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Kleine Transportkiste – handgemacht

Hier beschreibe ich ein kleines Projekt das ich weitestgehend mit Handwerkzeugen gebaut habe – eine kleine Kiste mit Schwalbenverzinkung und einem massiven Holzboden.

Mein Ziel war es, ein Gefühl zu bekommen wie sich der Umgang mit Handwerkzeugen anfühlt, wie schnell man damit zum Ziel kommt und welche Erkenntnisse ich daraus ziehen kann.

Die Inspiration für dieses Projekt war die DVD von Paul Sellers “Mastering Dovetails”. Darin zeigt er überaus anschaulich den Bau einer kleinen Kiste mit Deckel mit Schwalbenschwänzen. Die dort beschreibenen Arbeitsweisen wollte ich nachvollziehen.

Als Material hat ich noch einen Rest einer 16mm Leimholzplatte zur Verfügung. Diese hatte ich vor einigen Jahren einmal in einem Baumarkt gekauft, um daraus zusätzliche Böden für ein Buchregal zu machen.
Daher ergaben sich die Abmessungen der Kiste aus der Größe des Reststücks.

16mm Leimholz

16mm Leimholz als Ausgangsmaterial

Die Zinken habe ich dann mit der selbstgebauten Zinkenschablone 1:7 angezeichnet und wie von Paul Sellers erklärt mit der 14tpi Zinkensäge eingesägt.

Das Material zwischen den Zinken wurde dann mit dem Stechbeitel ausgearbeitet.

Das Anzeichnen und Säge der Schwalben ging recht schnell, das Ausarbeiten mit dem Beitel dauert ein wenig länger, ist mir aber immer noch lieber als das Aussägen mit der Kopiersäge, weil ich so die Kanten schärfer hinbekomme.

Nachdem die Seitenteile fertig gestellt waren, habe ich mir überlegt, wie ich den Boden gestalte. Paul Sellers klebt den Rahmen auf eine Platte. Leider hatte ich kein entsprechendes Teil und daher kommen als Material für den Boden diverse Reststücke von 2*5cm Latten zu Einsatz, nachdem ich diese glattgehobelt hatte.

Es wurde mit der Kreissäge ein 4mm breiter Schlitz in die Seitenteile eingearbeitet. Die Bodenteile wurden dann mit dem Hobel entsprechend auf 4mm Dicke am Ende angeschrägt.

Die Böden wurden dann angepasst.

Leider war mein Holz ziemlich astig, was dann beim Hobeln einige Mühen machte.

Die Böden wurden dann trocken eingepasst und auf rechte Winkel geprüft.

Anschließend die Kiste wieder zerlegt, alles mit Leim bestrichen und verleimt.

Die fertige Kiste wurde dann in der Vorderzange der Bank eingespannt und der Boden wurde bündig zu den Seitenteilen gehobelt.

Zum Schluss habe ich die Kiste mit 200er Schleifpapier überschliffen und dann Leinölfirnis behandelt. Das gibt dem Holz nach dem Polieren einen angenehm seidigen Glanz.

Fazit:

Wenn man mit Handwerkzeugen arbeitet, ist das Schärfen ein essentieller Punkt. Ich werde daher als nächsten Schritt einen Schärfplatz einrichten, um jederzeit meine Werkzeuge schärfen zu können.

Das Arbeiten mit Handwerkzeugen erfordert ein wenig Übung, dann geht es erstaunlich schnell von der Hand. Allerdings muß man die richtigen Arbeitstechniken kennen, um die gewünschte Präzision zu erreichen. Dieser Aufwand lohnt sich aber, denn Handwerkzeuge zu beherrschen ist ein enorm befriedigendes Arbeiten.

4 Kommentare

      • Hallo Wolfram
        hoffe deine kiste “steht” noch…eine schöne arbeit.
        was ich allerdings als tip einfliessen lassen möchte, ist der umstand, daß du niemals längs- mit querholz starr kombinieren oder verleimen solltest, da das holz unterschiedlich arbeitet. mir ist selbst bei einer schublade, die dreiseitig genutet war der boden auseinandergegangen. eine alternative sind federn oder überfälzungen. böden deshalb lieber vierseitig einnuten und längs- mit längsholz anordnen. dann hast du länger freude an deiner arbeit…
        Dein blog haut sich nei…weiter so…

        Antworten
        • Ja, die Kiste steht noch. Am Rand der Schmalseiten ist recht viel Spiel, ich denke das fängt das Arbeiten vom Holz auf. Aber schauen wir mal. Wenn es weitergeht mit dem Holzwerken (hoffentlich bald) werde ich berichten, wie die Kiste ausschaut.

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