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Fein Schrauber Baujahr 1974 gerettet

Aus dem Schrottcontainer eines Industriebetriebes in der Nähe stammt dieser Fein-Schrauber. Das Typenschild sagt Baujahr 1974.

Feinschrauber - 1

Das Netzkabel war total brüchig, die Maschine ziemlich schmierig, aber ansonsten schien mir die Maschine noch ganz passabel. Also habe ich mit Erlaubnis der Firma das Ding mal mitgenommen.

Zuhause habe ich erst einmal das Gehäuse gereinigt und die Schäden am Netzkabel begutachtet.

Feinschrauber - 2

Nicht nur am Knickschutz war das Kabel am zerfallen. Alles war porös und zerbröselte schon beim anfassen. Ein Einstecken der Maschine in die Steckdose war mir da zu heikel. Also erst mal aufschrauben.

Feinschrauber - 3

Alles ziemlich mit Abrieb versifft und verstaubt, aber ansonsten in gutem Zustand.

Feinschrauber - 4

Die Kohlen des Motors waren kaum abgenutzt (oder waren mal erneuert worden) – auf jeden Fall eine sehr hochwertige Maschine. Alles sehr stabil, dauerhaft und wartungsfreundlich konstruiert.

Feinschrauber - 6

Die Kabel in der Maschine sind allesamt verschraubt und mit Lack gesichert. Daher war das austauschen des Kabels kein Problem.

Feinschrauber - 8

Es ist ein 2-adriges Gummikabel. Die Knickschutztülle war noch in einwandfreiem Zustand, konnte daher weiter verwendet werden.

Also los zum Baumarkt des Vertrauens um ein neues, zweiadriges Gummikabel zu kaufen. Leider Fehlanzeige. Nur 3adrig und monsterdick oder dünnes, steifes 2-adriges Plastikkabel. Also weiter zum Elektriker des Vertrauens – aber der hat auch nur 3adriges. Fündig wurde ich dann im Landhandel der BAYWA – hochwertiges, zweiadriges Gummikabel mit angespritztem Stecker und 3m Länge für 7,95 EUR!

Feinschrauber - 7

Beim Zerlegen hatte ich alle Schrauben so abgelegt, wie ich diese herausgedreht hatte und dann das obige Foto gemacht. So gewappnet konnte ich dann einige Tage später das neue Kabel montieren und das Innenleben der Maschine ein wenig säubern. Danach alles wieder zusammenschrauben.

Und jetzt habe ich einen im wahrsten Sinne des Wortes „feinen“ Schrauber mit Netzanschluß in meiner Werkstatt. Die Maschine hat rechts/links-Lauf, der mit dem Schalter oben auf der Maschine umgeschaltet wird. Die Drehzahlregelung ist sehr feinfühlig und lässt sich hervorragend dosieren – viel Besser als bei meiner FEIN BOP-10 Bohrmaschine.

Einzig als etwas altmodische Spannfutter mit dem Drehkranz mindert den Bedienkomfort, aber das kann ich mit einem Schnellwechseladapter von WERA kompensieren. Dann kann ich die Schrauber-Bits von WERA einfach umstecken. Und damit ist es wieder ein toller Schrauber – und das nach über 40 Jahren.

Wenn es also eine Beweis braucht, dass sich hochwertiges Werkzeug lohnt, hier ist er!

6 Kommentare

  1. Carsten Witt

    10/01/2016 @ 18:02

    Ich würd sogar soweit gehen zu behaupten, dass es ein toller Schrauber auch nach 40 Jahren ist 😉

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  2. Hehe. Carsten, Das dachte ich auch. Bin Bj 72 und mein 30. Geburtstag ist schon ein bisschen länger 😉

    Was für ein Schatz.

    Antworten
  3. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Fund und der gelungenen Restaurierung. 🙂
    Gibt es auch Bilder und/oder Videos von der wieder funktionierenden Maschine?
    Viele Grüße aus der Heimat des unverwüstlichen Elektrowerkzeugs!

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  4. Hallo Wolfram,
    das ist ne schöne Sache, ein altes, hochwertiges Werkzeug herzurichten. Ich bin auch gerade an was dran, das noch ein paar Jahrzehnte mehr auf dem Buckel hat. Bericht folgt demnächst!
    Danke fürs Teilen.
    Beste Grüße,
    Andreas

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