Artikelformat

Building a Workbench – Langzeiterfahrungen 2015

Im Sommer des Jahres 2012 hatte ich in einem Holzwerker-Kursus bei DICTUM eine Hobelbank im Stil des 18. Jahrunderts gebaut – auch bekannt als Roubo-Hobelbank.

DICTUM

Und die Berichte zu diesem Projekt haben mit Abstand die größten Zugriffszahlen auf meinem Blog. Zudem erreichen mich immer noch zahlreiche Fragen, von denen ich einige hier beantworten möchte.

Diese Bauform einer Hobelbank wurde von dem Franzosen André Roubo in einem Buch beschrieben, das Ende des 18. Jahrhunderts veröffentlicht wurde. Dieses Buch wurde „wiederentdeckt“ und in USA populär gemacht durch zahlreiche Veröffentlichungen von Christopher Schwarz mit seinem Verlag „LostArtPress“.

Und Christopher Schwarz war auch in 2012 der Kursleiter dieses Hobelbank-Kurses bei DICTUM.

In 2010 hatte Chris das Buch „The Workbench Design Book“ veröffentlicht, das verschiedene Konstruktionen von Hobelbänken ausführlich bespricht. Dieses Buch war ein Besteller in USA und lange Zeit nur in englischer Sprache verfügbar.

Seit einiger Zeit gibt es nun eine deutsche Übersetzung mit dem Titel „Hobelbänke“ aus dem Vicentz-Verlag. Auf dem Blog von Heiko Rech findet sich dann auch eine ausführliche Besprechung des Buches.

Eine der meist gestellten Fragen geht in Richtung wie sich die Hobelbank verhält, weil hier ja die Bankplatte mit dem Gestell verzapft ist. Gerade vor kurzen wurde diese Frage wieder mehrfach in verschiedenen Blogs und Webforen gestellt.
Dazu folgende Bilder:

DWorkbench - 1

Das Untergestell hat Zapfen, die in entsprechende Aussparungen der Bankplatte eingreifen. Diese Aussparungen sind ca. 1-2 mm briter als der jeweilige Zapfen.
Bei der Montage der Bank wird die Platte einfach aufgelegt. Um Gestell und Platte fest miteinander zu verbinden werden an den Querseiten der Aussparungen schmale Keile aus Buchen- oder Eichenholz eingeschlagen. Hier grün markiert.

DWorkbench - 1

An den Seiten dürfen aber KEINESFALLS Keile eingeschlagen werden. So kann die Bankplatte in der Breite arbeiten, ohne dass es Probleme gibt. Hier rot markiert.

DWorkbench - 4

Die Platte liegt ja auf den Trägern des Gestells nur lose auf. Am Übergang von Platte zu Gestell entsteht dann ein Spalt, der das Arbeiten der verschiedenen Hölzer ausgleicht.

DWorkbench - 3

Das Gestell selbst ist aus massivem Kiefernholz (15*15cm) gebaut und mit Zapfen und Holznägeln verbunden. Durch versetzte Bohrungen (Drawboring) wird beim Einschlagen des Holznagels der Zapfen in den Schlitz gezogen. Diese Verbindungen sitzen noch immer bombenfest – nix wackelt, keine Spalten, keine Risse.

Erstes Fazit

Ein erstes Fazit am Ende des ersten Jahres gibt es im Artikel „Building a Workbench – Erfahrungen mit der Hobelbank Teil 2“ beschrieben. Diese Punkte gelten im wesentlichen noch immer. Allerdings arbeitet die Bankplatte mittlerweile nur noch in ganz geringem Maße. Die im ersten Jahr zu beobachtenden Bewegungen sind mittlerweile nur noch sehr gering (oder habe ich mich daran gewöhnt?)

