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Garderobe selbst gebaut – Teil 1

Endlich konnte ich den Bau der schon lange geplanten Garderobe aus Multiplex Birke beginnen.

Garderobe54Da die Garderobe dringend gebraucht wird um das bestehende Chaos zu beseitigen, plane ich dieses Projekt möglichst zügig in den kommenden Wochenenden fertig zu stellen.

Die neue Garderobe soll die bisherige bunte Kindergarderobe ablösen, die wir vor 8 Jahren aufgestellt hatten. Die Kinder sind aber jetzt groß geworden und damit haben sich auch die Anforderungen geändert. Und weil Alles was es üblicherweise an käuflichen Alternativen gibt meiner Frau nicht gefallen hat, kam nur der Selbstbau in Frage.

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Das neue Möbel soll fünf Garderobenfächer für meine Kinder bieten und an die Wand montiert werden. Es müssen genügend Haken vorhanden sein und eine Ablage für Mützen und Kleinkram. Daraus und aus der geplanten Montagestelle resultieren die Maße: Eine Länge von maximal 230cm, eine Höhe von ca, 50cm. Um Jacken und Mützen unterbringen zu können, ist eine Tiefe von ca. 18-20 cm nötig.
Da die sonstigen Möbel im Eingangsbereich aus Birkenholz sind, fiel die Materialwahl auf Multiplex Birke.

Mit diesen Anforderungen im Kopf habe ich dann eine grobe Maßskizze angefertigt.

Garderobe43Der Einsatz von 3D-CAD Software wie z.B. Sketchup ist mir zu aufwändig. Im Zweifelsfalle male ich die Teile 1:1 auf Pappe um ein Gefühl für die tatsächlichen Dimensionen zu bekommen.

Anhand dieser Maßskizze berechne ich den Materialbedarf. Es werden zwei Platten in den Abmessungen 250*125cm benötigt. Um das Gewicht in Grenzen zu halten, wird die Rückplatte 12mm stark ausgeführt, der Rest der Garderobe in 15mm starkem Birkenmultiplex.
Für den Möbelbau sollte die Qualitätstufe der Multiplexplatten A/B oder S/BB sein. Da ist dann eine Seite praktisch fehlerfrei, die Rückseite kann Flickstellen haben, aber keine gespachtelten Löcher.

Die Platten habe ich dann in der üblichen Methodik mit Handkeissäge und Führungsschiene zugesägt und dann auf der Tischkreissäge abgelängt.

Garderobe06Der Aufbau des Korpus erfolgt mit Flachdübeln. Um die Seitenteile und die Böden im Winkel sauber zu verbinden ist es sehr wichtig dass die einzelnen Schlitze sehr exakt und immer an der gleichen Stelle gefräst werden. Daher habe ich zuerst eine kleine Schablone aus ein paar Resten Spanplatte angefertigt, mit der alle Teile exakt gleich bearbeitet werden können.

Garderobe07Gerade die vertikalen Seitenteile müssen alle auf der gleichen Höhe gefräst werden, damit die Böden später alle in einer Ebene liegen. Die Abstände der Dübel sind mit denen der Zwischenböden identisch.

Garderobe08Die Zwischenböden können jeweils in Dreiergruppen zusammenfasst und gefräst werden. Es kommen Flachdübel der Größe 20 zum Einsatz.

Garderobe13Um Fehler beim Fräsen möglichst zu vermeiden, ist die Rückseite der einzelnen Teile eindeutig markiert. Hier zum Beispiel die Seitenteile.

Garderobe11Die schrägen Abschlüsse der Seitenteile werden auf der Kreissäge mit der Zugfunktion gesägt. Mit einem Stopblock an der Führungsschiene sind auch hier alle Zuschnitte exakt wiederholbar.

Garderobe09Testweise werden dann alle Teile einmal zusammengesteckt, um zu prüfen ob alle Einfräsungen der Flachdübel korrekt sind. Falls es einen Fehler gibt, wäre jetzt die Gelegenheit diesen zu beheben.

Garderobe18Mit einer kleinen Oberfräse und einem 3mm Abrundfräser mit Kugellager werden alle sichtbaren Kanten verrundet. Ich verwende hier meine neue kleine Makita Fräse RT0700 – ein sehr handliches Gerät. Ein entsprechender Testbericht folgt demnächst.

Garderobe22Als nächster Arbeitsschritt werden alle Oberflächen der fertigen Teile mit dem Exzenterschleifer mit 80/120/240er Scheiben geschliffen. Das erspart mir das spätere hantieren mit einem Delta-Schleifer um in die Ecken zu kommen.

Garderobe27Die Klappen der Garderobenfächer werden mit Topfscharnieren angeschlagen. Die dazu notwendigen Bohrungen werden wieder mit den Hettich-Schablonen angezeichnet und anschließend mit einem 2mm Zentrierbohrer vorgebohrt.

Garderobe25Der letzte Schritt vor dem Verkleben des Korpus ist eine Probe der Passungen mit den Flachdübeln. Um nun beim Verleimen keine Fehler zu machen und nicht in Hektik ausbrechen zu müssen, lege ich alle Teile für die erste Verklebung in der richtigen Reihenfolge bereit.

Garderobe33Das Verkleben erfolgt mit wenig Weißleim den ich auf die Schlitze der Flachdübel auftrage. Dann werden die Flachdübel in die Seitenteile gesteckt. Ab diesem Moment beginnen die Flachdübel aufzuquellen, daher muß es jetzt schnell gehen. Es wird weiterer Weißleim auf die Klebeflächen der beiden Böden aufgetragen und dann das ersten Segment zusammengesetzt.

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Hier ist es ganz wichtig dass dieses Segment wirklich exakt im Winkel verleimt wird weil alle nachfolgenden Segmente daran anschließen. Wäre dieses Segment verzogen, dann sind auch alle nachfolgenden Segmente krumm.

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Nach dem Aushärten des Leims habe ich dann schrittweise die weiteren Segmente angesetzt.

Garderobe0210Und hier wird auch sichtbar, warum ich die Böden nicht bündig gestaltet habe sondern einen 1mc breiten Rand überstehen lasse. Nur so können an der Unterseite die Zwingen angesetzt werden um auf beiden Seiten gleichmäßig Druck aufzubauen.

Mit der Rückwand und den Türen geht es dann nächste Woche weiter.

2 Kommentare

  1. Echt cool! Ich kann mir so ein Element auch gut in der Küche vorstellen, um Handtücher und andere Utensilien zu verstauen. Schau doch mal bei unserem aktuellen Wettbewerb rein, „Mach mal Ordnung“ passt ja perfekt zur Garderobe! Liebe Grüße, Maral von „Mach mal“

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  2. Pingback: 【ツ】DIY Rundblick #4 September 2014 | neues Konzept |

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