Artikelformat

Ausgepackt: Die Japansägen des Herrn Schmidt

Schon vor einiger Zeit habe ich dieses schöne Set von drei Japansägen von meiner lieben Gattin geschenkt bekommen.

Japansaegen - 1

Bestellt wurde es bei Feine Werkzeuge / Dieter Schmidt in Berlin. Hier beschreibe ich nun, was man für sein Geld bekommt.

Anmerkung: Eigentlich wollte ich hierzu ein kleines „unwrapping“-Video machen, aber leider hat sich meine JVC-Videokamera dazu entschieden, still und heimlich ihren Betrieb nach 6 Jahren nachhaltig einzustellen. Dabei wurden auch die aufgenommenen Videodateien mit in den Tod gerissen. Deshalb ist dieser Artikel leider ohne bewegte Bilder.

Der Inhalt

Nach dem Auspacken aus dem Versandkarton folgt das Auswickeln der Sägen aus der mitgelieferten Stofftasche.

Japansaegen - 2

Es handelt sich hier von links nach rechts um eine Ryoba, eine Kataba und eine Dozuki. Die beiden ersten Sägen sind vom Hersteller Bakuma, die Dozuki ist die Hausmarke „Juuma“ – Hersteller unbekannt.

Wie unschwer zu erkennen, stammen die Sägen tatsächlich aus Japan und sind keine billigen China-Kopien wie diese in den Baumärkten angeboten werden.

Für alle Leser die diese Sägen so wie ich auch „unterwegs“ einsetzen möchten, beschreibe ich hier den Mechanismus zur Demontage des Sägeblattes. Mit montiertem Griff sind diese Sägen mit rund 65cm recht lang und nur relativ schlecht in einer Werkzeugkiste zu transportieren. Zerlegt haben sie aber nur knappe 33cm und so passen diese sehr gut in meine kleine grüne Werkzeugkiste.

Die Ryoba

Die Ryoba ist eine Säge ohne Rücken mit zwei verschiedenen Verzahnungen. Das Sägeblatt wird üblicherweise mit einer grob verzahnten Seite für Längsschnitte und einer etwas feineren Verzahnung für Querschnitte versehen. Hersteller ist Bakuma.

Japansaegen - 4

Da diese Säge keinen Rücken hat ist sie für tiefe Schnitte in dickem Material ideal. Der Blattwechsel erfolgt über einen Klemmmechanismus mit Bügel.

Japansaegen - 17

Der mit Bambus umwickelte Griff ist sauber verarbeitet und hat keine scharfen Kanten oder losen Enden.

Die Kataba

Die Kataba ist eine Rückenlose Säge für Querschnitte vom Hersteller Bakuma. Die Verzahnung von  24tpi in Verbindung mit dem nur 0,3mm dicken Sägeblatt sorgt für sehr glatte Schnittkanten. Da die Säge rückenlos ist kann man zwar sehr tiefe Schnitte ausführen, darf die Säge aber nicht verkanten, da es ansonsten zu einem geknickten Sägeblatt kommen kann.

Japansaegen - 7

Die Demontage des Sägeblattes erfolgt durch einen Schlag auf den Blattrücken. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man den Bogen raus hat, geht es ruck-zuck.

Japansaegen - 15

Auch diese Säge ist in jeder Hinsicht sauber verarbeitet. Das Blatt ist nicht lackiert sondern zum Transport in Ölpapier eingewickelt.

Die Dozuki

Die Dozuki ist eine Feinsäge für Längs- und Querschnitte. Die Säge ist zwar „Made in Japan“ aber der Hersteller ist unbekannt. Juuma ist die Handelsmarke für Werkzeuge von Dieter Schmidt.
Wenn man Zinken einsägen möchte oder Leisten passgenau auf Gehrung sägen möchte, dann ist dies die Säge der Wahl.

Japansaegen - 8

Die Demontage des Sägeblattes erfolgt über das Lösen einer Klemmschraube. Anschließend kann das Blatt herausgezogen werden.

Japansaegen - 11

Die Verschraubung ist leichtgängig, das Sägeblatt passt perfekt und ohne wackeln. Der Griff ist sauber gewickelt.

