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Ganz schnell eine warme Werkstatt

Es ist Winter und da wird es in meiner unbeheizten Werkstatt sehr schnell ungemütlich.

Hier zeige ich Dir, wie man überraschend einfach Abhilfe schaffen kann.

Bisher hatte ich mir in der kalten Jahreszeit mit dem DYSON Heizlüfter ein wenig Wärme in der Werkstatt verschafft. Aber das Heizen mit Strom ist Erstens recht teuer und Zweitens sind für meine große Garage die knapp 2000Watt Heizleistung des DYSON einfach zu wenig, um hier einen nennenswerten Temperaturanstieg zu bewerkstelligen.

Deshalb mußte eine Alternative her.

Auf Empfehlung eines Freundes habe ich mir ein Gasheizgerät des Herstellers ROWI aus der Serie „Blue Flame 4200“ bestellt. Diese Geräte sind preiswert zu Preisen zwischen 150 – 200 EUR (je nach Farbe des Gehäuses) zu bekommen- Sie haben einen Thermostat und sind dank eines entsprechenden Niederdruckventils mit Sauerstoffwächter für den Einsatz in geschlossenen Räumen geeignet.

Um so ein gasbetriebenes Gerät einzusetzen, muss der zu beheizenden Raum allerdings einige Kritieren erfüllen: Erstens muss er mindestens 40 KubikmeterVolumen haben – das entspricht in einer Grundfläche von ca. 20 Quadratmetern bei 2m Raumhöhe. Zweitens muss der Raum „gut“ belüftet werden, da die offene Flamme natürlich Sauerstoff benötigt. Meine schlecht isolierte Garage erfüllt beide Kriterien – die Fläche beträgt rund 55Quadratmeter (wenn auch nur teilweise fürs Holzwerken genutzt) und das Garagentor besitzt eine Zwangslüftung.
Für eine kleine Werkstatt im Gartenhäuschen ist dieses Gerät also leider nicht geeignet.

Inbetriebnahme

Das ROWI Heizgerät kann dabei sowohl mit den großen 11KG-Gasflaschen als auch mit den kleineren 5KG-Gasflaschen bestückt werden. Ich habe hier zur großen Flasche gegriffen da eine möglichst lange Betriebszeit sicherstellen möchte. Die Gasflasche selbst habe ich mir preiswert als Leihflasche beim örtlichen Caravan-Händler besorgt.

Der Anschluß der Gasflasche ist unkompliziert und im mitgelieferten Handbuch sehr gut beschrieben. Linksgewinde an der Flasche beachten!
Allerdings mußte ich ein wenig experimentieren bis ich die optimale Position der Flasche ermittelt hatte und der Schlauch des Niederdruckventils so positioniert war, dass sich der Deckel des Heizgerätes wieder sauber verschließen lässt.

Da ich bisher noch keine Erfahrung mit dem Einsatz solcher Gas-Heizgeräte hatte, war ich gespannt wie die Inbetriebnahme mit der Piezo-Zündung ablaufen würde.

Hier zeigte sich aber, dass die Sache doch recht einfach ist, wenn man es einmal verstanden hat.

Auf der Oberseite des ROWI Blue Flame befindet sich das Bedienpanel mit dem Thermostat, dem Startknopf und der Piezo-Zündung.
Zur Inbetriebnahme des Ofens muß man einfach den Gashahn an der Flasche aufdrehen und dann für ca. 30 Sekunden den Startknopf drücken. Man kann dabei deutlich hören wie das Gas leise zischend den Brenner füllt.

Nun gleichzeitig kurz den Knopf für die Piezozündung drücken und es wird eine kleine Zündflamme entfacht.

Wenn diese Zündflamme brennt, den Startknopf weitere 10 Sekunden gedrückt halten und dann langsam loslassen. Die Flame springt auf den Brenner über und der Heizofen ist gezündet.

Erste Erfahrungen

Offene Flamen in der Holzwerkstatt? Geht das überhaupt?  Das war natürlich auch mein erster Gedanke, als mir dieses Gerät empfohlen wurde. Aber meine Sorgen waren unbegründet, denn das ROWI Gerät ist mit einem Schutzgitter versehen und die Flame liegt rund 10cm tief im Inneren des Heizgerätes. Auch das Gehäuse des Heizgerätes wird nirgends so heiß, dass die Gefahr bestünde, dass sich etwas entzündet. Die Finger kann man sich trotzdem am Frontgitter verbrennen – Kleinkinder sollten also nicht in der Nähe sein.

