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Ein 50g Hammer mit neuem Stiel

In einer alten Dose von meinem Vater mit allerlei Schrauben und Nägeln fand ich auch diesen schönen alten Hammerkopf mit 50g Gewicht.

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An so eine kleine Perle mußte natürlich gleich ein Stiel dran.

Da ich beim Regalbau zwischen den verschiedenen Durchgängen der Oberflächenbehandlung immer wieder Wartezeiten hatte, habe ich dieses Miniprojekt nebenbei bearbeitet.

Der Hersteller des Hammers ist leider nicht klar erkennbar, aber ich vermute dass dieser aus den 60er oder 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt.

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Für den Stiel habe ich den Rest einer Eschenholz-Leiste benutzt. Da der Durchmesser ein wenig knapp war, habe ich die quadratische Leiste diagonal eingesetzt.

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Mit einem spitzen Bleistift wurde der Durchmesser der Bohrung auf die Stirnseite des Holzes übertragen.

Im nächsten Schritt habe ich die Vierkantleiste auf acht Kanten gehobelt. Das Einspannen erfolgte an der Hinterzange meiner Hobelbank.

hammer50 - 3An der Vorderseite verwende ich einen flachen Kunststoff-Bankhaken, hinten einen der größeren Messing-Bankhaken von Veritas. Und damit das filigrane Leistchen nicht verrutscht, habe ich einen Holzkeil untergelegt.

Wenige Züge mit dem Juuma-Hobel Nr. 4 genügen und der Stiel ist achteckig. Die feine Nacharbeit erfolgt mit dem Dictum Schweifhobel.

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In mehreren Durchgängen wird mit dem Schweifhobel immer ein wenig mehr abgenommen, bis sich der Hammerkopf ordentlich aufschieben lässt.

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Mit einer Japansäge und feinem Blatt wird der Schlitz für den Keil in den Stiel gesägt. Diese Säge ist übrigens eine 6 EUR Billigsäge von ALDI die mit 3 Ersatzblättern geliefert wurde und erstaunlich gut sägt.

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Nachdem der Kopf ordentlich passt, wird ein kleiner Keil aus Buchenholz in den Schlitz des Stiels getrieben. Dabei ist es wichtig, dass der Keil genauso breit wie der Hammerstiel ist.

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Mit ein wenig Weißleim versehen wird der Keil dauerhaft halten. Er wird mit einem Schonhammer soweit eingetrieben bis sich der Klang von einem hellen Ton zu einem dumpfen Pochen ändert. Dann sitzt der Keil bis zum Ende im Schlitz.

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Während der Holzleim trocknet, wird der Stiel noch ein wenig rund geschlffen. Zuerst mit 60er Schleifpapier, dann mit 240er Körnung.

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Zum Schluß wird der am Hammerkopf überstehende Stiel mit ca. 1mm Überstand abgesägt und noch mit ein wenig Leinölfirnis behandelt. Damit bekommt der Hammerstiel eine angenehm griffige Oberfläche.

Hier sieht man das Endresultat im Vergleich zu einen normalen 300g Schlosserhammer,

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Und was macht man nun mit einem so kleinen Hammer – oder besser gesagt – Hämmerchen?

Nun zum einen ist es ein idealer Hammer um bei einem Holzhobel das Eisen sehr feinfühlig einzustellen, zum anderen ist dieser Hammer ideal für das Einschlagen kleinster Drahtstifte.

Auf jeden Fall eine schöne Ergänzung meiner Werkzeugkiste,

6 Kommentare

  1. Ich mag auch eine Schrauben-Dose mit solchen kleinen Schätzen haben 🙂
    So einen kleinen Hammer kann man immer gebrauchen.

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  2. Auch wenn ich das Resultat und das Projekt als solches nicht schlecht finde: „Eine kleine Perle“? Gibt es an diesen älteren Hammer köpfen etwas Besonderes, das diese auszeichnet?

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    • Ja, geh mal in den Baumarkt und versuche dort einen 50g Hammer zu kaufen. Wenn Du diesen überhaupt bekommst, dann in der Regel nur als „elendes“ Billigteil aus Fernost. Minderwertiger Stahl (zu weich oder zu spröde), lustlos geformt, wackeliger Stiel.
      Vermutlicher Grund für diese Situation: Kaum noch jemand nagelt mit kleinen Drahtstiften, jeder greift da zum Tacker.
      Deshalb ist so ein alter Kopf eine „kleine Perle“.

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