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TV-LowBoard aus Buche – Teil 4 Arbeiten am Korpus

Nachdem ich zuletzt Schubladen gebaut hatte, geht es jetzt mit Arbeiten am Korpus des TV-Lowboard weiter.

Damit nähere ich mich endlich dem Endspurt bei diesem Projekt.

Montage der Schubladenführungen

Nachdem zuletzt die beiden Schubladen gebaut wurden, steht jetzt die Montage der Schubladenführungen im Korpus des TV-Lowboards an.

Bei einer vorliegenden Schubladenfront wird die HETTICH Quadro V6 Schubladenführung in der Regel mit der dritten Bohrung 37mm hinter der Korpusfront positioniert. Allerdings habe ich hier innenliegende Schubladenfronten geplant, daher muss die Schubladenführung um die Stärke der Frontplatte weiter nach hinten versetzt werden.

Da meine Schubladenfront zum einen eine 20mm starke Leimholzplatte ist, zum anderen die Vorderseite der Schublade aus 15mm starkem Material ist, habe ich also eine 35mm starke Front,
Also muß die dritte Bohrung der Schubladenführung insgesamt 37+35=72mm hinter der Front des Korpus liegen.

Damit die Schubladen später nicht klemmen, müssen die Schubladenführungen exakt parallel montiert werden. Dazu lege ich einfach eine ca. 10mm starke Leiste unter die Führung und richte diese entsprechend aus. Nach dem Positionieren der Schiene wird diese zunächst nur mit zwei Schrauben 3,5*17 befestigt. Dann kann die Leiste wieder herausgezogen werden.

Nachdem alle Schubladenführungen mit dem Korpus verschraubt sind, ist es Zeit für eine Passprobe. Dazu die Schubladen auf die ausgezogenen Führungen aufsetzen und dann nach hinten schieben bis die Schublade am Anschlag ist.

Die vorderen Schnäpper müssen deutlich hörbar  einrasten. Hier ein Blick unter die Schublade mit den eingerasteten Schnäppern.

Zusätzliche Verstärkung der Rückplatte

Da mein Korpus doch ein ganz schönes Gewicht hat und die Befestigung später ausschließlich über die beiden äußeren Rückplatten erfolgt, habe ich beschlossen hier noch zusätzliche Holzdübel einzubringen.

Diese Rückplatten sind zwar mit Dominos verbunden, aber ich wollte da noch ein wenig zuätzliche Stabilität haben. Daher habe ich 12mm Löcher gebohrt und entsprechende Buchen-Rundhölzer eingeleimt.

Diese Rundhölzer wurden nach dem Trocknen des Weißleims bündig mit der Japansäge abgesägt. Auf diesem Bild sieht man übrigens die im ersten Durchgang zu tief gefrästen Domino-Schlitze. Da diese aber an der Rückseite der inneren Seiten sind, ist das nicht weiter tragisch. Es ist aber eine bleibende Mahnung, beim Einsatz der Festool Domino-Fräse immer konzentriert zu sein und die richtigen Einstellungen zu machen.

Weiterhin habe ich noch zwei Bohrungen von 35mm Druchmesser in die mittlere Trennwand eingebracht. So kann ich im Falle eines Falles später die Geräte in beiden Fächern des TV -LowBoards per Kabel miteinander verbinden.

Um den kleinen Makita Akkuschrauber nicht übermäßig zu belasten, habe ich hier auf meine FEIN Bohrmaschine mit Kabelanschluß zurückgegriffen.

Bau der kleinen Glastüren

Der letzte große Bauschritt sind die Rahmen für die beiden kleinen Glastüren. Diese kommen in die mittleren beiden Fächer des TV-LowBoard und erlauben später die Bedienung der dahinter platzierten Geräte mit der Infrarot-Fernbedienung ohne die Türen öffnen zu müssen.

Hier kommt wieder 26mm Leimholz in einer Breite von 48mm zum Einsatz. Dieses wird  entsprechend abgelängt und mit der kleinen Makita-Fräse und einem 2mm-Abrundfräser gerundet.

Der Zusammenbau erfolgt wieder mit Dominos – eine Methode die sich schon beim Hängeschrank mit Glastüren bewährt hat.

Durch die langen Schlitze lassen sich die Rahmen beim Verleimen problemlos rechtwinklig ausrichten und anschließend mit Zwingen fixieren.

Überquellender Leim wird sofort mit einem feuchten Lappen abgewischt. Nun können die Rahmen in Ruhe über Nacht trocknen.

