Im letzten Beitrag hatte ich ja die METABO MWB100 vorgestellt, eine stabile, transportable Werkbank. Beim aktuell geplanten Einsatz soll aber auf dieser Werkbank mit Tiffany-Glas gearbeitet werden. Das bedeutet auch, dass die Arbeitsplatte nass wird, wofür diese nicht unbedingt gemacht ist. Also muss eine Versiegelung her.
Die Werkbank hat eine 20mm starke Arbeitsplatte aus MDF – ein Holzfaserwerkstoff der recht robust ist, aberdings auch relativ feuchteempfindlich. Daher haben wir uns entschlossen, die Arbeitsplatte mit einem hochwertigen Arbeitsplattenlack zu versiegeln.
Der Arbeitsplattenlack
Auf Empfehlung eines Malerkollegen haben wir uns für den Tischplatten Hartlack MAXULIN HD11 entschieden. Ein robuster Zwei-Komponenten Hartlack von der Fa. RABE.
Dieser Lack wird im Verhältnis 10:1 Volumenteile gemischt und kann mit dem Pinsel verarbeitet werden. Wir haben hier 200ml Lack und 20ml Härter angerührt.
WICHTIG: Niemals einen Zweikomponentenlack mit dem Pinsel umrühren. Statt dessen immer einen Rührstab (aka Holzstöckchen) benutzen, da bei einem Pinsel sonst die Borsten beim ersten Eintauchen mit Lack ohne Härter gesättigt werden und man hinterher mit klebrigen Stellen in der lackierten Fläche zu kämpfen hat.
Der MAXULIN HD11 Lack ist wasserbasiert, d.h. der Pinsel wird hinterher einfach mit Wasser ausgewaschen. Kein Lösungsmittel, kein Gestank, kein Entsorgungsproblem.
Ausbau der Arbeitsplatte
Die Arbeitspplatte sollte nicht im Gestell gestrichen werden, weil sonst die Kanten nicht orgentlich erreicht werden können und auch das Gestell unnötigerweise Lack abbekommt.
Der Ausbau der Arbeitsplatte ist recht einfach zu bewerkstelligen: Es müssen lediglich einige Schrauben auf der Unterseite an den Montagewinkeln gelöst werden. Schon kann die Platte herausgenommen werden.
Auftragen des Arbeitsplattenlack
Wir haben die Arbeitsplatte einfach auf zwei Böcke gelegt und auf beiden Seiten mit dem MD11 Arbeitsplattenlack behandelt. Es wurde zuerst die Unterseite gestrichen, die Platte umgedreht und anschließend die Oberseite lackiert. Dabei muss man an die Kanten und bei den Löchern schon etwas Sorgfalt walten lassen, denn dort braucht es einen kleineren Pinsel. Zudem zieht der Lack an den Schnittflächen recht schnell ein , muss dort also recht dick aufgetragen werden.
Der Hartlack zieht schnell in das MDF ein und ist schon nach einer knappen Stunde in der Sonne soweit ausgehärtet dass ein kurzer Zwischenschliff erfolgen kann. Wir haben hier einfach mit dem Schleifklotz und 120er Papier die Unebenheiten beseitigt und dann die Arbeitsplatte ein zweites Mal beidseitig lackiert.
Insgesamt haben wir nicht ganz 220ml Lack verbraucht – es waren zum Schluß noch geschätzte 30-40ml Lack übrig. Den verbliebenen Lack muss man entsorgen – auf keinen Fall in die Dose zurückgeben, denn bei diesem 2-Komponenten Lack wäre sonst in kurzer Zeit alles ausgehärtet.
Eine Arbeit die sich aus unserer Sicht sehr gelohnt hat. Nun kann ganz unbesorgt auch mit Wasser auf der MWB100 hantiert werden.




wie immer ein schöner Beitrag. Tiffany mache ich auch, der Optik der Zangen nach wünsche ich dir viel spaß bei dem neuen Hobby.
Interessantes Produkt!
Muss man sich bei der Verarbeitung beeilen?
Ansonsten natürlich nicht nur bei Amazon erhältlich: https://contura24.de/collections/farben-rabe (bei Bezos kaufe ich nicht)
Man kann den Tischplattenlack natürlich auch woanders kaufen. Das kann jeder halten wie er will. Die „offene Zeit“ bei uns waren ca. 2h dann wurde der angemischte Rest des Lackes im Glas fest. Außentemperatur waren da etwa 18 Grad.