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Schubladen dauerhaft reparieren

Auch bei teueren Markenmöbeln aus deutscher Fertigung muss man immer wieder die Schubladen reparieren. Der Grund: schon bei moderaten Belastungen geraten diese schnell aus den Fugen.

Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man das aber dauerhaft abstellen.

Ursachen

Die Ursache für die losen Böden sind vielfältig. Nach meiner Erfahrung haben sich aber zwei Punkte als Hauptursache erwiesen:
Erstens sind Möbel im aktuellen Design sehr oft mit breiten, aber wenig tiefen Schubladen ausgestattet. Das hat zur Folge dass sich die Wände der Schublade in der Mitte durchbiegen und so der Boden aus der Fuge geht.
Zweitens sind die Schubladenböden nur noch selten aus echtem Sperrholz gefertigt. Auch wenn es täuschend echt ausschaut, ist es leider nur mit Folie kaschiertes 3mm MDF, das zudem meist nur trocken und ohne Leim eingelegt ist.

Schubladen dauerhaft reparieren

Um das Problem zu beheben genügt es NICHT, den Boden einfach wieder einzukleben, ansonsten ist schon nach kurzer Zeit der Boden wieder lose.
Um die Schubalden dauerhaft zu reparieren werden zusätzlich zwei 10*10mm Buchenholzleisten unter den Schubladenboden geklebt und verschraubt. Diese Leisten erfüllen zwei Aufgaben: Sie verhindern dass sich der Boden durchbiegt und auch dass die langen Schubladenseiten sich unter Last aufweiten.

Da die Schubladen bei modernen Möbeln natürlich lackiert oder foliert sind, kann man die Leisten nicht wirklich dauerhaft einkleben. Deshalb werden die Leisten vorne mit einer Taschenloch-Bohrung versehen.

So können diese an der vorderen Blende der Schublade von Innen her verschraubt werden.

Hier ein Blick auf die fertig gebohrten Leisten.

Die Länge der einzelnen Leisten wird am direkt an der Schublade ermittelt.

Das Ablängen solch filigraner Leistchen mache ich immer mit der Handsäge – hier eine Japansäge von Dieter Schmidt.

Die Leisten werden dann mit reichlich Weißleim eingestrichen und auf die Unterseite des Schubladenboden geklebt.

Mit dem langen Schrauberbit aus dem Set der Taschenlochschablone werden die Leisten dann an der vorderen Schubladenblende verschraubt. Dabei kommen Schrauben mit zylindrischem Kopf und dem groben Gewinde zum Einsatz, da diese in der Spanplatte am besten greifen.

An der Rückseite der Schublade kann glücklicherweise mit einer normalen SPAX-Schraube bearbeitet werden. Es kommt die Größe 4*30 zum Einsatz.
Es muß hier allerdings mit 4mm vorgebohrt und entsprechend angesenkt werden, weil die Schraubenköpfe ansonsten das Spanplattenmaterial auseinander drücken würden.

Die Bohrung wird schrägt gesetzt, damit am Rand der Schubladenseite etwas mehr Material steht um den Druck der Schraube aufnehmen zu können.
Die Schraube wird anschließend sehr gefühlvoll und mit einer niedrigen Raststufe des Schraubers eingedreht.

Trotzdem ist es schnell passiert, dass das nur 15mm starke Material der Schubladenwände gequetscht wird.

Hier das fertige Ergebnis der stabilisierten Schublade mit zwei Querleisten.

Nach dem Trocknen des Leims an den beiden Leisten kann die Schublade wieder eingebaut werden. Dank der beiden aufgeleimten Leisten biegt sich jetzt am Boden nichts mehr durch und die Verschraubungen an Vorder- und Rückseite verhindern zuverlässig ein Verziehen des Schubladenkastens.

Solcherart behandelte Schubladen sind dauerhaft repariert und stabiler als je zuvor!

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3 Kommentare

  1. Hallo Wolfram!

    Wie zufrieden bist du mit deinem Kreg-Jig? Ich besitze ja nur das kleine Modell, würde aber gern aufs Größere updaten.
    LG
    Sefan

    Antworten
    • Hallo Stefan, bis jetzt sehr. Ich hatte vorher nur die undercover-jig von Wolfcraft und da ist die Kreg schon ein echter Fortschritt, auch wenn die Schrauben US Vierkantantrieb haben, der Bohrer zöllig ist usw.

      Antworten
  2. Hallo Wolfram, gerade die einfachen und praktischen Ideen sind es, die das Holzhandwerkerherz erfreuen. Ich kenne das selbst, da hat man ein Möbelstück und es passt eigentlich alles, aber nach kurzer Zeit ist irgendwas, was man als selber Bastler und Bauer anders und besser gelöst hätte. Diese einfache Art der Stabilisierung ist sehr gut umgesetzt und natürlich immer ideal vorzusorgen statt erst anzufangen, wenn bereits alles auseinander gegangen ist. Viele Grüße Udo

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