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Wanduhr mit Glas und Funkuhrwerk (Teil 1)

Der Bau einer Wanduhr stand schon lange auf meiner Projektliste. Jetzt hatte ich endlich die Zeit und Gelegenheit das Projekt in Angriff zu nehmen.

Allerdings sollte die Wanduhr einige Anforderungen erfüllen.

Die erste und wichtigste Wunsch meiner Gattin bestand darin, dass man die Uhr beim alljährlichen Sommer/Winterzeit-Theater nicht manuell umstellen muss. Damit war klar, dass die Wanduhr ein Funkuhrwerk bekommen soll.

Der zweite Wunsch war dass die Zeiger nicht offen sind. Das führt nämlich erfahrungsgemäß recht schnell – also so innerhalb von 2-3 Jahren – zu Problemen, weil diese verstauben. Sie laufen nicht mehr richtig, der Sekundenzeiger beginnt unregelmäßig zu springen usw.  Also sollte die Wanduhr eine Abdeckung des Zifferblattes bekommen.

Uhrenteile bestellen

Nach einer etwas umfangreicheren Recherche im Internet bin ich dann auf den SELVA-Uhrenshop gestoßen. Dort gibt es nicht nur Uhrwerke – sowohl mechanisch als auch elektronisch – sondern auch das ganze Zubehör in voller Breite. Also habe ich nicht nur ein Uhrwerk und passende Zeiger sondern auch gleich das Zifferblatt und ein schönes, gewölbtes Uhrglas bestellt.

Bis ich das ganze Set passend im Online-Shop zusammengestellt hatte, war allerdings ein wenig Hirnschmalz nötig. Denn Zeiger und Uhrwerk müssen harmonieren, ebenso muss das Zifferblatt zur Zeigergröße passen und natürlich auch das Abdeckglas. Hier würde ich mir wünschen, dass der Online-Shop ein wenig mehr Hilfestellung zum Auswählen der passenden Kombinationen bietet.

Für alle Leser die es interessiert, folgende Teile passen wirklich zusammen:

Art.Nr. 203632 Uhrglas Mineralglas 265mm
Art.Nr. 327857 Zifferblatt 249mm
Art.Nr. 329563 Zeiger Nr.86
ArtNr. 336466 Funkuhrwerk GK „German Technology“

Das Ergebnis soll eine Uhr mit einem Zifferblatt-Durchmesser von rund 25cm sein, die auch aus größerer Entfernung noch gut ablesbar ist.

Die Lieferung erfolgte schnell und gut verpackt, sodass auch das empfindliche Uhrenglas unbeschadet den Weg zu mir gefunden hat.

Und damit konnte der Uhrenbau gestartet werden.

Rahmen für das Uhrglas

Die erste zu lösende Frage lautet: Wie befestige ich das gewölbte Uhrglas? Überlegungen mit einem Messingprofil oder mit einem Ring aus dem 3D-Drucker habe ich verworfen, da die Uhr ja „aus Holz“ sein soll.

Als Material sollte ein Reststück des 20mm Buchenleimholz zum Einsatz kommen, das vom Bau des kleinen Beistelltisches noch vorhanden war.

Um eine Vorstellung von der Größe zu bekommen, wurde zunächst ein Kreis mit dem Durchmesser des Uhrglases aufgezeichnet. Darin wurde das Zifferblatt positioniert, und anschließend der Außenkreis gezeichnet.

Idealerweise wäre ein Ring als Drechselteil die optimale Lösung.
Da ich aber keine Möglichkeit zum Drechseln habe musste ich mir etwas anderes einfallen lassen.

Die Lösung war der Einsatz der kleinen Makita-Oberfräse zusammen mit einem ganz einfachen Sperrholzbrettchen als simplen Fräszirkel. Allerdings galt es noch eine kleine Hürde zu nehmen: Wie fräse ich den richtigen Winkel, um das Uhrglas auch sicher einfassen zu können?

Dazu wurde zuerst eine kleine Pappschablone angefertigt, mit der ich den Winkel des Uhrglases experimentel ermitteln konnte.

Das Ergebnis sind ca. 23 Grad – und eine Breite von ca. 1cm die der Rahmen über das Glas stehen muss.

Und hier schlug nun die Stunde des winkelverstellbaren Fräskorbs für die kleine Makita-Fräse. Ein 12mm Schaftfräser wurde eingesetzt und die ganze Fräse um 23 Grad geneigt.

Als Drehpunkt dient ein kleiner Nagel, der in das Leimholz geschlagen wird.

Hier ein Blick auf den geneigten Fräser:

Es wurde in mehreren Durchgängen jeweils etwa 3mm Material abgenommen, um eine saubere Fräsung ohne Ausrisse zu bekommen. Das folgende kurze Video zeigt den Fräsvorgang.

Nachdem die Fase für das Uhrglas gefräst war, musste der gesamte Ring aus der 20mm starken Leimholzplatte herausgefräst werden. Dazu habe ich einen 6mm Spiralschaftfräser eingesetzt. Dieser fördert beim Fräsen die Späne aus dem Schlitz und verhindert so Ausbrüche und Brandspuren.

Um beim Einschalten der Oberfräse keinen Rückschlag zu bekommen, wurde mit dem Forstnerbohrer ein Loch am Umkreis gebohrt. Dort wird der 6mm-Spiralfräser eingetaucht und dann rundherum geführt.

Anschließend wurde wieder mit mehren Durchgängen von jeweils 5mm Tiefe der Rahmen ausgefräst.

Eine erste Passprobe war sehr zufriedenstellend – das Uhrglas passt und ist mit der Oberkante des Ringes bündig.

Es wurde noch ein wenig mit 120er Papier von Hand nachgeschliffen, dann war alles perfekt.

Hier noch ein Blick auf den aktuellen Stand der Arbeiten – der Rahmen mit dem eingelegten Glas.

Der nächste Schritt wird das Profilieren des Rahmens sein und das Anfertigen des „Uhrengehäuse“ – mal sehen was mir da noch einfällt.

Nächste Woche geht es also weiter mit dem Bau der Wanduhr.

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2 Kommentare

  1. Welsch Bernhard

    03/06/2018 @ 09:44

    Guten Morgen,
    den Beitrag finde ich ganz interessant weil ich auch hin und wieder gerne Uhren baue. Ich werde mir die nächsten Folgen ganz bestimmt ansehen.

    Antworten

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