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Einsatz der Festool Verbinder KV-SYS D8

Hier folgt ein kurzer Erfahrungsbericht vom ersten Einsatz der Festool KV-SYS Verbinder in zwei Möbelbauprojekten.

Diese sind mit 8mm Schlitzgröße kompatibel und daher mit der DF-500 Dominofräse problemlos zu verarbeiten.

Das Projekt

Vor kurzem Stand ich vor der Aufgabe, einige passgenaue Büromöbel zu bauen. Ein Sideboard und eine Theke am Empfang. Diese Möbel sollten zum einen farblich zu bestehenden Möbelausstattung passen, zum anderen auch wieder demontierbar sein. Daher war der Einsatz von Verbindungsbeschlägen obligatorisch.

Die bei meinen Schrankbau-Projekten eingesetzten Exzenter-Verbinder von HETTICH waren hier keine Option. Der Grund dafür ist zum einen der Umstand, dass diese für Materialstärken von 18-20mm gedacht sind. zum anderen die Verarbeitung mit relativ viel Aufwand verbunden ist. Ohne Oberfräse und mehrere Schaublonen ist das nicht zu bewerkstelligen.

Auswahl der Verbinder

Als Material habe ich dann 25mm starke Möbelspanplatte gewählt, da dieses in den gewünschten Oberflächendekoren lieferbar ist. Hier habe ich wieder auf unseren bewährten Holzhändler, die Firma Holz-Hauff in Leingarten zurückgegriffen.

Nach einiger Recherche bezüglich der aktuellen Möglichkeiten für Möbelverbinder bin ich dann unter anderem auf das nachfolgende Video von Heiko Rech gestoßen, in dem er die auch die Festool Verbinder KV-SYS D8 vorstellt.

Und da ich eine Festool DF-500 besitze war es damit für mich klar, dass ich hier auf die Festool Verbinder zurückgreifen werde.

Das Komplettpaket

Um den geplanten Termin für den Bau der Möbel auf jeden Fall einhalten zu können, habe ich das Festool Komplettpaket Domino KV-SYS D8 gekauft.

Man erhält einen Systainer in dem neben 100 der Verbinder in verschiedenen Ausführungen auch die erforderliche Bohrschablone nebst Bohrer und der erforderliche Sechskant-Schraubendreher enthalten sind.

Die erste Verarbeitung

In der Box mit den Verbindern liegt eine bebilderte Anleitung wie die Verbinder zu verarbeiten sind. Allerdings ist diese sehr klein gedruckt, Es empfiehlt sich daher, die Anleitung von der Festool-Homepage herunterzuladen und vergrößert in DIN A4 auszudrucken.

Grundsätzlich ist der Einsatz dieser Verbinder KV-SYS aber sehr einfach, wenn man mit dem Einsatz der DF-500 vertraut ist.

Das erste Projekt ist ein Sideboard auf dem verschiedene Laserdrucker aufgestellt werden sollen. Ein maßgeschneidertes Möbel wurde nötig, um eine Ecke im Büro optimal ausnutzen zu können. Der Korpus ist 50cm tief und daher reichen hier jeweils zwei KV-SYS Verbinder und zusätzlich noch ein 8mm Dominodübel, um die Scherkräfte besser aufnehmen zu können.

Wichtig ist nur darauf zu achten, dass die Fräsungen in Seitenflächen der Bauteile stets mit 15mm Tiefe ausgeführt werden, die Fräsungen in die Stirnseiten der Bauteile mit 28mm Tiefe.

In die 15mm Löcher werden dann die Metallklammern eingepresst. Dabei muß nur darauf geachtet werden, dass diese Teil auch tatsächlich bündig sind. Anschließend werden die Sechskant-Bolzen bis zum Anschlag fest eingeschraubt, wodurch die Metallteile in der Fräsung verkeilt werden.

Auf der Flächenseite werden nach dem Einfräsen der 28mmm tiefen Tasche mit Hilfe der Bohrschablone die Löcher für die Haltemuffen eingebohrt.

Der beiliegende Spezialbohrer hat dabei einen Tiefenanschlag, die Löcher werden also immer in der exakt richtigen Tiefe gebohrt.

Wir die Bohrschablone gleichzeitig mit einem Staubsauger verbunden, wird praktisch der gesamte Bohrstaub sehr sicher abgesaugt.

Die Muffen werden in die Bohrung eingesetzt und mit einem seitlich eingeschobenen Kunststoffteil fixiert. So können diese nicht mehr herausfallen.

Nachdem alle Bohrungen gemacht waren, konnten die Sechskanntverbinder eingeschraubt und die Dominodübel eingesetzt werden.

Dabei zeigte sich allerdings dass der mitgelieferte Sechskant-Schraubendreher nicht unbedingt die beste Qualität hat. Er verklemmte sich mehrfach. Ich habe dann zu meinem Wiha-Universal-Schraubendrehersatz gegriffen.

Die anschließende Montage war komplett problemlos. Die KS-SYS Verbinder ziehen die einzelnen Bauteile sicher zusammen, alle Fugen sind geschlossen.

Nachdem der Probleaufbau in der Werkstatt erfolgreich war, wurde das Sideboard wieder zerlegt und ins Büro transportiert. Dort konnte es in wenigen Minuten wieder aufgebaut werden.

