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Mehrteilige Schrankwand im Selbstbau – Teil 1

Unsere älteste Tochter möchte Ihr Zimmer ungestalten und dazu wünscht sie sich eine Schrankwand, um mehr Platz für Ihre Bücher zu haben. Dazu die Holzlieferung am Freitag.

JSchrank1

Damit die Schrankwand noch in den Ferien fertig wird, habe ich dieses Projekt so geplant, dass es (hoffentlich) relativ zügig abgeschlossen werden kann.

Um den verfügbaren Platz optimal zu nutzen, wird die Schrankwand eine Breite von 3,70m und eine Höhe von 3,20m bekommen. Die Tiefe des Regals im vorderen Bereich wird 45cm betragen, die dann im hinteren Bereich auf 35cm reduziert wird, um das Fenster nicht zu verdecken.

Die Erfahrungen aus meinem letzten Schrankbau mit System32-Beschlägen haben gezeigt, dass einer der größten Zeitfresser bei so einem Projekt das Zusägen der Bauteile und das anschließende Anbringen der Umleimer an den Kanten ist.
Eine weitere Erkenntnis ist der Umstand dass die Oberflächenbehandlung eines Möbelstücks erhebliche Zeit in Anspruch nimmt. Dabei ist das Schleifen der Oberflächen noch der kleinere Teil der Arbeit. Der Löwenanteil ist das Wachsen oder Ölen und die damit verbundenen Trocknungszeiten.

Ich habe mich daher bei der Materialauswahl für diese Schrankwand für eine Spanplatte mit fertigem Finish entschieden. Bei meinem Holzhändler konnte ich eine Musterkarte mit echten Musterstücken bekommen. Anhand dieser hat sich dann Julia die gewünschte Oberfläche ausgesucht. Die Wahl fiel auf Ahorn.

Der nächste Schritt bei diesem Projekt war dann eine genaue Planung der Aufteilung. Dies war notwendig um den genauen Materialbedarf zu ermitteln, da ich dieses Mal den Zuschnitt aller Teile beim Holzhändler machen lassen wollte. Und da mein Holzhändler auch das Umleimen der Kanten anbietet, habe ich mit entschlossen auch diesen Service einmal auszuprobieren.

Planung

Die ganze Planung der Schrankwand habe ich dann mit EXCEL durchgerechnet. Zuerst wird eine nichtmaßstäbliche Skizze des Aufbaus gemacht.

EXCEL_Schrank4

Damit kann die Lage aller Bauteile definiert werden und das ist die Basis für das berechnen der genauen Maße der einzelnen Bauteile.

EXCEL_Schrank33

Um  den Aufbau zu vereinfachen, versuche ich immer möglichst viele Bauteile mit gleichen Maßen zu bekommen. Daher sind in dieser Schrankwand nur zwei Breiten für die Fachböden geplant. Die schmalen Fächer haben eine Breite von 52cm und die breiten Fächer von 72cm.

Weil die Schrankwand mit den geplanten Höhe von 3,20m sehr hoch ist, habe ich mich dafür entschieden die gesamte Konstruktion aus mehreren Modulen aufzubauen, die ich dann miteinander verbinden werde.
Das hat den Vorteil dass die einzelnen Teile einigermaßen handhabbar bleiben. Ich kann diese also in der Garage bauen und dann einzeln in Julias Zimmer bringen und dort aufstellen.

Vorbereitungen zum Bau

Der erste Schritt nach der Anlieferung der Holzteile ist das Sortieren der einzelnen Teile nach den Baugruppen. Auf den ersten Blick sieht das nach einer einfachen Sache aus, aber damit hier später nichts schief geht, habe ich alle Teile mit POST-IT Aufklebern markiert und beschriftet.

JSchrank21Danach konnte ich mit dem Bohren der Löcher für die Fachbodenträger beginnen. Hier kam wieder meine bewährte System32 Bohrschablone in Verbindung mit der Oberfräse und einem 5mm Fräsbohrer zum Einsatz.

JSchrank31Und das war dann meine Wochenendbeschäftigung – bohren – bohren – bohren. Und damit mir hier kein Flüchtigkeitsfehler unterläuft, werden alle Maße auf die Unterkante der Seitenteile bezogen.

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Eine klare Kennzeichnung ist also Pflicht. Da ich bei dieser Schrankwand nicht nach dem System32 baue sondern die Korpen später mit Confirmat-Schauben zusammenbauen werde, ist die Positionierung der Bohrungen relativ egal. Die Löcher müssen aber immer auf gleicher Höhe liegen. Wird die Schablone nun immer von unten angeschlagen, sind alle Löcher gleich positioniert und die Fachböden sind später gerade.

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Einzige Ausnahme sind die Mittelteile der beiden großen Unterbauten. Da  diese auf den unteren Böden aufsitzen, muß beim bohren dieser Teile ein 19mm Restholz als Abstandshalter dazwischen. Dann passt es wieder.

Der nächste Schritt ist das Fräsen der Falze für die Rückwände.

 

6 Kommentare

  1. Hallo Wolfram,

    also Deine Schablone System 32 macht sich hier super.
    In Ahorn ist das ein sehr schönes Projekt.
    Bin gespannt wie es weitergeht?

    Gruß Achim

    Antworten
  2. Hallo Wolfram,

    schönes Projekt. Hast Du Dir mal „Woodworks“ angeschaut. Das ist ein Plattenschnittberechnungsprogramm. Und in der Freeware Version für Dich ausreichend. Damit kannst Du sehr komfortabel solche Platten optimal berechnen lassen, markieren welche Kanten umleimt werden müssen. Dein Holzhändler hätte sich über sowas gefreut 🙂

    Das einzige was nicht funktioniert, ist das direkte ausdrucken, aber ich sag mal einen Ausschnitt des Bildschirms würde ja auch gehen 🙂

    Probiers mal aus ,

    Gruß Andi

    Antworten
    • Hallo Andy,
      ich habe mir das hier ganz einfach gemacht mit dem Zuschnitt: Einfach die Liste mit den Abmessungen an den Holzhändler mit der Bitte um ein Angebot, das ich dann auch am folgenden Tag hatte und dann einfach bestellt. Um die Optimierung des Zuschnitts kümmert sich da mein Lieferant. Ich denke seine CNC-Sägeanlage kann das besser als ich 🙂
      Aber das „Woodwards“ wurde ich mir bei Gelegenheit für selber Zuschnitt mal anschauen…

      Antworten
  3. Hallo Wolfram,

    Wofür Excel alles missbraucht werden kann 🙂 . Die Schablone fürs System 32 ist selbst hergestellt, oder gibts die zu kaufen?
    Das Programm das Andi vorgeschlagen hat, werde ich mir auch mal anschauen.
    Bin schon gespannt auf den nächsten Teil!

    lg
    Stefan

    Antworten
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