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Dutch Toolchest – eine Werkzeugkiste (Teil1)

Für meine Handwerkzeuge benötige ich dringend eine Aufbewahrungsmöglichkeit. Daher habe ich mit dem Bau einer Werkzeugkiste begonnen.

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Vor dem Beginn dieses Projektes habe ich verschiedene Optionen in Betracht gezogen, um meine Handwerkzeuge aufzubewahren. Da meine Holzarbeiten in der Garage stattfinden, brauche ich eine verschließbare Lösung. Ein Regal oder eine Wand an der die Werkzeuge ungeschützt aufgehängt werden kommt wegen der Feuchtigkeit und Schmutz im Winter nicht in Frage. Das Risiko dass die Werkzeuge rosten ist viel zu groß.

Bei den „geschlossenen“ Lösungen standen folgende Optionen zur Wahl: ein klassischer Werkzeugschrank mit Türen oder eine Werkzeugtruhe wie z.B. im Buch „The Anarchist Tool Chest“ von Chris Schwarz beschrieben. Beide Projekte erfordern jedoch zum einen erheblichen Zeitaufwand beim Bau und zum anderen bin ich mir nicht sicher, wie sich meine Arbeitsweise entwickeln wird. Ist eine Werkzeugkiste wirklich praktikabel für mich? Wie wird meine Garagenwerkstatt in den nächsten Jahren aussehen?

Wer den Blog von Chris Schwarz regelmäßig verfolgt, dem ist sicher auch die sogenannte „Dutch Toolchest“ aufgefallen. Diese wird von Chris als Alternative zu einer großen Werkzeugtruhe propagiert und hat inzwischen auch schon viele Nachbauer gefunden.
Der Artikel „Dutch Toolchest“ im Oktober-Heft der amerikanischen Zeitschrift „Popular Woodworking“ gab dann den Ausschlag, mit dem Bau zu beginnen. Begleitend dazu wurden von der Redaktion die Baupläne als Ketchup-Daten veröffentlicht.

Da ich nur wenige Stunden am Wochenende Zeit habe, möchte ich den Bau möglichst rasch erledigen. Darum habe ich mich für einen Bau aus Sperrholz entschieden. Vorbild ist auch hier wieder Chris Schwarz mit seinem Video der „Traitors Toolchest“. In diesem Video beschreibt er den Bau der Werkzeugtruhe aus Sperrholz innerhalb von 2 Tagen. Als Verbinder werden Leim, Nägel und Trockenbauschrauben eingesetzt.

Also auf zum Holzhändler meines Vertrauens und dort wurde das Angebot gesichtet. Zuerst wollte ich 18mm Seekiefern-Sperrholz verwenden, aber die angebotene Qualitätsstufe war nur C/C – also saumäßig. Als Alternative wäre noch Buchenmultiplex (viel zu schwer) oder Birkenmultiplex (auch sehr schwer) am Lager gewesen, die mir aber beide nicht so richtig gefallen haben. Schließlich will ich meine Werkzeugkiste auch noch tragen können. Dann fiel mein Blick auf sogenanntes „Gabun-ähnliches“ Sperrholz. Dabei handelt es sich um Pappelsperrholz(?) mit zwei Gabun-Furnier-Decklagen. Dieses Sperrholz ist recht leicht aber dennoch stabil und mit einem Preis von rund 40 EUR für die 18mm Standardplatte (250*125cm) auch recht preiswert. (Vergleichbares Pappelsperrholz kostet hier im Baumarkt 19,95 EUR je qm – also mehr als doppelt so teuer als im Holzhandel!)

Der Holzhändler hat mir die Platte der Länge nach in der Mitte geteilt damit ich diese ins Auto laden kann. (Dies ist der sogenannte „Transportschnitt“ den es bei jedem seriösen Holzhändler  einmal pro Platte kostenlos bekommt. Damit habe ich zwei Platten mit 250*62cm als Ausgangsbasis für dieses Projekt.

Die Pläne von Chris Schwarz beschreiben zwei Varianten der Dutch Toolchest – eine große mit zwei Bodenfächern und eine kleine mit einem Bodenfach. Ich habe mich für die kleine Variante entschieden.

Im ersten Schritt wurden die Maße festgelegt und von den „krummen“ Zoll-Werten auf metrische Maße europäisiert. Die Kiste ist damit 74cm breit und rund 60cm hoch, die Tiefe beträgt 30cm. Zusammengebaut wird die Werkzeugkiste mit Leim und SPAX Schrauben – allerdings hier die Schrauben mit Teilgewinde, also ohne durchgängiges Gewinde. Warum das wichtig ist, erkläre ich in einem späteren Artikel. Ich habe hier die Größen 4*40 und 4*30 besorgt. Die 4*40 für den Zusammenbau der Seitenteile, die 4*30 für das Aufschrauben von Anbauteilen.

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Der Zuschnitt der Holzteile erfolgte mit Handkreissäge und Führungsschiene. Da die Festool-Säge auch eine sehr genaue Winkelskala hat, wurden die 30 Grad-Winkel an Vorder- und Rückseite gleich beim Zusägen eingearbeitet – da erspart später eine Menge Anpassungsarbeit.

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Wenn man die Führungsschiene immer mit dem Kombinationswinkel ausrichtet, sind präzise rechtwinklige Schnitte kein Problem.

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Damit die Nuten auf gleicher Höhe sind, werden beide Seitenteile zusammengespannt und die Führungsschiene über beide Teile gelegt. Mit der Handkreissäge werden mehrere 5mm tiefe Schnitte nebeneinander gelegt.

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Die verbleibenden schmalen Streifen kann man dann einfach mit einem Beitel herausheben.

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Der ganze Zuschnitt war schnell erledigt und es konnte eine erste Trockenpassung erfolgen. Dabei ist die Grundplatte so breit, dass die Seitenteil auf diese aufgesetzt werden können. So werden die Schrauben im Ruhezustand nicht belastet.
Der Zwischenboden wird in die zwei Nuten in den Seitenteilen eingesetzt.

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Der nächste Schritt ist jetzt das Verleimen und Zusammenschrauben des Kistenkorpus.

Hier geht es weiter mit Teil 2 des Bauberichtes.

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