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Beschriften in der Holzwerkstatt – Brother P-touch H500LI

Wozu einen Beschriftungsdrucker in der Holzwerkstatt? So neumodisches Zeug braucht man doch gar nicht!

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Nun ja, mit dieser Begründung müßte ich auch sofort mein Internet abschalten und auf Softwaretools wie z.B. das CAD-Programm Sketchup verzichten.

Das Thema “Beschriften” ist bei einer Ein-Mann-Werkstatt nicht wirklich dringlich. Sobald aber weitere Personen mitwerkeln sieht das schon ganz anders aus. Dann wird der Nutzen beschrifteter Schränke und Schubladen ganz schnell erkennbar: Es gibt weniger Nachfragen wo man denn welche Kleinteile findet und es ist auch jederzeit klar, wohin einzelnen Teile wieder aufgeräumt gehören.

Und da seit einiger Zeit meine Söhne und Töchter auch immer wieder einmal mitwerkeln oder sogar eigene Projekte realisieren, habe ich geplant demnächst eine Werkzeugwand aus einer OSB-Platte über meiner Werkbank anzubringen. Damit die Werkzeuge aber auch wieder zurück an Ihren Platz finden werde ich durch eindeutige Beschriftung für mehr Klarheit zu sorgen.

Ich habe mich daher nach einem Beschriftungsgerät umgesehen und mich dann für das Brother p-Touch H500LI entschieden. Die Gründe dafür sind ganz einfach gewesen: Ich wollte ein Gerät das möglichst breite Schriftbänder verarbeiten kann, um auch entsprechend große Beschriftungen anbringen zu können. Außerdem sollte das Beschriftungsgerät überall nutzbar sein, also über eine Tastatur mit Display verfügen und einen netzunabhänigen Betrieb mit Akkus bieten.

Technik p-Touch H500LI

Das Brother Gerät wird in einer stabilen Schachtel geliefert. Darin befindet sich das Beschriftungsgerät, ein Lithium-Ionen-Akku, ein Ladegerät und eine CD-ROM mit einer PC-Software. Die mitgelieferte Schriftbandkassette ist leider nur mit 4m Band gefüllt – die normalen Kassetten zum Nachkaufen haben 8m Band. Eine Produktpolitik die klar zeigt, dass der Hersteller das Gerät nahe dem Selbstkostenpreis verkauft. Der Gewinn wird später mit dem Verbrauchsmaterial gemacht.

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Das Gerät selbst ist recht groß, liegt aber gut in der Hand. Die Tasten haben einen spürbaren Druckpunkt und sind gut zu bedienen. Das Display ist beleuchtet und kann auch im Sonnenlicht problemlos abgelesen werden.

Arbeiten mit dem Beschriftungsgerät

Das H500LI hat ein automatisches Schneidwerk, d.h. nach dem ausdrucken kommt das Schriftband fertig abgelängt aus dem Drucker. Das ist auf der einen Seite recht praktisch weil das Hantieren mit der Schere entfällt, hat auf der anderen Seite aber den Nachteil dass die Etiketten am Anfang und Ende jeweils ein etwa 15mm Teil des Schriftbandes unbedruckt bleibt.

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Man kann allerdings mehrere Etiketten mit der Funktion “Kettendruck” in Serie drucken und auf diese Weise den unbedruckten Bereich minimieren. Das ist insbesondere dann hilfreich wenn man viele sehr kurze Etiketten drucken muß. Der Griff zur Schere ist nun allerdings unvermeidlich.

Die Druckauflösung beträgt 180*180 Pixel, also etwas mehr als die Hälfte der üblichen Auflösung eines Laserdruckers.

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Neben Texten kann das H500 auch jede Menge Symbole, Barcodes, Grafiken und vieles mehr ausdrucken. Die Zahl der Schriftarten und Sonderzeichen ist sehr groß, da ist eigentlich für jeden etwas dabei.

Und auch Etiketten mit laufender Nummerierung oder beidseitige Fähnchen zum Beschriften von Kabeln und Leitungen ausdrucken. Das ist gerade bei Steckernetzteilen für Smartphone und Co eine große Hilfe.
Offen gesagt die Möglichkeiten so vielfältig, dass ich sicherlich noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt habe, die mir das Brother H500LI bietet.

Die PC Software

Neben der Texteingabe am Gerät kann man auch über eine PC-Software das Brother H500LI steuern. Dazu sind für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen Vorlagen für den Ettikettendruck enthalten.
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Die wirklich interessante Funktion an dieser Software ist aber der Etiketten-Editor. Damit kann man in weiten Grenzen eigene Designs entwerfen und als Etiketten ausdrucken.

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Damit war ein kein Problem innerhalb weniger Minuten meine eignen Holz-und-Leim-Blog-Aufkleber zu erstellen und anschließend auf dem 24mm breiten Schriftband zu drucken.