DWorkbench - 6

Zweites Fazit

Diese Art von Hobelbank ist eine sehr einfache und rustikale Konstruktion. Man darf nicht vergessen dass dieses Kosntruktionsprinzip aus dem 18. Jahrhundert bzw. in Teilen noch älter ist. Das bedeutet aber nicht dass es bei korrekter Ausführung problematischer als modernere Konstruktionen ist.
Was mir an dieser Hobelbank gefällt ist das hohe Gewicht und die sehr massive Bauweise. Da wackelt nix und rutscht nichts, egal welches Werkstück man in Bearbeitung hat.

Der Nachteil bei meiner Bank ist der Umstand dass die Bankplatte aus Balken mit Kernholz besteht. Daher bildeten sich da über die Jahre mehr oder weniger große Risse.  Anfänglich war ich da skeptisch, aber mittlerweile betrachte ich dies nur noch als „Schönheitfehler“ denn für die Nutzung der Bank hat dies eigentlich keinen nennenswerten Einfluß.

DWorkbench - 5

Wenn ich diese Bank heute nochmal bauen würde, dann auf jeden Fall Holz für die Bankplatte ohne das Kernholz. Ansonsten kann ich an dieser Konstruktionsweise bisher nichts nachteiliges finden.

Und wenn die Oberfläche der Bank man so richtig abgearbeitet ist, dann werde ich diese einfach mal mit einer Raubank wieder glatthobeln. Bei einer Dicke von knapp 15cm kann man das problemlos mehrfach wiederholen.

Für alle die den ganzen Bau dieser Hobelbank im Jahre 2012 nachverfolgen wollen, hier die Links zu meiner Artikelserie:

Hobelbank Kursus Tag 1
Hobelbank Kursus Tag 2
Hobelbank Kursus Tag 3 
Hobelbank Kursus Tag 4
Hobelbank Kursus Tag 5

Fertigstellung Teil 1
Fertigstellung Teil 2
Das Bohrvideo zur Werkbank
Fertigstellung Teil 3
Fertigstellung Teil 4
Fertigstellung Teil 5

Vielleicht liest ja einer der damaligen Kursteilnehmer bei DICTUM hier mit und kann von seinen Erfahrungen mit der Hobelbank im Stil des 18.Jahrhunderts berichten.

5 Kommentare

  1. Hi Wolfram!

    Thanks for the reminder of the bench building week.

    My bench is still just as rock-solid as yours. I also notice no ill-effects of the cracks from the wood. I have taken to pouring excess epoxy in the cracks when I am using epoxy on a project. There always seems to be some left over, so in a crack it goes. Maybe someday all the cracks will be filled.

    My bench is in need of flattening again. It has cupped, but I didn’t really notice until I measured for it. For 99% of my work, it doesn’t matter, as only a really wide board will not sit flat.

    I find I use my planing stop nearly as much as my leg vice, and that I use my tail vice very little, but that could be because I haven’t changed the Taiwanese tail vice I had on it out for the vintage Record #51 1/2 that I have for it.

    If I found myself needing to build a Roubo bench today, I definitely would. I also would have no problem using whatever wood was available. The oak is cool, but it is totally overkill and not necessary. A pine top would work just as well.

    Cheers!

    Antworten
    • Hi Brian,
      Good to hear your experience. Yes since I am using a Vertas plastic stop as a bench hook in one of the bench holes the usage of the end vise has been decreasing… Maybe I will add a real bench hook sometime in the future.

      Antworten
  2. Hallo Wolfram,
    Solltest du nochmal mit Kernholz arbeiten, dann hilft evtl. eine Technik aus Japan namens Sewari. Mit dieser kann verhindert werden, daß sich der Balken verwirft oder Risse kriegt. Dabei wird auf einer Seite eine Spalte durch den ganze Balken bis zum Kernholz runter gemacht. In Japan wird das im Hausbau immer gemacht, wenn keine anderes Holz verfügbar ist. Strukturell ändert sich nicht viel. Und wenn es in Tempeln hält, dann sollte es für eine Werkbank allemale reichen.

    Antworten
  3. Pingback: Blogrundschau Holz Technik 21/2015 - Heimwerker-Blog

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Webseiten benutzen Cookies für statitische Zwecke. Hier kannst Du mehr über Cookies erfahren.