Erster Einsatz

Bisher hatte ich nur „japanische“ Sägen aus dem Baumarkt – die aber in Wirklichkeit wohl eher aus China stammen. Daher war ich ja vor einiger Zeit ins Lager der westlichen Sägen gewechselt. Mit der Stanley JetCut bin ich auch sehr zufrieden.

Aber ich bin neugierig und für kleine und feine Arbeiten braucht es andere Sägen.

Die erste Anwendung der Dozuki war das Ablängen der Glasleisten für die Türen meines Hängeschrankes. Hier mussten saubere, ausrissfreie Gehrungsschnitte an Leisten mit einem Querschnitt von 12*10mm ausgeführt werden. Mit einer elektrischen Säge (egal ob Stich- oder Kreissäge) ist das eine echte Herausforderung, mit dieser Japansäge war es fast ein Kinderspiel.

Ich habe mir dazu aus ein paar Holzresten eine kleine Gehrungslade gebaut, ich welcher die Leisten dann festgekeilt werden und so absolut präzise zugesägt werden können. Hier überzeugte die Dozuki von Juuma schon beim Einsägen der Führungen. Nur wenige Züge und der Führungsschnitt durch die 30*30mm starken Buchenkanthölzer war vollbracht.

Japansaegen - 20

Beim Ablängen der Leisten wurde das Grinsen auf meinem Gesicht immer breiter. Nur wenige Züge und die Leisten waren exakt und mit sehr glatter Schnittfläche durchtrennt.

Zweiter Test war der Einsatz der Ryoba beim Auftrennen und Schlitzen von Kiefernleisten entlang der Faser. Dort sorgte die agressive Zahnform der Ryoba für einen erstaunlich schnellen Sägefortschritt. Das geht nochmals dramatisch besser als mit meinem auf Längsschnitt umgefeilten Stanley Fuchsschwanz (und der geht schon deutlich besser als die Querschnitt-Sägen)

japsag - 2

Da die Ryoba keinen Rücken hat, kann eine 80cm lange Leiste problemlos in wenigen Minuten entlang der Faser getrennt werden.

Die dann noch verbliebene Kataba-Säge wurde zum Ablängen etlicher Kiefernholzleisten zu nächtlicher Stunde eingesetzt, weil ich hier möglichst geräuschlos arbeiten wollte, was mit so einer Japansäge auch wunderbar funktioniert.

japsag - 1

Der Querschnitt mit dieser Kataba ist eine echte Freude – sehr glatte Schnittflächen und trotzdem ein guter Sägefortschritt. Allerdings ist hier ein wenig Konzentration gefragt. Bei Unachtsamem Umgang kann das Sägeblatt verkanten und wenn hier mit brachialer Kraft gearbeitet wird, kann das dünne Blatt einen Knick bekommen.

Es entstand hier eine selbstbebaute Gestellsäge mit einem groben Blatt für das Ablängen von frisch geschlagenem Holz. Ein Bericht dazu folgt demnächst.

Mein Fazit

Wer sich einen universell einsetzbaren Satz japanischer Sägen leisten möchte, der liegt hier Richtig. Gute Verarbeitung, fairer Preis und eine praxisgerechte Auswahl der Verzahnungen kennzeichnen dieses Sägenset. Auch für Anfänger im Holzwerken eine gute Investition.

2 Kommentare

  1. Danke für den Test! Meinst du das Blatt bekommt leicht einen Knick, muss man wirklich so sehr aufpassen? Und ist die Montage des Sägeblatts auch ohne die Anleitung in jap. Schriftzeichen leicht verständlich?

    Antworten
    • Die „einfachen“ Japansägen des Herrn Schmidt sind schon sehr robust – da einen Knick rein zu machen braucht schon einiges an Grobmotorik. Wer Wechsel der Sägeblätter wird mit Bildern erklärt – also auch für Analphabeten der japanischen Schrift zu verstehen.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Webseiten benutzen Cookies für statitische Zwecke. Hier kannst Du mehr über Cookies erfahren.