensweise ein wenig ausführlicher.

Gewinde schneiden

In die Enden der Aluprofile müssen teilweise M8 Gewinde eingeschnitten werden. Der dazu nötige Gewindeschneider ist im Frästeilesatz von SEOGEO mit enthalten.

Mit einem guten Schneidöl und einem kräftigen 18V Akkuschrauber im 1. Gang ist das Ganze problemlos zu bewältigen. Voraussetzung ist natürlich, dass man zuvor die Bohrungen in den Profilen mit einem 45-Grad Senker ordentlich angefast hat.

Eindrehen der Schnellverbinder

Das Eindrehen der Schnellverbinder gelingt mit einem drehmomentstarken 18V-Akkuschrauber recht problemlos. Wichtig dabei sind nur zwei Punkte:

1. Unbedingt reichlich Schneidöl in die Nut oder auf das Gewinde des Schnellverbinders geben, bevor der Verbinder eingedreht wird

2. Eine Schraube im Verbinder einsetzen und diese Einheit einschrauben, damit sich der Verinder beim Einschrauben nicht verkantet. Ja, die M6-Schraube ist da nur wenige Zentimeter im Verbinder, aber das genügt um das korrekte Eindrehen ohne Schräglage sicherzustellen.

Vor Beginn der Montage habe ich alle Schnellverbinder nach Plan ind die Profile eingedreht und auch geprüft, ob sich die M6x50 Schrauben durchführen lassen. Das sind in Summe 128 Stück und damit ist man doch eine ganze Weile beschäftigt.

An einigen Stellen hatten sich Grate am Ende des ALuprofils gebildet, die ich mit einer Flachfeile entfernen musste.

Montage der H-Ständer

Erster Schritt ist die Montage der H-Ständer. Ich habe mir dazu aus ein paar Holzresten eine provisorische Schablone zusammengeschraubt. Damit ist sichergestellt, dass die Querträger alle mit dem gleichen Abstand an den Tischbeinen montiert werden.

Nach der Montage der Aluprfile wurde auch gleich die Bodenständer eingeschraubt und auf gleiche Länge eingestellt. Das erleichtert das spätere Ausrichten des Grundgestelles ganz enorm.

Hier ein Blick auf die vier fertigen H-Ständer.

Aufbau des Grundgestells

Beim Aufbau des Grundgestells ist darauf zu achten, dass dieses rechtwinklig ist und dass die resultierende Tischfläche „im Wasser“ steht. Das ist deshalb wichtig, weil die Führungen der X-Achse parallel und mit möglichst geringen Abweichungen montiert werden müssen. Auch ist das Gewicht der fertig montierten Maschine bei diesen Abmessungen nicht unerheblich (ca. 280 kg) und wenn hier die Beine nicht sauber ausgerichtet sind, verzieht sich später der Unterbau der CNC-Maschine im Betrieb.

Wir haben zuerst die beiden Längsprofile auf die H-Ständer montiert – die Schrauben aber nur handfest angezogen. Dabei sind die H-Träger gleichmäßig über die gesamte Länge des Längsprofils verteilt – also jeweils mit einem Abstand von 70cm (bezogen auf die Mitte der Profile).

Dann mit einer Diagonalmessung das Gestell rechtwinklig ausgerichtet und anschließend die beiden äußeren Querträger montiert. Auch hier nach jedem Montageschritt wieder auf Rechtwinkligkeit geprüft.

Anschließend mussten nur noch die restlichen Querverbinder eingesetzt werden. Das Ergebnis war nahezu perfekt – die Diagonalen unterscheiden sich um weniger als 1mm.

Die Abstände der Querträger haben wir so gewählt, dass in den vorderen drei Feldern jeweils ein Querträger im Bereich des H-Trägers und genau dazwischen montiert ist.

Im vierten Feld sind zwei Querträger montiert. Der vordere Querträger ist so positioniert, dass dieser mit seiner Endkante genau 250cm von der Vorderkante des ersten Querträgers entfernt ist. Das erlaubt es uns, hier später eine normale Siebdruckplatte als „Opferplatte“ auf das Gestell zu montieren. Die zweite Querstrebe ist mit einem Abstand von 35cm montiert. Sie markiert den Ruhepunkt des Portals, an dem später der Werkzeuglängensensor montiert wird.

Um jetzt das Gestell der SEOGEO-Fräse endgültig auszusteifen, wurden die Winkelstücke montiert. Es handelt sich dabei um die Konsolenwinkel „Delta-Line“ aus 2mm Stahlblech, erhältlich bei BAUHAUS Baumärkten.

Die Montage erfogt mittels M6x12 Zylinderkopfschrauben und den entsprechenden M6 Nutmuttern. Die Schrauben sind im Lieferumfang der SEOGEO Frästeile enthalten, die Nutmuttern im Teilesatz von DOLD.

Damit ist die Grundlage für die SEOGEO-Plattenfräse geschaffen. Zeitaufwand bis hierher ca. 10h.

Der nächste Schritt ist die Montage und das Ausrichten der Linearführungen und der Zahnstangen.

Fortsetzung folgt.

0 Kommentare zu “SEOGEO Plattenfräse – eine CNC für den Möbelbau – Teil 3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.