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Erste Hilfe-Kasten für stumpfe Klingen

In diesem Artikel stelle ich meinen „Erste-Hilfe-Kasten“ für stumpfe Werkzeugklingen vor. Ich habe dieses Kasten gebaut, weil ich bei Freunden und Bekannten immer wieder grauenhaft stumpfes Handwerkzeug in die Hände bekomme, mit dem man nicht wirklich arbeiten kann.

Mit diesem „Erste-Hilfe“-Kasten kann ich jetzt schnell für Abhilfe sorgen.

Hintergrund zu diesem Kasten

Das mangelnde Wissen um die Bedeutung von scharfen Klingen hat meines Erachtens ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass das Arbeiten mit Handwerkzeugen als „schwierig und kompliziert“ betrachtet wird. Stumpfe Klingen erschweren aber nicht nur die Arbeit, sie sind auch viel gefährlicher als scharfe.
Und sobald ich den betreffenden Personen ihre ach so „unbrauchbaren“ Handwerkzeuge geschärft habe, wundern sich diese regelmäßig wie gut sich damit arbeiten lässt.

Eigentlich ist das Schärfen von Werkzeugen eine ganz einfache Sache, wenn man ein paar Grundlagen dazu kennt und die richtigen Hilfsmittel zur Hand hat. Um nun eine kleine Grundausstattung von Schärfmitteln jederzeit mitnehmen zu können und eine geeignete Arbeitsfläche zu haben, wurde dieser „Erste-Hilfe-Kasten“ für stumpfes Werkzeug gebaut.

Der Aufbau

Der Kasten ist aus einigen Resten 15mm Birkensperrholz gebaut. Der Zuschnitt erfolgte dabei ohne Messen wie ich in diesem Artikel beschrieben habe.

Der Deckel des Kastens, der später auch als Arbeitsfläche dient, besteht aus dem Rest einer 15mm starken, wasserfesten Siebdruckplatte. Um diese mit dem Kastenrand verkleben zu können, werden die Kanten auf dem Frästisch abgefräst, um so eine ordentliche Klabefläche zu schaffen.

Der Kasten wird wie üblich zunächst komplett verklebt – Deckel, Boden und Seitenteile.

Anschließend wird auf der Tischkreissäge der Kasten wieder aufgetrennt. Da ich hier keine Scharniere zur Hand hatte, habe ich mich für einen steckbaren Deckel entschieden. Dazu wurden 2mm starke Streifen aus einem Reststück 26mm Buchenleimholz zurechtgesägt.

Diese werden passend abgelängt und in den Deckel geleimt.

Nach dem Aushärten des Leims erfolgt die Passprobe. In der Regel passt das aber nicht sofort, sondern es muß ein wenig nachgearbeitet werden.

Mit dem Simshobel einige Züge gemacht und anschließend die Kanten mit ein wenig Schleifpapier gerundet.

In den unteren Teil des Kastens werden noch ein paar Leisten als Einteilung eingeklebt. Das sorgt dafür dass die verschiedenen Schleifhilfen und der Kombinationsschleifstein beim Transport nicht herumpurzeln.

Zum Schluß wurde der ganze Kasten mit transparentem Sprühlack aus der Dose behandelt, damit das Holz bei Nässe nicht aufquilt. Und damit der Kasten nicht rutschen kann, habe ich unten noch vier kleine Gummifüßchen montiert, die ich an einem alten PC-Gehäuse abmontiert habe.

Praktischer Einsatz

Um den Fasenwinkel der Eisen beim Schleifen einzuhalten, benutze ich die einfache, aber überaus praktische Schleifführung von Eclipse/Draper. Um das Einstellen der Schleifwinkel zu vereinfachen, benutze ich ein einfaches Brettchen mit entsprechenden Anschlägen. Dabei sind diese so dimensioniert, dass die Hobeleisen bis 70mm Breite, die Beitel bis 40mm Breite passen.

Wie diese Anschläge zu montieren sind, ist übrigens auf der Verpackung der Schleifhilfe beschrieben.

Auf der Rückseite dieses Anschlagbrettes habe ich ein Stück Leder aus einem alten Ledersofa mittels Pattex Kontaktkleber aufgeklebt. Mit grüner Polierpaste bestückt dient dieses Brett dann auch gleich zum Abziehen und Polieren der Klingen.

Auf den Deckel des Kastens aus Siebdruckplatte wurden zwei Anschläge aus 6mm starkem Pertinax geschraubt. Dort kann der Kombinationsstein zum Schleifen eingesetzt werden. Die Schrauben sind aus Edelstahl und daher rostfrei, wenn das Ganze nass wird.

Als Schleifstein benutze ich hier einen 1000/6000er Kombinationsstein von SUN/TIGER in mittlerer Größe. Das ist für die meisten Anwendungen ausreichend.

Daneben bleibt dann hoch genügend Fläche frei, um z.B. mit Schleifpapier den Kombinationsstein abzurichten oder andere Schleif- und Polierarbeiten mit Nasscheifpapier durchzuführen.

Jetzt habe ich in einem kompakten Kasten alles drinn, was man unterwegs so braucht, um Handwerkzeuge zu schärfen. Der Kasten selbst dient gleichzeitig als Schleifsteinhalter und Schleifunterlage.

 

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