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Schrankbau im System32 – Teil 3 Anleimen der Massivholzkanten

Dank des Feiertages in Süddeutschland konnte ich heute am Schrank weiterarbeiten.

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Weil die Schnittkanten der OSB-Platten nicht sonderlich schön sind, werden diese von mir mit Massivholzumleimern versehen.

Dazu habe ich aus zwei jeweils 2,5m langen 10*6cm Kanthölzer mit der Kreissäge Leisten gesägt. Diese haben die Abmessungen 25*8mm. Das ist erheblich billiger als entsprechende Leisten zu kaufen, denn die Kanthölzer kosten gerade mal 7,50 EUR das Stück. Daraus konnte ich insgesamt 36 Leisten sägen. Vergleichbare fertige Leisten kosten 1,20 EUR pro Leiste!

Als Klebstoff habe ich diesmal statt Weißleim den PUR-Leim von Würth benutzt. Der Grund dafür liegt darin, dass dieser Kleber dank der feuchten Luft in meiner Garage binnen 90 Minuten soweit aushärtet dass gleich weitergearbeitet werden kann.

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Allerdings muß beim Verarbeiten dieses Leims unbedingt gut gelüftet werden und auch das Tragen von Einweghandschuhen ist Pflicht. Ausgehärteter PU-Leim ist fast nicht von der Haut zu bekommen. Vor dem Einsatz eines solchen Klebers sollte man daher unbedingt das dazugehörige Sicherheitsdatenblatt lesen.

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Der Kleber muß nur ganz dünn aufgetragen werden, dann werden die Leisten aufgelegt und mit den bewährten Wolfcraft-Einhandzwingen festgeklemmt. Da der PUR-Leim beim Aushärten ein wenig aufschäumt, müssen die Leisten ausreichend fixiert sein. Kleine Spalte werden dabei ausgefüllt.

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Nach dem Aushärten des Klebers können die Massivholzkanten bündig gehobelt werden. Im ersten Schritt hoble ich mit meinem ULMIA-Hobel die Kanten mit großer Spannabnahme vor. Anschließend wird mit dem JUUMA Hobel No.4 und feiner Spannabnahme bündig gehobelt. Dabei wird mit wenig Druck gearbeitet und nach jedem Hobelstrich mit dem Finger geprüft, ob der Umleimer mit der OSB-Platte bündig ist.

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Hier bewährt sich einmal mehr die im vergangenen Jahr gebaute Hobelbank. Auch die großen Seitenteile und die Türen können problemlos gespannt und gehobelt werden, ohne das irgendwas wackelt oder rutscht.

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Zum Abschluss werden die Überstände der Massivholzleisten bündig abgesägt. Ich benutze dazu eine NEOCUT Japan-Klappsäge mit feiner Verzahnung von Feinewerkzeuge.de.

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Nach einem Tag Arbeit hier die Ergebnisse. Alle sichtbaren Kanten der Holzteile sind nun mit einer Massivholzkante versehen.

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Hier die fast fertigen Böden für den Schrank.

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Morgen mache ich die Holzteile des Schrankes soweit fertig, dass im nächsten Schritt die Bohrungen und Beschläge im System32 angebracht werden können.

Hier alle Artikel dieser Serie Schrankbau im Überblick:

Schrankbau im System32 – Teil 1 Planung des Korpus
Schrankbau im System32 – Teil 2 Zuschnitt der Holzplatten
Schrankbau im System32 – Teil 3 Anleimen der Massivholzkanten
Schrankbau im System32 – Teil 4 Die Verbindungsbeschläge
Schrankbau im System32 – Teil 5 Topfscharniere
Schrankbau im System32 – Teil 6 Der Aufbau
Schrankbau im System32 – Teil 7 Fragen und Antworten

 

6 Kommentare

  1. Hi Wolfram,

    sieht jedesmal Spitze aus, wenn die Umleimer dran sind. so empfinde ich es. Ich nehme allerdings dicke Zulagen, dann reichen auch bei langen Teilen 4 Zwingen. Soviel Druck brauchen die Umleimerchen auch nicht, meine Erachtens. Viel wichtiger ist nach meiner Erfahrung, den Leim aushärten zu lassen.

    In meinem Blog habe ich sogar ein Video drüber,

    Schöne Arbeit,

    Gruß Andi – Alwaysworkingman

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    • Hallo Andi,
      genau wegen der langen Aushärtezeiten bei Weißleim habe ich ja zum PUR-Lein gegriffen. Ich wollte dass ich alles an einem Wochenende fertig bekomme.
      Der PUR-Leim braucht schon ein wenig mehr Druck als Weißleim, sonst bildet sich nur eine poröse Schaumschicht und es hält nicht. Ist aber eben nach 90 Minuten fest und es kann gehobelt werden.

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  2. Hallo Wolfram,

    jetzt bin ich es noch einmal. Da ich in letzter Zeit auch Unmengen an Umleimern benötigt habe, ging das ganz schön ins Geld. Jetzt gerade lese ich, das Du die aus Kanthölzer selber gesägt hast.

    Wie bekommst Du 36 Stück aus einem Kantholz raus. Und vor allem, wie sägst Du die auf 8 mm ? Mit der TKS und Längsschnittblatt ?

    Bei meinem letzten Projekt habe ich Altholz mit Umleimern versehen. Nachdem ich nach gerechnet habe, hätte ich für das Geld für die Umleimer auch Holz kaufen könne und hätte den alten Span Mist wegschmeißen können 🙂

    Manchmal sieht man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr ……..

    Gruß Andi

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    • Hallo Andy,

      ich säge die Umleimer aus Kanthölzern 100*60 oder 120*60 mit 5m Länge. Die lasse ich halbieren, damit die ins Auto passen. Gesägt wird mit der TKS (hier: Festool CS-70) und Längsschnittblatt. Das mache ich aber immer zu Zweit denn die 2,5m langen Teile kann ich alleine nicht sauber am Anschlag führen. Zur Erleichterung verwende ich einen Andruck-Kamm damit die Leisten vor allem beim End-Schnitt immer sauber anliegen.
      Zuerst säge ich die Kanthölzer quer auf ca. 23mm breite (also 25mm minus 2mm verschnitt), dann werden die 8mm Umleimer “schweibchenweise” davon abgesägt.
      Man könnte auch 24mm Bretter nehmen und die in 8mm auftrennen, aber aus mir unbekannten Gründen sind solche Bretter erheblich teurer als Kanthölzer.

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  3. Hi
    früher habe ich auch mit Echtholzkante gearbeitet. War immer eine Menge Arbeit. Leimen, spannen, warten, angleichen… Dann hatte ich es machen lassen beim Schreiner mit ABS. Der hat 3,50 €/m genommen. Die ersten 10 Meter habe ich noch bezahlt. Doch jetzt mache ich das selbst mit der ABS-Kante. Conturo 65… Super!!

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    • Hallo Friedrich,

      die ABS Kante ist halt Geschmackssache – hier wollte ich auf jeden Fall Holz. Und wenn man PU-Leim zum aufkleben der Kanten benutzt, kann man schon je nach Wetter binnen 30-60 Minuten weiterarbeiten. Aber ja, ABS Kante mit Conturo geht erheblich schneller. Ob es die Investition in die Maschine lohnt muß jeder für sich entscheiden.

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