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Schrankbau im System32 – Teil 2 Zuschnitt der Holzplatten

Nachdem die Maße des System32-Schrankes feststehen, kann jetzt mit dem Zuschnitt der Holzteile begonnen werden.

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Wie schon mehrfach erwähnt kaufe ich mein Plattenmaterial nur noch als ganze Platten im Holzhandel. Das ist mit 7 EUR je qm erheblich billiger als der Zuschnitt im Baumarkt für 16 EUR je qm. Wenn man diese Preise je Quadratmeter zwischen Baumarkt und Plattenware vom Holzhandel vergleicht wird man feststellen dass sich die Kosten für eine gute Handkreissäge mit Führungsschiene schon nach zwei größeren Projekten amortisiert haben.

Ich setze hier die Tauchsäge TS55R von FESTOOL zusammen mit zwei Führungsschienen FS1400 ein. Alle Platten liegen auf zwei Böcken. Mit zwischengelegten Leisten kann dann direkt auf dem Stapel gesägt werden.

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Der Zuschnitt wird mit den Seitenteilen des Korpus begonnen. Da die kleinen Fachböden 41cm Breite haben, bietet es sich an, auch dem Schrank selbst eine Tiefe von 41cm zu geben. So können aus einer Platte mit der Breite 125cm insgesamt 3 Streifen mit 41cm und 250cm Länge gesägt werden.

Diese Streifen werden dann auf 41cm bzw. 80cm abgelängt, um die Böden des Schrankes zu bekommen. Auch die 200cm langen Seitenteile werden aus diesen 41cm Streifen gesägt. Aus dem verbleibenden 50cm Reststück kann wieder ein 41er Fachboden gesägt werden.

Für den ganzen Korpus kommt man so mit fünf 18mm OSB-Platten aus.

Hier eine Beschreibung meiner Vorgehensweise beiZusägen der OSB-Platten:

Zuerst immer eine Kante der Platte besäumen, d.h. eine ca.0,5cm breiten Streifen der Länge nach absägen, damit eine wirklich gerade Bezugskante entsteht.

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Mit einem einfachen Anschlag wird die Führungsschiene immer mit 41cm von der Bezugskante entfernt positioniert. So ist sichergestellt dass die Führungsschiene immer gleich positioniert wird. Das absolute Maß ist hierbei weniger wichtig als dass alle Streifen gleich breit sind. Das Ergebnis ist dann ein sauberer und gerader Korpus.

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Beim Sägen mit der sehr langen Führungsschiene die aus zwei zusammengesetzten FS1400 besteht ist der Einsatz des Schlauchabweisers sinnvoll. Es sind diese kleinen Details die mich von den FESTOOL-Werkzeugen wie der TS 55R überzeugt haben.

Wer für eine Handkreissäge nicht so viel Geld ausgeben möchte, aber dennoch ein brauchbares Gerät kaufen möchte, dem sei ein Blick auf die Scheppach CS55 empfohlen. Diese Handkreissäge wird auf verschiedenen Blogs wie z.B. auch bei Heiko Rech als brauchbare Alternative betrachtet.

Die Streifen werden kann mit einer kurzen Führungsschiene und dem Winkelanschlag abgelängt.

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Dabei mußte ich feststellen, dass die Skala auf dem FESTOOL-Anschlagwinkel nicht ganz 100%ig genau ist. Ein Nachmessen mit dem Starret-WInkel ergab eine kleine aber doch relevante Abweichung.

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Damit alle Querschnitte exakt werden, wird die Führungsschiene mit einer Zwinge fixiert.

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Auch beim Ablängen muß immer zuerst eine saubere Bezugskante gesägt werden. Man sollte sich hier nicht auf die bestehenden Kannten der Platte verlassen. Schrank_system32_07

Und damit die angezeichneten Längen exakt werden, fixiere ich das Ende meines Meterstabes mit eine kleinen Klemme bündig zur Kante. Damit ist ein verrutschen ausgeschlossen und ein millimetergenaues Anzeichnen möglich.

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Das Zusähen aller Teile für den Korpus hat knapp 4 Stunden in Anspruch genommen.