Was man beachten muß: Wenn dieser Ofen in Betrieb ist, sollte auf Arbeiten mit großer Staubentwicklung in unmittelbarer Nähe verzichten. Das tut zum einen dem Heizgerät nicht gut, weil der Staub verbrennt und den Brenner verschmutzt, zum anderen riecht es dann auch schnell nach verkokeltem Holz.
Erkennbar ist eine zu hohe Staubbelastung ganz einfach, weil dann die Flamen im Ofen plötzlich gelb werden.
Das konsequente Arbeiten mit einer guten Absaugung per Staubsauger an Schleifmaschine, Kreissäge usw. ist also beim Betrieb des Ofens Pflicht. Nur wer mit Handwerkzeugen arbeitet ist da fein raus – da entsteht in der Regel kaum Staub sondern eher grobe Späne.

Was man ebenfalls unterlassen sollte, wenn der ROWI Heizofen in Betrieb ist, sind Lackierarbeiten. Zum einen wegen der Lösungsmitteldämpfe und zum anderen weil durch die große Heizleistung doch viel Luft in Bewegung ist. Damit steigt das Risiko dass man hinterher eine rauhe Oberfläche bekommt, weil sich unvermeidliche Staubpartikel absetzen.

Nach dem Einsatz an zwei Wochenenden bin ich auf jeden Fall erst einmal sehr zufrieden. Dank der 4200 Watt Heizleistung und der starken Wärmestrahlung ist es um Umkreis von 3-4 Metern um das Gerät herum wirklich angenehm warm. Die Wärme wird dabei recht fokusiert in einem Bereich von ca. 60 Grad an der Vorderseite des Heizofens abgestrahlt.

Stellt man sich das Gerät neben die Werkbank, so hat man eine angenehm warme Arbeitsumgebung. Dank der großen Gesamtheizleistung von 4200 Watt wurde meine Garagenwerkstatt innerhalb von etwa 2,5 Stunden von 5,5 auf rund 16,8 Grad erwärmt. Der Thermostatregler war dabei voll aufgedreht und das ROWI Heizgerät lief mit voller Leistung.

Die spannende Frage wird sein, wie lange die Gasflasche tatsächlich durchhält – der Hersteller spricht hier von 20 Stunden Betrieb mit der 11KG Flasche. Ich bin gespannt und werde berichten.

Fazit

Dieses gasbetriebene Heizgerät von ROWI ist eine Anschaffung die ich als echten Schritt nach Vorn sehe. Es hat eine deutlich bessere Heizleistung als alles an elektrischen Geräten was ich bisher erlebt habe. Schon wenige Sekunden nach der Zündung steht die volle Heizleistung zur Verfügung, die Gasflame verbreitet eine angenehme Atmosphäre. Damit kann es jetzt auch bei niedrigen Temperaturen in meiner Garagenwerkstatt wieder weiter gehen.

Das Video

Für alle Leser die das ROWI Heizgerät in Aktion sehen wollen, habe ich hier noch ein kurzes Video mit dem Smartphone gedreht. Der Ton ist daher nicht so toll, aber ich denke ein Video vermittelt doch noch einmal einen ganz anderen Eindruck.

Für mehr Informationen über das ROWI Blue Flame Gasheizgerät kannst Du  auf den nachfolgenden Button klicken:

11 Kommentare

  1. Christoph Meyer

    18/12/2016 @ 11:41

    Hallo Wolfram,

    bei nur 5° C kann ich den Wunsch nach einer warmen Werkstatt gut verstehen. Die offene Flamme bringt natürlich eine gute Heizleistung. Es gibt allerdings zwei große Nachteile. Beim Verbrennen von Gas entsteht jede Menge Wasser und CO2. Gut der Sauerstoffwächter verhindert wohl schlimmeres, aber die Menge an Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit wird sich auf den kalten Teilen in der Garage als Kondensat niederschlagen. Für Holz und Metall will man das nicht haben.

    Da hilft nur wirklich gutes Lüften um die Luftfeuchtigkeit rauszubringen, gerade im Winter ist das wohl problematisch, da die kalte Luft ohnehin nicht viel Wasser aufnehmen kann und schnell max. gesätigt ist.

    Möge der Rost fernbleiben.