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Und dann natürlich die Preisfrage: Wie gut kleben die Etiketten auf Holzoberflächen?
Hier habe ich einige Tests mit 12mm breitem Band gemacht und Etiketten auf verschiedene Holzoberflächen geklebt.

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Das Ergebnis überrascht. Auch auf Holzoberflächen haften die Etiketten überaus gut. Sie sind kaum wieder abzulösen. Es reicht dabei wenn die Oberfläche grob geschliffen oder gehobelt ist. Eine sägerauhe Bohle ist ungeeignet, aber kurz mit dem Exzenterschliefer und 100er Papier drüber, schon klappt es.

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Glatte Holzoberflächen wie in dieser Bohrerbox sind natürlich komplett unproblematisch, die Etiketten haften bestens.

Fazit

Das Brother H500Li ist ein leistungsfähiges. einfach zu bedienendes Beschriftungsgerät.

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Damit lassen sich im Handumdrehen die unterschiedlichsten selbstklebenden Kunststoffetiketten erstellen. Das erleichtert die Organisation der Werkstatt und seit ich meine Kleinteileboxen im Rollcontainer beschriftet habe ist es deutlich leichter die passenden Schrauben zu finden.

Wer sich jetzt auch mit dem Gedanken trägt, so ein Beschriftungsgerät zu kaufen, der kann zwischen mehreren Varianten des H500 wählen.

Das “normale” H500 Gerät für den Einsatz mit normalen Alkaline-Batterienen (Babyzellen):

Die “Komfort”-Variante bei der dem Drucker noch der Litium-Ionen-Akku und ein Ladegerät beiligen.

Die “robuste” Variante des H500 die als E550 bezeichnet wird und über ein schlaggeschütztes Gehäuse mit Gummipuffern verfügt. Wenn es wirklich rauh zugeht, sicher eine sinnvolle Version.

Und wer auf den Betrieb als Handgerät verzichten kann, der sollte sich den sehr preiswerten Drucker Brother p-Touch P700 anschauen. Es besitzt das gleiche Druckwerk wie das H500, muß aber mittels USB-Kabel über den PC gesteuert werden.

Zum Schluß danke ich der Fa. Brother für das Sponsoring des hier vorgestellten Beschriftungsgerätes.

 

7 Kommentare

  1. Hallo,

    benutzte schon seit Jahren P-Touch, wie auch Etikettendrucker der QL Serie und bin voll begeistert.

    Hatte schon Geräte von Dymo usw., aber alleine die Klebekraft der TZ Bänder ist unschlagbar.

    Leider ist der “Verschnitt” schon erheblich, um mal ebenso kurz was zu drucken.

    “Gott sei dank” findet sich mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten die Geräte zu nutzen.

    Viel Spaß mit dem Gerät und ein Tipp mit auf den Weg: genug Bänder auf Vorrat legen und der Familie nicht zuviel von dem Gerät zeigen.

    Gruß Tommy

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    • Ja, das mit den Bändern habe ich auch schn gemerkt – die ersten 3 Kasetten waren ruck-zuck verballert. Zumal man ja auch diese netten Comic-Figürchen drauf drucken kann, was meine jüngste Tochter natürlich total begeistert hat.

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  2. Hallo Wolfram!
    Das mit den Bändern,ist ähnlich wie mit den Druckerpatronen.
    Da kosten die Patronen manchmal auch mehr als der Drucker.
    Sie mal für deine Bänder,bei Büromarkt Böttcher nach,da bin ich
    zB.bei Druckerpatronen fündig geworden,was den Preis anbelangt.

    Mfg.Manfred

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  3. Hallo Wolfram,
    danke für die Tipps – auch zu den alternativen Geräten. Ich habe vor, im Sommer gründlich Ordnung in meine Werkstatt zu bringen und war schon auf der Suche nach einem geeigneten Gerät.

    Grüße,
    Andreas

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  4. Klaus Furth

    11/12/2018 @ 08:43

    moin, wenn man z.B. bei Amazon statt der Version mit beigelegtem Lithium Ionen Akku die “normale” Version und ladegerät und Akku separat bestellt, spart man momentan gute 20 €. gegenüber der Komplettversion. Schriftkasetten gibt es in reichlicher Auswahl von Fremdherstellern bei Ebay im 3-er oder 5-er Pack zu deutlich günstigeren Konditionen ggü. der Originalbänder. Ich habe die günstigen Bänder ausprobiert und sehe keinen Nachteil ggü. der Originalbänder. Kleben gut auf den Oberflächen. Wie es mit der haltbarkeit aussieht, kann ich nicht sagen, da ich diese erst seit kurzem benutze.

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    • Hallo Klaus, bei den Kompatiblen Bändern habe ich Indoor – also in der Werkstatt – keine Probleme feststellen können und da benutze ich diese teilweise auch. Bei Anwendungen im Freien (Klingelschilder, Briefkasten o.ä.) vergilben die Billigbänder allerdings recht schnell, da sind die originalen Brother-Bänder eindeutig besser.

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