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Hängeschrank mit Glastüren – Teil 3 Türrahmen

Nachdem für den Hängeschrank der Korpus fertiggestellt ist, beginnt nun endlich der Bau der Glastüren.

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Auch hier habe ich mich wieder für eine pragmatische, rationelle Bauweise entschieden.

Die Türen sind als Rahmentüren gepant, in welche später die Glasplatten eingesetzt werden. Sie bestehen aus 26mm starkem Buchenleimholz und werden mit Topfscharnieren angeschlagen.

Die Breite des Rahmens orientiert sich damit zum einen an der MIndesttiefe von 44mm für die Topfscharniere in der Tür und zum anderem am Falz für das Glas. Um genügend Auflagefläche für das Glas zu bekommen, wird der Falz eine Breite von 12mm und eine Tiefe von 16mm bekommen. Ich habe daher für die Rahmenhölzer eine Breite von 75mm gewählt. So bleiben zwischen Topfscharnier und späterem Falz noch etwa 5mm Luft, um die Halteleisten für das Glas zu verschrauben.

Aus den Resten der 26mm Leimholzplatte des Korpus habe ich auf der Tischkreissäge die entsprechenden Leisten zugesägt.

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Zuerst hatte ich geplant die Eckverbindungen der Türen klassisch mit Schlitz und Zapfen auszuführen, aber nach Prüfung des verfügbaren Holzes mußte ich feststellen, dass das Material dazu nicht ausreicht. Ich habe mich daher für eine Verbindung mit 10*60 Dominodübeln entschieden. Das ist für diese Zwecke sicherlich mehr als ausreichend stabil.

Die Leisten wurden mit der Zugfunktion der CS70 passend abgelängt und schon konnten die Fräsungen für die Dominos ausgeführt werden.

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Anschließend wurde die Position der Topfscharniere vom Korpus auf die Anschlagleisten übertragen. Dazu habe ich die Leiste am Korpus angelegt und mit der Schablone HETTICH Blue die Positionen angezeichnet. Mit meiner kabelgebundenen FEIN Bohrmaschine und einem 35mm Bohrmax-Bohrer wurden die Löcher für die Topfscharniere gebohrt.

Wenn man die Mittelpunkte der Bohrungen mit einer Ahle markiert, kann dort der Dorn des Forstnerbohrers angesetzt werden. Die resultierende Bohrung ist dann exakt an der gewünschten Stelle.

Da ich alle Kanten der Holzteile mit einer kleinen 2mm Rundung betone, wurden nach dem Bohren alle Kanten der Holzteile mit der kleinen Makitafräse und einem 2mm Abrundfräser bearbeitet. Zum Schluß wurden alle Holzteile noch mittels Exzenterschleifer und 120er Körnung vorgeschliffen.

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Damit waren alle Holzteile der Türen bereit zum verleimen. Mittels Schreinerdreieck wurden alle Teile gekennzeichnet, damit diese anschließend in der richtigen Reihenfolge und an der richtigen Stelle zusammengesetzt werden können.

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Das Verleimen war nun eigentlich nur noch Routinearbeit. Domino-Bohrungen in den Längsträgern mit Leim versehen, Dominodübel einschlagen und dann Leim in die Bohrungen der Querhölzer geben. Alles entsprechend dem jeweiligen Schreinerdreieck zusammensetzen und mit Zwingen sichern.

Glastur1 - 10Überquellender Weißleim wurde sofort mit einem feuchten Tuch abgewischt, denn die Rundungen kann man ansonsten später nur sehr zeitaufwändig von Leimresten befreien.

Glastur1 - 12Beide Rahmen durften nach dem Verleimen erst mal über Nacht trocken, bevor es mit dem Montieren der Scharniere weitergeht.

Am nächsten Tag wurden zunächst probeweise die Halteplatten der Topfscharniere in den Korpus geschraubt. Da die Seitenände des Korpus nur 20mm stark sind, die Türen aber 26mm haben, habe ich eine 6mm Sperrholzplatte untergelegt. So sind die inneren Kanten von Korpus und Tür auf gleicher Höhe und alles kann passend ausgerichtet werden.

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Nun wurden testweise die Scharniere der Türen in die Grundplatten eingehängt, um zu sehen ob alles passt.
Dabei stellte sich promt heraus, dass die beiden untersten Scharniere nicht einrasten wollten. Die Ursache war eine verschobene Bohrung der unteren 35mm Löcher – sie waren um ca. 1,5mm zu weit nach innen geraten. Das lies sich aber recht einfach korrigieren.

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Mit einer selbst angefertigten Schablone wurde die 35mm-Rundung um 1,5mm nach innen versetzt angezeichnet und dann mit der Oberfräse und einem 10mm Schaftfräser vorsichtig herausgearbeitet.

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Damit sitzen die Topfscharniere etwas weiter Innen und alles kann passend ausgerichtet werden.

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Die Probemontage der Türen verlief ohne weitere Zwischenfälle – alle Scharniere rasteten sauber ein. Die Türen waren jedoch ein wenig zu breit geraten – in der MItte war ein Überstand von rund 6mm. Die Ursache lag darin, dass ich die Fuge der Topfscharniere in meinen Maßen nicht berücksichtigt hatte.
Solche Fehler passieren, wenn zwischen den einzelnen Bauschritten immer wieder wochenlange Pausen eingelegt werden müssen.

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Das ließ sich aber ebenfalls schnell beheben – die inneren Rahmen der Türen wurden auf der Tischkreissäge CS70 einfach um 3mm besäumt. Dann war alles passend.

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Und hier noch die Ansicht der Rückseite des Hängeschrankes mit Glastüren. Oben ist die französische Hängung zu sehen, die Rückwand besteht aus 5mm Möbelsperrholz mit Buchenfurnier.

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Der nächste Arbeitsschritt wird das Vorbereiten der Rahmentüren sein. Ich hoffe dass ich das schon bald umsetzen kann.

Weiter zu Teil 4 – Fräsen der Rahmentüren

3 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,
    das wird eine schöne, schlichte Vitrine. Gefällt mir gut. Ich kenne es auch nur zu gut, dass man durch die zwangsläufigen längeren Pausen zwischen den Arbeiten immer mal wieder Fehler macht.

    Eine Frage noch: Was ist das genau für Leimholz? Man sieht gar keine Stöße auf der Oberfläche.

    Danke und Herzliche Grüße,
    Andreas

    Antworten
    • Hallo Andreas,

      es handelt sich um Leimholz mit durchgehender Lamelle von WIBEBA aus Österreich. Es gibt da aber auch andere Markten wie z.B. Pollmeier. Solches Leimholz bekommt man eigenlich in jedem besseren Holzhandel. In Bau- und Heimwerkermärkten findet man leider nur das billige “gestückelte”” Buchen-Leimholz.

      Antworten

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