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Multifunktionstisch zum Sägen, Fräsen und Schweißen

In diesem Blogartikel möchte ich den wirklich beeindruckenden Multifunktionstisch von Christian Becker vorstellen.

Christian ist seit langer Zeit Leser meines Blogs und hat mir die nachfolgenden Bilder nebst Beschreibung zugesendet.

In diesem Multifunktionstisch sind unglaublich viele gute Ideen umgesetzt, weshalb ich hier nur ein sehr intensives Betrachten der Bilder empfehlen kann.

Die Anregung für den Bau war für Christian mein Bericht über den Frästisch aus Aluminiumprofilen, welchen ich Anfang 2015 gebaut hatte. Christian hat dann das Grundkonzept übernommen, seinen Frästisch aber schrittweise mit immer mehr Funktionen ergänzt, sodaß man diesen jetzt zu Recht als echten Multifunktionstisch bezeichnen kann.

Hier der Blick auf die Arbeitsplatte des Tisches:

In der Tischplatte ist eine Säge, eine Oberfräse und eine Stichsäge verbaut. Zudem hat er viele Sonderfunktionen zum Spannen und ablängen. Christian schreibt dazu folgendes:

Als Kreissäge ist eine 15 Jahre alte  billige PraktikerNo Name Säge verbaut, die ist nicht wirklich gut (Sägeblattwelle eiert, Sägehöhe nur 28 mm, reicht für die meisten Zwecke schon), aber ich habe sie halt mal eingebaut da ich anfänglich eh nicht wusste wie weit ich meinen Frästisch ausbauen will. Es entwickelt sich halt immer weiter…

Heute würde ich gleich besseres einbauen, scheue aber momentan den Aufwand. Einen richtigen Beruf hat man ja leider auch noch…

Als Stichsäge habe ich ein billige grüne Bosch verbaut, als Oberfräse eine doch sehr gute Makita RP2300FXCJ, die sich durch den Tisch verstellen lässt (per Schraube und Akkuschrauber). Kappsäge ist ebenfalls ein altes No Name Modell. Wird bald durch eine Metabo ersetzt…

Zusätzlich nutze ich für Metallsägearbeiten eine Holzmann MKS355 Säge (das rote Modell auf den Bildern).

Dieser Querschlag ist eine verstellbare Kreisfräsvorrichtung. Halbwegs rundes Holzbrett mit 5 mm Loch in der Mitte wird unter den Anschlag gelegt.

Auf nachfogendem Bild sieht man den Führungszapfen von unten (das ist der weisse 4 eckige Knubbel auf dem Bild oben). Damit kann man das Brett dann am Fräser vorbeidrehen und sauber rund fräsen.

Der Führungszapfen ist eine 8er Schlossschraube in dessen Kopf eine 5mm Loch gebohrt worden ist und ein Stück Gewindestange eingesetzt worden ist. Da der Zapfen verschiebbar ist, kann man halt verschiedene Durchmesser fräsen. Der Queranschlag ist in der Höhe verschiebbar, damit man Bretter verschiedener Dicke fräsen kann. 

Die Profile sind vom Typ Bosch, 40×40 mm bzw. 80×40 mm, 10er Nut, vom Easy Systemprofile Alu Versender.

Die Führung des Längsanschlages ist eine IGUS Industrie Gleitlagerführung, die ich mal „aus Spass“ eingebaut habe. DIe ist leider extrem teuer, eigentlich sehr gut, für diesen Zweck aber GAR NICHT geeignet, da sie schnell verkantet. Das würde ich heute anderes machen, hier habe ich sehr viel Lehrgeld bezahlt. Ich werde das mal irgendwann mal rückbauen und einfacher machen. Irgendwann….

Die Absaugung ist ein Festool CTL 26 Sauger. Reicht vollkommen aus. Das HT Rohr mit 40 mm Durchmesser passt perfekt auf den Stutzen der Makita Absaugvorrichtung die eh am Fräser ist.

  Mit der Absaugung von unten und oben kann man wirklich stundenlang Fräsen ohne dass es zu Verstopfungen kommt.

Die Schubstange die man hier von unten sieht, dient zur Blockade des Fräsers beim Fräserwechsel. Man muss da einmal über den Tisch fassen und die Schubstange reindrücken. Ich habe lange Arme, das klappt.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass alle verwendeten AluProfile und Ausleger auf dem Tisch entweder als Anschläge, oder Auflagen für die Kappsäge beim Sägen langer Balken genutzt werden, oder allgemein als Aufspannhilfe.

 

Diese Aufspannung ist eine der Hauptfunktionen meiner Konstruktion, das ist wirklich sehr hilfreich beim Sägen langer Balken mit der KappSäge und sonstigen Schleif und Bohrarbeiten.

Zum Aufspannen verschiedenster Holzteile verwende ich die Triton Klemmen von Amazon, die in der 10 er Nut laufen. Da die AluProfile überall Nuten haben, kann man sehr vielseitig in alle Richtungen klemmen.