Weiter geht es dann mit dem Fräsen der Falze zur Aufnahme der Glasplatten. Auch hier kommt wieder 4mm starkes Kathedralglas zur Verwendung. Die Falze sind daher 12mm tief und 10mm hoch.
Mit dem Falzfräser in der Trend T11 geht das Falzen ganz einfach. Allerdings wird der Falz nicht sofort in voller Tiefe gefräst, sondern in mehreren Durchgängen von jeweils ca. 2mm.

Die verbliebenen runden Ecken werden mit dem Stechbeiltel ausgearbeitet.

Bevor jetzt aber die Glasscheiben eingesetzt werden, müssen die Rahmen erst einmal einpasst werden. Die Türen hatte ich mit exaktem Maß genaut und nun konnte ich mit wenigen Hobelzügen des Stanley Flachwinkel-Hobels die Spaltmaße anpassen.

Die Befestigungslöcher für die Topfscharniere wurde mit dem 35mm FAMAG Bohrer in den Türrahmen gebohrt. Nach der Montage der Topfscharniere wurden die Halteplatten in den Korpus montiert, Abstand hier die 37mm plus die 26mm Dicke der Türen – also 63mm hinter der Kante.

Leider war es aber weit davon entfernt, auch nur halbwegs zu passen. Um das Spaltmaß für die Tür zu bekommen, mußte ich die Montageplatten 3mm unterlegen. Dann passt aber die Tür nicht mehr und es gibt unten einen hässlichen Spalt.

Ein Blick in den HETTICH Katalog zeigte mir den Denkfehler: die normalen Topfscharniere sind nur für Türdicken bis 22mm geeignet. Da hilft dann auch das Unterlegen der Montageplatten nicht, weil dann die Tür aus der Mitte wandert. Das Fugenbild wird unsymetrisch und schaut einfach sch***e aus!

Eine Nachfrage bei HETTICH via YouTube wurde dann schnell beantwortet: Für solch dicke Türen gibt es ein besonderes „Dicktür-Scharnier“ – das „Sensys 8631i -4“ – welches für Türen mit bis zu 32mm geeignet ist.

Also auf zum Beschlaghändler meines Vertrauens um diese Scharniere zu besorgen, den der Laden ist auch Samstags geöffnet.

Dort hat man ein großes Sortiment aller Hettich-Besschläge lagernd – also alles gleich zum mitnehmen. Aber diesmal hat mich mein Glück verlassen – das genannte Sensys Dicktürscharnier war ausverkauft und muß erst bestellt werden.

Also wird hier die Arbeit am TV-LowBoard erst einmal unterbrochen und es geht erst in der kommeden Woche wieder weiter, wenn die Scharniere eingetroffen sind.

 

5 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,

    das Projekt „Wohnwand“ nimmt ja schon immer mehr Form an! Wir sind schon total gespannt auf das Endergebnis (und freuen uns natürlich sehr darüber, dass unsere Einhandzwingen so tatkräftig zum Einsatz kommen). 😉

    Weiter so!

    Liebe Grüße,
    Julia von wolfcraft

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  2. Wann wird es denn mal wieder ein Video geben? Artikel sind immer schön und gut, jedoch denke ich das Videos noch mehr die Masse findet. Ich hoffe da kommt bald wieder eins. Sonst gefällt mir der Block recht gut 😉

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    • Hallo Bernd, es sind weitere Videos in Vorbereitung. Die sind aber deutlich aufwändiger in der Produktion als ein Blogartikel – da fehlt mir einfach die Zeit regelmäßig etwas zu produzieren.

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  3. Hallo Wolfram,

    an dieser Stelle erstmal ein großes Lob an dich und deinen Blog! Man sieht, dass du Heimwerker aus Leidenschaft bist und deine Erfolge sowie Misserfolge gern mit anderen teilst, finde ich super!

    Wie von Bernd bereits erwähnt, zähle auch ich zu denjenigen, die aus Videos noch ein wenig mehr Nutzen ziehen können, auch wenn in deinen Artikeln alles klar und deutlich beschrieben ist, keine Frage. Ich würde mich dennoch auch über ein weiteres Video freuen 😉

    Ansonsten eine wirklich gute, vor allem passende Artikel-Serie, denn auch wir haben vor kurzem überlegt ein Lowboard (ich glaube auch als Sideboard bezeichnet) zu kaufen, was ich jetzt allerdings eventuell selber bauen werde!

    PS: Ich freue mich auf den nächsten Teil! 🙂

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