Und hier ein Blick auf die Rückseite:

Die große Theke

Nachdem ich den Umgang mit den KV-SYS Verbindern am Sideboard erfolgreich erprobt hatte, folgte nun der Aufbau der Theke.

Da es sich hier um Bauteile mit sehr großen Abmessungen und hohem Gewicht handelt, war die Vorbereitung der Bauteile in der Werkstatt keine Option. Es wurden daher alle Arbeiten vor Ort in der Besprechungsecke des Büros durchgeführt.

Beim Bau der großen Theke wurden auf den Schmalseiten jeweils drei KV-SYS Verbinder und zwei Domino-Dübel der Größe 8*36 verbaut. Auch die Thekenplatte wurde mit diesen Verbindern befestigt. Hier wurden alle 30cm abwechselnd jeweils ein KV-SYS und ein hölzerner Dominodübel verbaut.
Das Vorgehen beim Einbau der KV-SYS Verbinder war dabei identisch wie beim Bau des Sideboards.

Das Einfräsen der Verbinder, finaler Zuschnitt eines Thekenbrettes und die Montage an der geplanten Stelle dauerten insgesamt nur rund 3 Stunden.

Das Ergebnis ist eine Theke, die sehr stabil und belastbar ist.

Mein Fazit

Die Verarbeitung der Festool KV-SYS Verbinder ist in meinen Augen sehr einfach. Der Umstand dass man keinerlei Schablone braucht und dass es auch praktisch kaum Schmutz beim Verarbeiten gibt, macht den Einsatz auf der Montagestelle sehr einfach.

Insbesondere wenn man schon eine Festool Domino-Fräse hat, sind diese Verbinder in meinen Augen sehr zu empfehlen.

Diese Verbinder werde ich sicherlich noch in weiteren Möbelbau-Projekten einsetzen.

Wer sich für diese Verbinder interessiert und mit dem Einsatz beginnen will, dem sei der Kauf des Komplettpaketes von Festool empfohlen.

8 Kommentare

  1. Manfred Gahr

    03/06/2019 @ 11:21

    Toller Beitrag, vielen Dank! Habe die Domino Dübelfräse, bin begeistert von ihr, wusste aber noch nichts von diesen Möbelverbindern. Das sieht alles prima aus.

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  2. Ist ja alles schön und gut. Aber für den Kauf der verwendeten Werkzeuge gibt man ja schon ein Vermöglen aus. Ich schau lieber nicht, was die „empfohlene“ Fräse kostet.

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    • Wie schon im Artikel geschrieben sind diese Verbinder dann empfehlenswert, wenn man schon eine Domino-Fräse hat. Und ob man sich eine solche Fräse leisten mag, das ist halt Ansichtssache. Wie bei meinen Schrankbau-Projekten gezeigt, geht es auch mit einfacheren Mitteln.

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  3. Hallo. Danke für den langen und ausführlichen Artikel. Das Thema Schränke bauen ist schon einmal interessant. Toll das Ihr euch die Arbeit macht, das wissen teilt.

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  4. Ulrich Kunz

    11/07/2019 @ 08:16

    Habe auch die Verbinder mit Multiplex genutzt. Allerdings sind die Sechskant Einschraubbolzen relativ weiches Material, sodass sie mir am Gewinde mehrfach abgerissen sind. Das Herausholen der bereits Verkeilten Metalklammern durch Ausbohren gestaltete sich etwas aufwändiger. Ließ sich aber machen. Das Endergebnis war in Ordnung. M.E: sollte das Material der Bolzen noch mal in seiner Qualität überprüft werden? Oder es steckt dahiner der Gedanke diese nicht zu stark anziehen zu können. Bei Demontagen udn erneuten Montagen sehe ich da aber Probleme.

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    • Hallo Ulrich, nach meiner Erfahrung braucht man die Verbinder gar nicht so fest anzuziehen. Die Spreizung der Metallklammern beginnt schon zu wirken, wenn die Sechskannt-Verbinder nur handfest angezogen werden. Falls dann die Bohrung in die falsche Richtung zeigt, einfach den Sechskant wieder zurückdrehen. Die Spreizung der Metallklammer bleibt weil diese plastisch verformt wird. Daher ist mehrfaches auf- und abbauen unkritisch.
      Und ja. mit einer Ratsche und Sechskantnuss kann man die Verbinder schnell abdrehen. Aber so fest anziehen braucht es da nicht.

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  5. Thomas Barthenheier

    22/09/2019 @ 09:23

    Hallo Wolfram,

    ich sehe, dass Du hier anscheinend beschichte Spanplatten und Kantenanleimer einsetzt. Irgendwie patze ich beim Thema Kanten anleimen immer und scheue noch vor einem professionellen Gerät zurück.
    Wie hast Du das gemacht? Und wie zufrieden bist Du mit dem Ergebnis? Vielleicht wäre das Thema ja auch einmal einen eigenen Beitrag wert? 😉

    Viele Grüße,
    Tom

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    • Hallo Tom,

      die Kanten habe ich beim Holzhändler anleimen lassen. Kostet knapp 60 cent pro laufender Meter wenn er auch den Zuschnitt macht und wird viel besser als ich es jemals könnte. Es sind die 1,2mm starken ABS Kantenumleimer passend zum Spanplattendekor.

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