Die Anschläge haben einen Doppelnutzen: Als Klemm und Aufspannhilfe (da sieht man z.B. wie ich vor kurzem meinen Lattenrost repariert habe und ihn aufgespannt habe), und als ganz normale Ablängehilfe /Ausleger für die Kappsäge.

Die benutzen 80 mm Aluprofilee sind auf gleicher Höhe wie der Kappsägetisch, das passt ganz gut. Aufgrund der Nuten an allen Seiten sind die Aluprofile sehr vielseitg für Klemmaufgaben nutzbar.

Bei Metallarbeiten wird am Tisch nicht nur gesägt sondern auch geschweißt.

Hier folgen nun noch ein paar Detailbilder zur Ergänzung. Den Anfang macht der Abläng-Anschlag.

Momentan integriere ich eine neue „Metabo Kappsäge KGS 254 i Plus“ in den Tisch, wenn das fertig ist,  hoffe ich auch, dass die Arbeit am Tisch ihr Ende findet. Ich bin mittlerweile mit x-Iterationen über 10 Monate dran, da sind schon 2000 Euro draufgegangen, jetzt muss mal gut sein. 

Wer Fragen oder Anmerkungen hat, kann diese gerne in den Kommentaren stellen. Christian wird diese gerne beantworten.

 

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6 Kommentare

  1. Klaus Furth

    11/09/2017 @ 09:02

    Sehr schöner Multifunktionstisch mit vielen nützlichen Details. Frage: Wie bist du mit der Holzmann MKS355 Metalltrennsäge zufrieden, insbesondere mit der Genauigkeit beim Gehrungssägen ? Bei mir steht so eine Anschaffung an.
    Schweißen auf Holzplatten als Unterlage wird nicht lange funktionieren. Ich hab neulich mal nur ein paar Schweißraupen auf einem Stahlblech gezogen. Die Holzplatte hatte danach deutliche Brandspuren. Ich werde mir wohl doch einen kleinen Schweißtisch aus Stahlprofilen bauen müssen…
    Gruß aus Hamburg
    Klaus

    Antworten
  2. Christian Becker

    11/09/2017 @ 10:34

    Hallo Wolfram,

    vielen Dank für diesen Blog Beitrag und natürlich auch für die grundlegende Inspiration. Dieser Fräs und Multifunktionstisch war mein erstes Holzwerker/Fräsprojekt an sich, und als absoluter Neuling hätte ich das ohnen deinen Blog gar nicht hinbekommen.

    Für allen Anderen:

    Ich habe die o. aufgeführten und noch weitere Bilder hier eingestellt:
    http://www.magentacloud.de/share/y5d6b5db88

    Dort sieht man auch in den letzten Bildern die Endausbaustufe mit der neuen Metabokappsäge. Ich ergänze die Bildersammlung ab und zu, Bilder mit Dingen die mittlerweile um- oder abgebaut sind, nehme ich raus damit es nicht zu verwirrend wird.

    @Philipp: Was den Preis angeht, ja, ist heftig, aber wenn ich genau nachrechne, ist es sogar noch mehr. Auch wenn es nicht ersichtlich ist: Der Tisch „frisst“ eine UNGLAUBLICHE Menge von Nutensteinen, Winkelverbinder und Sterngriffen, Schlossschrauben und und und…alleine für Kleinteile sind sicher schon 150 Euro drauf gegangen. Wenn man dann alleine die Alu Ausleger, die teure Makitafräse, die Einlegeplatten, die Rollen, diverse POM Plastikteile, kleine HPL Teile, Alu Rohre für Ausleger, die Elektroschalter und Mehrfachsteckdose, Kabel, Die teueren MultiplexPlatten sich vor Augen hält, kann man sich vorstellen, es läppert sich.

    Vor kurzem habe ich das Skandinavische Regal von Wolfram nachgebaut, der Tisch war so hilfreich, das es eine entspannte Übung war, gerade das Ablängen und Nuten aller Teile.

    Ich möchte auch so ehrlich sein, zu sagen was es kostet, ich halte nichts von diesen preislich geschönten Blogs und Youtube Videos in der Art wie ‚Einen Frästisch aus Restteilen für 5 Euro gebaut“.

    Gutes muss nicht Billig sein 😉

    Gruss,
    Christian

    Antworten
  3. Christian Becker

    11/09/2017 @ 21:21

    Als Zusatz: Wer sich im Grossraum Heidelberg aufhält, darf mir gerne unter ch-becker-muehlhausen@t-online.de schreiben und auch mal vorbeikommen. Fachsimpeln vor Ort und Austausch von Ideen ist sicher gut. Mir gehen sie für meinen Tisch langsam aus 😉 Obwohl ich diese und jene kleinere Optimierungen noch vornehmen möchte. Für weitere Anregungen bin ich dankbar.

    Antworten

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