Artikelformat

Dutch Toolchest – meine Erfahrungen mit der Werkzeugkiste

Nach drei Jahren im Einsatz folgt ein hier kurzer Erfahrungsbericht zu meiner “Dutch Toolchest”, die ich im Sommer des Jahres 2013 gebaut habe.

Toolbox512Wie hat sich diese Konstruktion beim Einsatz in meiner Werkstatt bewährt?

Die Dutch-Toolchest hatte ich seinerzeit gebaut, weil ich dringend eine Lösung gebraucht habe um meine Handwerkzeuge vor Staub und Schmutz in meiner ungeheizten Garagenwerkstatt zu schützen, diese aber trotzdem schnell im Zugriff zu haben.
Die Inspiration für das Projekt kam aus dem Blog von Chris Schwarz / LostArtPress, der diese Art von Werkzeugkiste in USA bekannt gemacht hat.

Aufbau der Werkzeugkiste

Weil der Bau damals möglichst schnell gehen mußtee, habe ich die Kiste ganz einfach aus 19mm starkem Sperrholz mit Meranti-Deckschicht gebaut. Es ist eine simple Bauweise mit Weißleim und SPAX-Schrauben. Diese Konstruktion hat aber allen Belastungen erfolgreich getrotzt – auch als die Kiste von den Sägeböcken gefallen ist, hat es außer ein paar kleinen Macken an einer Ecke keine weiteren Schäden gegeben.

An der Unterseite habe ich zwei Streifen beschichtetes Buchenmultiplex angebracht. Die Werkzeugkiste steht damit im Falle eines Falles auch nicht unmittelbar auf dem Boden und es kann keine Feuchtigkeit direkt an die Unterseite dringen.

Dutch16 - 3

Das hat sich auch bewährt wenn ich die Kiste auf zwei Sägeböcke stelle, denn das bringt  die Kiste in eine für mich in eine angenehme Position. Zudem verhindern diese Leisten das Rutschen der Kiste auf den Böcken.

Oberflächenbehandlung

Die angewendete Oberflächenbehandlung mit der Schnellschleif-Grundierung von Clou und anschließendem zweimaligen Lackieren mit grünem, wasserlöslichen Lack hat sich hinreichend gut bewährt. An den Kanten sind zwar ein paar Abplatzer zu sehen, aber das zeugt nur davon, dass diese Kiste auch benutzt wird.

Die gelb chromatierten Beschlagteile hatte ich ja mit schwarzem Sprühlack behandelt. Auf eine Grundierung der Metallteile hatte ich damals allerdings verzichtet, da auf der Sprühdose stand “starke Haftung auf metallenen Untergründen”.
Das hat sich natürlich als “Werbeversprechen” entpuppt. Der Baumarkt-Sprühlack hält nicht übermäßig gut. Hier würde ich heute entweder zu schwarz chromatierten Griffen greifen oder aber diese gelben Griffe in Essiglösung selbst schwärzen.

Die Größe der Werkzeugkiste

Anfängliche Bedenken, dass die Kiste zu klein wird, haben sich nicht bestätigt. Auch die kleine Version der Dutch Tool-Chest ist ausreichend groß, um alle meine Handwerkzeuge, die in regelmäßigem Gebrauch sind, aufzunehmen.

Dutch16 - 1

Der Einbau der zusätzlichen flachen Schublade hat sich sehr bewährt, erleichtert dies doch die Aufbewahrug der kleinen Werkzeuge.

Zugriff auf die Werkzeuge

Der wichtigste Punkt ist natürlich der Zugriff auf die Werkzeuge. Wie einfach kann ich ein Werkzeug aus der Kiste nehmen und nach Gebrauch wieder zurücklegen?
Hier bin ich nach drei Jahren regelmäßiger Benutzung von dieser Bauform einer Werkzeugkiste sehr angetan. Dank des großen Deckels kann man von oben alle wichtigen Werkzeuge schnell und einfach greifen und herausholen.

Der Deckel kann auch ganz einfach wieder geschlossen werden, was den Inhalt vor dem Verstauben schützt.

Dutch16 - 8Die vordere Verschlußplatte ist auf Klemmung gearbeitet, d.h. ich kann diese in die Werkzeugkiste einsetzen ohne dass zwingend der Riegel eingeschoben werden muss.

Dutch16 - 2

Wenn ich die Platte herausgenommen habe, lege ich diese umgedreht vor das untere Fach und auf diese Weise habe ich eine kleine Ablage davor.

