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Nistkasten aus Douglasie selbstgebaut

Ein Nistkasten für die gefiederten Freunde in unserem Garten stand schon länger auf der Projektliste. Nun endlich konnte ich das Miniprojekt realisieren – ein kurzer Nachmittag und eine Tasse Kaffee reichen.

Nachfolgend beschreibe ich meine Vorgehensweise beim Bau des Nistkastens.

So ein Nistkasten muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Es ist deshalb auch ein schönen Projekt für Anfänger und Gelegenheitsbastler. Und natürlich eine tolle Gelegenheit, Holzrecycling zu betreiben.

Das Baumaterial

In meinem Fall sind Ausgangsmaterial alte Fußbodendielen aus Douglaise, die ich vor einigen Jahren bei einer Hausrenovierung aus dem Bauschutt mitnehmen konnte. Man kann aber auch einfach im Holzhandel oder im Baumarkt sägerauhe 20mm starke Bretter kaufen.

Diese ca. 80 Jahre alten Fußbodendielen sind ca. 20-23 mm stark und auf einer Seite sägerauh, auf der anderen Seite glatt und viele Jahre mit Bohnerwachs behandelt worden. Die Holzart Douglasie verspricht gute Haltbarkeit, die gewachste Seite erhöht die Wetterfestigkeit und Innen ist sägerauhes, unbehandeltes Holz, damit die Vögel herausklettern können – also fast perfekt.

Zunächst musste ich aber noch ein paar alte Nägel aus dem Brett entfernen, damit es beim Zusägen nicht zu einer Überraschung kommt und die Funken fliegen.

Als Bauplan zur Orientierung diente mir der Plan eines Nistkastens für Höhlenbrüter von der Webseite des BUND. Die dortigen Maße habe ich als Anhaltspunkt für meinen Nistkasten eingesetzt.

Der Zuschnitt

Jetzt hat man natürlich nicht immer das exakt passende Holz – auch ich musste mich nach dem Maßen meiner Bodendiele richten. Daher beschreibe ich hier meine Vorgehensweise beim Zusägen.

Der erste Schritt ist der Zuschnitt der Seitenteile. Diese sind bei mir 15*30cm groß. Also einen 60*15cm großen Streifen gesägt und anschließend halbiert. Es ist ein Rest von rund 16cm Breite überig geblieben. Daraus habe ich einen 12cm breiten Streifen gesägt, der dann ebenfalls 60cm lang war. Davon wurde ein Quadrat von 12*12cm abgesägt, das den Boden ergibt.

Legt man nun den Boden und die Seitenteile als U nebeneinander, bekommt man die benötigte Breite für die Rückseite. In meinem Fall waren die Bretter eher 22mm dick. Daraus ergab sich ein Maß von 16,5*30cm für die Rückseite. Aus dem Rest der Diele wurde also wieder ein 16,5cm breiter Streifen gesägt. Daraus entsteht neben der Rückseite auch gleich das Dach. Auf einen seitlichen Überhang habe ich dabei verzichtet.

Nachdem alle senkrechten Schnitte gemacht sind, folgen die schrägen Schnitte. Alle Winkel betragen hier 15 Grad. Zuerst werden die Seitenteile oben mit einer Kante im Winkel von 15Grad versehen. Hier steht das Sägeblatt an der Tischkreissäge noch senkrecht.

Anschließend wird das Sägeblatt an der Tischkreissäge um 15Grad geneigt.

Jetzt kann an die obere Kante der Rückseite eine Fase von 15Grad angesägt werden, ebenso die hintere Kante des Daches.

Zum Schluß bekommt die Vorderseite noch ein Loch gebohrt. Der Durchmesser richtet sich dabei nach der Vogelart die man in seinem Garten antrifft, Ich habe hier mit 26mm Durchmesser gebohrt, um Meisen ein Zuhause zu bieten.

