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Holzschrauben richtig vermessen und anwenden

Holzschrauben sind doch ganz einache Dinger – Loch bohren – reindrehen – fertig! Wenn Du auch so denkst, dann brauchst Du jetzt nicht mehr weiterlesen.

Für alle anderen Holzwerker hier eine kleine Sammlung an Wissenswertem zum Thema Schraubenlänge und Schraubendurchmesser.

Holzschrauben vermessen

Meistens hat man ja schon die verschiedensten Holzschrauben in der Werkstatt herumliegen. Um diese richtig verarbeiten zu können, sollte man aber die genauen Abmessungen kennen. Auch wenn man Schrauben nachkaufen möchte, die Originalverpackung aber nicht mehr existiert, ist es hilfreich die Maße der Schraube zu kennen.

Deshalb hier eine kurze Anleitung wie man die Abmessungen einer Holzschraube korrekt ermittelt. Als Messwerkzeug ist dafür ein guter Meßschieber – umgangssprachlich auch Schieblehre genannt – unverzichtbar. In der heutigen Zeit wegen der leichteren Ablesbarkeit idealerweise ein Gerät mit Digitalanzeige.

Schraubendurchmesser ermitteln

Der Durchmesser einer Schraube wird stets außen am Gewinde gemessen. Also die Schraube im Bereich der beiden parallen Backen des Meßschiebers einlegen.

Die hier im Bild gezeigte Schraube hat einen nominalen Durchmesser von 5mm. In der Realität sind bei Holzschrauben Abweichungen im Durchmesser von +0,1 bis -0,3mm anzutreffen.

Wenn mit der Spitze des Meßschiebers gemessen wird, erhält man nicht den Durchmesser der Schraube sondern nur näherungsweise den Kerndurchmesser.

Der Kerndurchmesser ist immer dann relevant, wenn man ein Loch für die Holzschraube vorbohren will. Hier darf man für eine 5er Schraube natürlich NICHT mit 5mm vorbohren, sondern nur mit dem Kerndurchmesser. Ansonsten haben die Schneiden der Schraube kein Material in das diese sich einschneiden können.

Schraubenlänge richtig messen

Um die Länge einer Schraube korrekt zu messen, muss man zwischen Schrauben mit Senkkopf und solchen mit Linsenkopf unterscheiden. Die Länge einer Schraube gilt immer nur für den Teil, der in das Werkstück eingeschraubt wird.

Nachfolgendes Bild zeigt verschiedene Schraubentypen – alle in der Länge 40mm – mit verschieden Durchmessern.

Von Links nach rechts zwei Senkkopfschrauben, eine Linsenkopfschraube mit Senkkegel und eine Linsenkopfschraube mit flacher Auflage.

Bei der Senkkopfschraube kann die Länge also einfach zwischen den parallelen Backen des Meßschieber gemessen werden.

Die hier gezeigte Schraube hat eine nominale Länge von 70mm. Bei der Länge von Senkkopfschrauben sind Toleranzen von +0,2 bis -0,8mm durchaus zulässig.

Bei Linsenkopfschrauben muss ein wenig anders verfahren werden. Hier wird mit den hinteren Meßzungen der Abstand zwischen dem Schraubenende und der Auflage des Linsenkopfes gemessen.

Dabei wird zwar keine „absolute“ Genauigkeit erreicht, aber das ist auch nicht nötig. Die erreichte Meßgenauigkeit liegt auf jeden Fall im Bereich der Toleranzen welche die Schrauben fertigungstechnisch bedingt sowieso haben.

Warum ist die Schraubenlänge wichtig?

Solange sich die Schraube ganz eindrehen lässt und am anderen Ende nicht rauskommt ist es doch gut. Nun ja, diese Ansicht kann man zwar vertreten, aber professionell ist das natürlich nicht.

Schrauben in Massivholz

Beim Eindrehen in Massivholzplatten sollte man darauf achten dass die Schraubenspitze mindestens den Durchmesser der Holzschraube von der anderen Seite entfernt bleibt. So wird verhindert dass sich das Holz aufpilzt und es in der Folge längerfristig zu Rissen kommt.