Beweglichkeit in der Werkstatt

Einer der weiteren Gründe für den Bau dieser im Vergleich zur klassischen Werkzeugkiste recht kompakten Kiste war der Umstand, dass ich meinen Werkstattbereich innerhalb der Garage des öfteren einmal umräumen mußte. Daher wollte ich eine bewegliche Lösung im Vergleich zu einem klassichen Werkzeugschrank.
Inzwischen hat sich jedoch für meine Werkstattaufteilung eine relativ stabile Struktur ergeben und ich bewege die Dutch Toochest nur noch selten.

Das Gewicht der Kiste in befülltem Zustand ist doch ganz ordentlich, ich kann diese gerade noch so alleine anheben. Für längere Transportstrecken hole ich mir deshalb einen Helfer dazu.

Einsatz unterwegs

Eigentlich wollte ich meine Handwerkzeuge im Falle eines Falle auch bei Projekten außerhalb meiner Werkstatt einsetzen können. Deshalb habe ich die kleinere Version der Dutch Toolchest gebaut, die nur ein unteres Fach besitzt.

Dutch16 - 4

Der ursprüngliche Gedanke, mit der Dutch Toolchest meine Handwerkzeuge auch zu “Außeneinsätzen” mitnehmen zu können, ließ sich bisher nicht umsetzen. Zum einen weil ich da noch keine wirkliche Gelegenheit hatte, zu anderen weil ich bei Arbeiten andernorts in der Regel überwiegend mit einer speziellen Ausrüstung losziehe. Und da sind auch oftmals vor allem Elektrowerkzeuge mit dabei, die ich dann im jeweiligen Systainer o.ä. transportiere.

Mein Fazit

Das Ziel eine gute zugängliche Aufbewahrung für meine Handwerkzeuge zu schaffen habe ich  erreicht. Der Deckel ist schnell geöffnet und die Werkzeuge sind trotzdem immer gut geschützt – kurzum so macht das Arbeiten Spaß. Neben meiner Roubo-Hobelbank ist die Dutch Toolchest eines meiner nützlichsten Projekte für die Werkstatt – und praktisch bei jedem Projekt im Einsatz

.Es muß nicht immer eine Konstruktion aus Massivholz mit Schwalbenschwanzzinken sein, auch eine ganz pragmatische Sperrholzbauweise erfüllt ihren Zweck.

Jeder der nur wenig Platz zum Holzwerken hat, aber seine Werkzeuge sicher unterbringen möchte, sollte sich den Bau dieser Kiste einmal überlegen.

Hier eine Übersicht aller Artikel vom Bau der Dutch-Toolchest:

Teil 1 – Bau der Werkzeugkiste
Teil 2 – Bau der Werkzeugkiste
Teil 3 – Bau der Werkzeugkiste
Teil 4 – Bau der Werkzeugkiste
Teil 5 – Bau der Werkzeugkiste

Zum Schluß hier noch ein Video von Chris Schwarz, in dem er seine “kleine” Dutch-Toolchest vorstellt:

 

5 Kommentare

  1. Hallo,

    ich gebe Dir vollkommen Recht wenn Du sagst das man sich den Selbstbau einer Werkzeugkiste überlegen sollte wenn man nur wenig Platz zur Verfügung hat. Aber auch wenn die Platzverhältnisse grösser sind ist es meiner Meinung nach von Vorteil wenn man eine individuelle Lösung für sich baut. Auf diese Weise kann man, in diesem Fall die Werkzeugkiste, so gestalten wie es für die eigenen Ansprüche am Besten geeignet ist. Auch kann man den vorhandenen Platz so am allerbesten nutzen und die Werkzeuge so platzieren das die die am häufigsten gebraucht werden auch sofort griffbereit sind. Ich finde es gut das Du einen Erfahrungsbericht Deiner Arbeit geschrieben hast.
    LG Hajo

    Antworten
  2. Hallo Wolfram,
    sehr guter und nützlicher Erfahrungsbericht zu deiner “Dutch Toolchest”. Diese ist auch schon eine Weile auf meiner “zu bauen” Liste.
    Ich wühle mich mal durch deine Bauberichte. Vielleicht forcieren diese ja meine Absichten 😉

    Viele Grüße
    Stefan

    Antworten
  3. raimund gulhan

    28/11/2016 @ 17:51

    Dutch Toolchest:
    Lieber Wolfram, hab auf einem deiner Fotos gesehen daß wir die gleichen Metalböcke verwenden. Aus dem Baumarkt für damals ca. 15.-DM/Stück, Tragfähigkeit ca. 200kg, platzsparend zusamenklappbar, unverwüstlich. Den einzigen Nachteil, die rutschige Auflagefläche, habe ich durch eine aufgeschraubte Fichtenleiste ca. 18x18mm beseitigt. Schau mir gerne deinen Blog an, hab Einiges gelernt. Vielen Dank und viele Grüße, Raimund

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.