Die Innenseite der vorderen Klappe habe ich zusätzlich noch ein wenig mit dem Beitel aufgraut.

Damit sind alle Vorbereitungen abgeschlossen und der Nistkasten kann zusammengebaut werden.

Zusammenbau des Nistkastens

Der Zusammenbau des Nistkasten beginnt mit den Seitenteilen und der Rückseite. Die Seitenteile werden auf die Werkbank gestellt und unten bündig an der Rückseite ausgerichtet.

Mit SPAX-Schrauben der Größe 4*40mm werden die Teile miteinander verschraubt. Da mein Holz recht leicht splittert, habe die Löcher an der Rückseite mit einem 3mm Bohrer vorgebohrt.

Jetzt wird der 12*12cm große Boden eingesetzt. Meine alten Dielen waren natürlich recht krum und so standen die Teile auseinander.

Mit einer Einhandzwinge habe ich die Seitenteile bündig an den Boden gezogen und anschließen verschraubt.

Es folgt das Anpassen der Vorderseite. Diese soll sich ja aufklappen lassen, damit man im Herbst den Nistkasten reinigen kann. Da wegen der schiefen Seiten die Vorderfront komplett fest klemmte, habe ich mit dem Hobel einfach einen halben Millimeter an der Seite abgehobelt, Jetzt sitzt die Vorderseite recht straff, kann aber bewegt werden.

Um die Vorderseite beweglich zu machen, wird oben in den Seitenteilen ein Loch mit 4mm Druchmesser gebohrt. Das stellt sicher, dass die beiden Schrauben beweglich bleiben und quasi als Scharnierachse fungieren können.

Hier ein Blick in den fertigen Nistkasten vor dem Aufschrauben des Daches.

Das Aufschrauben des Daches erfolgt ebenfalls mit 4*40er SPAX Schrauben. Beim Vorbohren der Löcher darauf achten, dass diese an der hinteren Kante auch im Winkel gebohrt sind, sonst besteht die Gefahr dass diese nach hinten austreten.

Hier noch ein Blick auf den fertigen Nistkasten.

Befestigung am Baum

Für die Montage am Baum wurde hinten noch eine 4cm breite durchgehende Leiste aufgeschraubt. So kann der Nistkasten mit Kabelbindern am Baum sicher befestigt werden.

Der Kasten hängt am Baum – mal sehen ob es einem Vogelpärchen gefällt.

 

4 Kommentare

  1. Danke für den Artikel.
    Ich hatte zwar kein Altholz aber Fichtenbretter für 3 Nistkästen haben 8€ gekostet.
    Und nach dem Aufhängen hat es keinen Tag gedauert und alle waren besetzt.

    Die Kinder sind begeistert!

    Lg aus Österreich
    Thomas

    Antworten
  2. Hallo Wolfram,

    Super Nistkasten Projekt! 🙂

    Schritt für Schritt alles gut erklärt, was man machen und zu tun hat.

    Ich und meine Frau haben letztes Jahr auch ein Nistkasten aus Holz gebaut.

    Ich möchte nur eine Sache hinweisen. Ich denke, es lohnt sich, eine zusätzliche Blechisolierung einzusetzen.

    Kleine Schrauben einschrauben mit einem Bohrer.

    Dann ist der Nistkasten nicht so stark der Feuchtigkeit und vor allem dem Regen ausgesetzt.

    Außerdem kann man nichts bemängeln. Solide Arbeit.

    Der Frühling naht und wir können es kaum erwarten, wieder im Garten zu arbeiten

    Beste Grüße,

    Waldemar

    Antworten
  3. Tolles und schnelles Projekt. Ich habe kürzlich ein ähnliches Haus gebaut. Ich habe aber sägeraue Kiefer benutzt und beflammt. Sieht dadurch sehr rustikal und außerdem natürlich aus. Kannst du ja vielleicht bei einem deiner nächsten Projekte mal in betracht zeiehen 🙂

    Antworten

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