    Grüße
    Christoph

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    • Hallo Christoph,
      die Problematik mit Feuchte, Kondensat und Rostgefahr ist in meiner Garagenwerkstatt leider der Normalzustand. Daher ist bei mir auch alles Werkzeug bei Nichtgebrauch in Kisten und Kästen. Aber dennoch Danke für den nochmaligen Hinweis.
      Da ich im Winter aber nur wenige Stunden am Wochenende in der Werkstatt bin und dementsprechend nur kurze Heizperioden habe sehe ich momentan kein größeres Problem. Wenn ich da tagelang den Ofen im Einsatz hätte, wäre das sicher anders zu sehen.

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  2. Schaut man in die Bedienungsanleitung, offenbaren sich die Grenzen der Nutzung im Innenraum: nur gut belüftet und ab mindestens 40m3 Raumvolumen damit die Innenraum-Freigabe greift. Kritisch ist die offene Flamme auf alle Fälle im Zusammenspiel mit Holzstaub in der Luft.
    Darüber hinaus sollte man sich im Klaren sein, dass Gasverbrennung nicht unwesentlich die Luftfeuchtigkeit erhöht.

    Die Empfehlung offener Verbrennung in Bereichen der Holzverarbeitung ist in jedem Fall kritisch und sollte nicht unreflektiert vom Laien übernommen werden.

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  3. Um so ein Gerät schleiche ich auch schon länger herum, da ich die gleiche Situation habe. Dummerweise besteht meine Holzwerkstatt auch noch aus Holz (Fußboden, Wände, Decke) sodaß ich mich nicht traue, Gas oder glühende Elektrodrähte einzusetzen. Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, erweitere ich den normalen Heizkreis. Bis dahin heißt die Lösung: Warmer Pullover und gefütterte Fleece-Jacke und weniger Pausen. Streich und Ölarbeiten werden unter Duldung der besten Ehefrau von allen ins Arbeitszimmer verlegt.

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    • Hallo Michael, ich denke das Problem ist weniger die Frage ob Deine Werkstatt einen Holzfußboden hat, sondern eher ob diese groß genug ist. Zum einen wegen des Mindestvolumens, zum anderen damit der Ofen weit genug weg von der Arbeitsstelle steht wegen Staub etc. Sonst kommt man da schnell ins Schwitzen.

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      • Ich habe einfach Angst vor Entzündung von Holzstaub am Feuer oder Glühdraht. Falls das mal passiert, würde sich das hier in Windeseile ausbreiten können. Die 40 m^3 habe ich locker.

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        • Ja, wenn man sich bei so etwas in der Werkstatt nicht wohl fühlt, dann soll man es einfach lassen. Das ist auch meine oberste Regel bei allen Arbeiten in der Werkstatt – egal mit welcher Maschine oder Werkzeug. Das verhütet dann Schlimmeres…

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  4. Hallo Wolfram!
    Und Holzwerker!
    Das Thema, angenehme Wärme,läßt sich auch mit einem kleinen Beistellherd bewerkstelligen. Dazu noch ein langes Rauchrohr durch die Werkstatt ( Rohr gibt auch noch Wärme ab )in einen Kamin.
    Wenn kein Kamin vorhanden,einfach einen Durchbruch durch die Garagenwand,und aussen einen Edelstahlkamin anbringen.
    Das ganze vorher natürlich mit dem Kaminfeger besprechen.
    Fertiges Brennholz kostet auch nicht die Welt. Dazu noch ein oder zwei Bündel Brikett oder Holzbriketts, zB. BAG- Franken in Bad Friedrichshall und der Winter kann kommen.
    Zudem, gibt es ab und zu auch mal Abfallholz.
    Ich wünsche Euch, wohlige Weihnachten!

    Mfg.Manfred

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  5. Servus!

    Ich würde Dir raten, den Ofen wieder aus der Werkstatt zu nehmen. „Ett hätt noch immer jut jehange“ können zwar die meisten berichten, das Thema Staubexplosion ist aber nicht zu verachten. Klar, entsprechende Absaugung vorausgesetzt, passiert da normal nix, aber man muss das Risiko nicht noch fördern:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Staubexplosion

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  6. Hallo Wolfram,

    wir haben uns zwei elektrische Wärmelüfter gekauft. Die Dinger haben jeweils 3,3kw. Im Bankraum funktioniert das auch einigermaßen. Der Raum ist etwas kleiner und hat niedrige Decken. Den Maschinenraum damit zu beheizen ist aber ausgeschlossen. Schon wegen der Größe und der Absaugung.

    Beste Grüße
    Timm

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