Beispiel: Ein Scharnier mit einer Dicke von 2mm soll auf einer 25mm starke Leimholzplatte geschraubt werden. Die verwendete Linsenkopf-Schraube hat einen Durchmesser von 4mm. Damit ist die Gesamthöhe 25+2 = 27mm. Die Schraube soll dann 4mm unterhalb der Stärke der Platte im Material bleiben. Also wäre die maximale Länge der Schraube 27-4=23 mm. Da es keine Schrauben in dieser Länge gibt, greift man hier zu einer Schraube der Größe 4*20  und ist dann auf der sicheren Seite.

Schraubenlänge und Dübel

Beim Anschrauben von Regalen und dergleichen mit Dübeln ist die richtige Länge der Schraube ebenfalls sehr wichtig, damit der Dübel seine volle Haltekraft entfalten kann.

Nachfolgendes Bild zeigt schematisch die Befestigung einer 10mm starken Platte an der Wand mit einem Fischer-Dübel der Größe SX6.
Wird hier mit der oberen Schraube in der Größe 4,5×40 gearbeitet, so lässt sich diese zwar wunderbar in den Dübel drehen, der Dübel wird aber nur im Durchmesser verspannt. Eine Verspannung in Längsrichtung erfolgt nicht.

Erst mit der unten gezeigten Schraube der Größe 4,5×50 wird sichergestellt, dass das Gewinde der Schraube den Boden des Dübels sicher durchstößt und so den Dübel auch in der Längsachse sicher verspannt. Als Faustregel sollte die verwendete Schraube nach dem Eindrehen mindestens die Spitze plus wenigstens einen vollständigen Gewindegang über den Dübel hinausragen. Dass dies natürlich auch ein entsprechend tiefes Bohrloch in der Wand erfordert dürfte jedem Handwerker einleuchten.

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5 Kommentare

  1. Anglmaier leopold Dipl. Ing.

    18/02/2018 @ 20:22

    Hallo Jungs!
    Das mit den Durchmessern bei den zylindrisch-verlaufenden
    Konstruktions-Gesamtlänge ist das Kernmaß zum Bohren.
    Ein Problem wird es bei den konisch-Konstruierten Holzschrauben.
    Aber da gilt: Bohrdurchmesser soll der Schaftdurchmesser sein
    aber die Bohrtiefe ist ausschlaggebend. Hier gilt so ca. halbe
    Bohrtiefe der Gesamtlänge.
    Ein Problem besteht heute noch. Und zwar: Verschraubungen
    (Montage) von Klavierbändern. Blechdicke 0,5mm, Senkloch im Blech! und dann, welchen Schrauben? Alle Senkkopfschrauben
    stehen über, das darfg nicht sein. Eine Senkschraube muß mit leichten Einstand, (Senkung im Senkkopfloch) sitzen!
    Es gibt leider keine passenden Senkschrauben wonach der Senkwinkel und die passende Kopfhöhe für Klavierbänder gegeben wäre!
    lG Leo!

    Antworten
    • Hallo Leo,
      bei Klavierbändern muss man auf geschlitzte, klassische Holzschrauben nach DIN97 zurückgreifen. Sind allerdings nur schwer zu bekommen, im Baumarkt in der Regel gar nicht. Die Schrauben nach DIN97 haben einen flacheren Winkel am Senkkopf und die sind dann bündig. Die modernen Schrauben haben alle einen viel steileren Winkel, damit es für die TORX und Prozidriv-Antrieb genügend „Fleisch“ hat und der Kopf beim Eindrehen mit dem hohen Drehmoment moderner Schrauber nicht abreißt

      Antworten
  2. Pingback: So vermessen und verwenden Sie Holzschrauben richtig

  3. Interessanter Beitrag – man lernt ja nie aus – vor allem die Sache mit dem Klavierband wusste ich gar nicht, hat mich immer geärgert das mit den überstehenden Schrauben.
    Danke

    Antworten

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