Aus weiteren 3 Platten habe ich dann die Türen des Schrankes zugesägt. Hier ist besondere Sorgfalt  gefordert, da die Türen in drei verschiedenen Breiten zugesägt werden müssen.

Das Vorgehen ist wie zuvor beschrieben, nur dass hier alle Breitenmaße mit dem Meterstab ausgemessen werden müssen.

Der ganze Schrank besteht so aus 8 OSB-Platten mit den Abmessungen 125*250cm. Als Verschnitt bleiben lediglich ein paar schmale Leisten und einige kurze Reststücke übrig. Damit wird später noch der Sockel des Schrankes gebaut.
Die Materialausnutzung ist mit den gewählten Maßen also sehr wirtschaftlich. Das ganze Holz für den Schrank hat bis hier 186,00 EUR gekostet.

Der nächste Schritt ist das Anleimen der Massivholzkanten und das Bohren der Löcher für die System32 Beschläge.

Hier alle Artikel dieser Serie Schrankbau im Überblick:

Schrankbau im System32 – Teil 1 Planung des Korpus
Schrankbau im System32 – Teil 2 Zuschnitt der Holzplatten
Schrankbau im System32 – Teil 3 Anleimen der Massivholzkanten
Schrankbau im System32 – Teil 4 Die Verbindungsbeschläge
Schrankbau im System32 – Teil 5 Topfscharniere
Schrankbau im System32 – Teil 6 Der Aufbau
Schrankbau im System32 – Teil 7 Fragen und Antworten

6 Kommentare

  1. Toll, was du alles selber machst! Ich bin schon sehr gespannt, wie der Schrank dann am Ende aussieht 🙂 Lasst ihr das Holz so wie es ist oder schreicht ihr es dann noch??
    Liebe Grüße

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  2. Hi. Interessanter Artikel. Ich handhabe das auch so mit den großen Platten und schneide mir diese dann zurecht. Ist wesentlich günstiger 😉 Weiterhin viel Erfolg.

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  3. Hallo,

    ich mache gerade eine Umschulung zum Tischler und bin als ältester einer Berufsschulklasse aufgrund des Lautstärkepegels zu keinem klaren Gedanken fähig und muss mir den im Unterricht vermittelten Lernstoff am Ende zu Hause noch mal selber erarbeiten. Ich schreibe mir lediglich noch ein paar Stichpunkte auf. Nach ein paar Recherchen traf ich dann auf deine Darstellung des Systems 32 und danke dir für diesen, für mich, äußerst plausiblen Beitrag. Danke dafür!!!

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  4. Hallo, sehr guter Artikel und wirklich lesenswert! Ich säge größere Platten auch immer nach dieser Methode und es funktioniert super einfach! 🙂

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  5. Hallo Wolfram,

    ich möchte mir auch die Kombi TS 55 mit Führungsschiene zulegen. Später vielleicht auch noch einen Festool MFT/3.

    Erst einmal als günstige Alternative zu einer guten Tischkreissäge.

    Ich habe selber eine Bosch PTS 10 und mit der bekommt man fast alles kurz, nur eben nicht immer so genau wie ich es gern hätte.

    Wie genau kann man mit der TS 55 und der Schiene arbeiten? Winkligkeit, Gehrung usw.

    Gruß Karsten

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    • Hallo Karsten, ich mache meine “großen” Zuschnitte allesamt mit der TS55 und Führungsschiene. Man kann problemlos auf eine so hohe Schnittgenauigkeit kommen, wie diese beim Möbelbau benötigt wird. Wenn man ein wenig Sorgfalt beim Ausrichten der Führungsschiene walten lässt und die Schiene grundsätzlich mit Zwingen fixiert, kommen da sehr maßhaltige Ergebnisse herraus. Der MFT/3 ist nicht unbedingt nötig, zwei stabile Böcke reichen IMHO aus. Bei vielen gleichartigen Schnitten hat man dann natürlich mit dem MFT/3 und seinen Anschlägen ein etwas rationelleres Arbeiten.
      Das Projekt Computertisch habe ich komplett mit der TS55 und der Führungsschiene zugeschnitten.

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